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Mühldorfer Erfolgsstück auf Salzburger Bühne

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Sarah Wagner als Maria Pauer.

Mühldorf - Die "Mühldorfer Hex" geht auf Reisen. Anfang August zeigt der Kulturschupp'n sein Erfolgsstück über die Geschichte der Maria Pauer in Salzburg.

Dort freut man sich bereits auf einen "historischen Moment" und die Chance auf ein kleines Stück Wiedergutmachung. Das hätte sich Sarah Wagner nicht träumen lassen: Dass sie einmal als "Mühldorfer Hex" in Salzburg lebensgroß von den Litfaßsäulen grüßt. "In ein paar Wochen ist es so weit, die Plakate sind schon in Arbeit", berichtet Kulturmanagerin Evi Weissenbacher.

Dabei wird es so viel Werbung eigentlich gar nicht brauchen für die drei Auftritte des Mühldorfer Kulturschupp'ns auf der Rainberg-Bühne am 6., 7. und 8. August. "Das Interesse ist groß. Wir werden sicher dreimal ausverkauft sein", sagt Professor Alfred Winter, der als Landesbeauftragter für kulturelle Sonderprojekte das Mühldorfer Gastspiel in Salzburg forciert und organisiert.

Selbst die Generalprobe wird voraussichtlich bis auf den letzten Platz gefüllt sein. Der Rahmen ist intim. In dem Rainberg-Gewölbe finden nur 144 Besucher Platz, die Bühne ist in der Regel Auftrittsort für das Ballett des Landestheaters, außerdem finden die Proben des Landestheaters hier statt. "Die Atmosphäre ist toll, die Akustik super", schwärmt Sarah Wagner, die sich vor Ort schon einmal ein Bild gemacht hat von der ersten Auswärts-Spielstätte der Mühldorfer Hex. Für die 19-Jährige wird das Auswärts- ohnehin zum Heimspiel, seit zwei Semestern studiert die Lohkirchenerin in der Domstadt Philosophie.

Auch ein finanzieller Kraftakt

"Sarah ist das Bindeglied zwischen Mühldorf und Salzburg. Dass sie ausgerechnet hier gelandet ist und nun wieder die Hex spielt, das kann kein Zufall sein", glaubt Professor Winter. Mehrfach hat es in den vergangenen Jahren Anfragen unterschiedlichster Art aus Mühldorf gegeben, das Stück auch an der Salzach zu spielen. Immer wieder verliefen die Versuche im Sand, bis sich Professor Winter der Sache annahm: "Hauptproblem war lange der Aufführungsort. Nun haben wir endlich einen idealen, mystischen Raum gefunden. Das passt."

Die Hex in der Hand: Kulturmanagerin Eva Weissenbacher, Sarah Wagner und Professor Alfred Winter.

Für Winter ist der Auftritt des Kulturschupp'ns viel mehr als das Gastspiel einer Laientheatergruppe. "Salzburg hat in dieser Hinsicht etwas gutzumachen. Wir können begangenes Unrecht nicht wieder ausbügeln, aber wir können uns auf diese Weise der Vergangenheit stellen." Deshalb hatte der Landesbeauftragte auch von Beginn der Planungen an die Kirche im Blick. Bei einer Audienz stellte er dem Salzburger Erzbischof, Dr. Alois Kothgasser, das Projekt vor und erntete viel positive Resonanz. "Wenn die Kirche schon damals entscheidend beteiligt war, soll sie das auch heute sein", sagt Winter, der davon ausgeht, dass sich der Erzbischof bei passender Gelegenheit auch zum Thema Hexenverfolgung erklären wird.

Bis es so weit ist, liegt noch jede Menge Arbeit vor Professor Winter, seiner Kulturmanagerin - und Sarah Wagner. Die muss nämlich nicht nur regelmäßig zu den Proben nach Mühldorf fahren, sondern steht nun als Volontärin auch offiziell in Diensten des Landesbüros für kulturelle Sonderprojekte.

Nicht nur organisatorisch, auch finanziell ist das Gastspiel des Kulturschupp'ns ein Kraftakt. Rund 25.000 Euro beträgt das Budget für die drei Aufführungen, getragen vom Landesbüro für kulturelle Sonderprojekte, der Stadt Salzburg und der Internationalen Salzburg-Assoziation. Ein Aufwand, der sich lohnt, glaubt Professor Winter, auch wenn unter dem Strich aufgrund der begrenzten Zuschauerzahl ein dickes Minus stehen wird. "Darum geht es hier aber nicht", sagt Winter. "Die Mühldorfer Hex in Salzburg: Das ist ein historischer Moment." ha

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