CRS: Positive Polizeibilanz

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Übersee - Der erfreulich positive Trend aus der Halbzeitbilanz der Polizei setzte sich bis zum tatsächlichen Ende der Großveranstaltung am Montagmorgen fort.

Das Festival verlief angesichts der großen Besucherzahl von etwa 29.000 Reggae-Fans ausgesprochen friedlich. Die aufgedeckten Rauschgiftdelikte gingen im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurück. Auffällig waren lediglich die große Anzahl von Diebstählen.

Polizei- und Malteser-Berichte:

Friedliche Reggae-Party

„Halbzeit“ beim Chiemsee-Reggae-Festival

Einen polizeilichen Schwerpunkt bildete wiederum der Einsatzabschnitt „Prävention und Jugendschutz“. Jugendbeamte der Polizei kümmerten sich in Zusammenarbeit mit einer polizeilichen Sozialpädagogin und dem Jugendamt Traunstein um insgesamt 47Jugendliche, die stark alkoholisiert aufgefallen oder wegen Drogendelikten angezeigt worden waren. In allen Fällen wurden die Eltern verständigt. 13 mussten daraufhin die Heimreise antreten. Den anderen wurde in Absprache mit den Eltern eine Meldeauflage erteilt, sie konnten weiter am Festival bleiben. Alle Meldeauflagen wurden ausnahmslos und pünktlichst erfüllt. Dieses Angebot wurde von Eltern und auch von den Jugendlichen selbst als guter Kompromiss angenommen. Ernst genommen wird von den Jugendlichen offensichtlich auch die eingeführte Praxis, bei starker Alkoholisierung die Führerscheinstelle darüber zu informieren. So besteht die Möglichkeit, die grundsätzliche Zuverlässigkeit für die künftige Erteilung einer Fahrerlaubnis zu prüfen.

170 Aufgriffe durch Zivilfahnder gab es insgesamt im Bereich des Betäubungsmittelrechts. Dabei handelte es sich überwiegend um kleinere Mengen Marihuana und Haschisch, die sichergestellt wurden. Der deutliche Rückgang zum Vorjahr (250) ist sicher auch auf die offensiven und konsequenten Drogenkontrollen der letzten Jahre zurückzuführen.

Das sonstige Straftatenaufkommen hielt sich, abgesehen von Eigentumsdelikten, in Grenzen. Über 30 Diebstahlsanzeigen gingen bei der Mobilen Polizeiwache ein. Überwiegend waren dabei Geldbörsen, Handys, Fotoapparate, MP3-Player und ähnliches abhanden gekommen. Die Sorglosigkeit der Diebstahlsopfer machte es den Dieben in vielen Fällen sehr leicht, an die im Campingbereich geradezu einladend herumliegende Beute zu kommen. Aber auch professionellere Diebe waren unterwegs und durchsuchten systematisch momentan leerstehende Zelte und Campingmobile.

Mit nur drei angezeigten Körperverletzungen war deren Anzahl für die Besuchermassen und über vier Tage hinweg verschwindend gering. Das Party-Volk zeigte sich ausgesprochen friedlich und ließ sich offensichtlich auch durch die Dauerregenphasen und die Schlammschlacht auf dem Gelände nicht die gemeinsame Feierlaune verderben. Ein sexueller Übergriff wurde angezeigt und wird von der Kripo Traunstein bearbeitet. Zum Veranstaltungsende „entsorgte“ der ein oder andere Besucher eine demolierte Zeltbehausungen mit dem Feuerzeug, was aber nicht nur eine gefährliche Sache, sondern auch eine Straftat ist. Fünf Brandstifter wurden angezeigt. Auch die unter Umständen lebensgefährliche Untugend, Gegenstände und Schnüre über die am Zeltplatz verlaufende Hochspannungsleitung zu werfen, war wieder zu beobachten. Nicht bedacht wird dabei von den Werfern, dass dies unter Umständen für jemanden tödlich enden könnte und zudem strafrechtlich verfolgt wird.

Das einsatzführende Polizeipräsidium Oberbayern Süd hatte in Spitzenzeiten bis zu 140 Beamtinnen und Beamte verschiedener Dienststellen eingesetzt. Die vielen Bahnanreisenden wurden auf der Anfahrt und in den Bahnhofsbereichen von starken Kräften der Bundespolizei überwacht, am Hauptbahnhof München unterstützt durch die Polizeiinspektion 16.

Die sanitätsdienstliche Betreuung des Festivals wurde vom Malteser Hilfsdienst Traunstein gewährleistet. Mit 1.360 Personen mussten deutlich weniger versorgt werden. Dabei handelte es sich um überwiegend kleinere Verletzungen und Gesundheitsstörungen. Ein junger Mann erlitt Brandverletzungen und wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Die Helfer der DLRG überwachten den Betrieb an den improvisierten Badestränden am Fluss. Die Feuerwehr Übersee war für den vorsorglichen Brandschutz im Einsatz. Insgesamt 29 kleinere Einsätze waren zu bewältigen. Der Veranstalter selbst hatte bis zu 400 Security-Kräfte im Einsatz.

Pressemitteilung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

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