Thambacher Kunsttage bringen frischen Wind

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Zwölf Künstler beleben in den kommenden drei Wochen den markanten Landsitz.

Thambach - Der Landsitz ist ein Hingucker, keine Frage. Doch seit 13 Jahren steht das Gebäude leer, ein Tiefpunkt in der wechselvollen Geschichte dieses Hauses.

Das große gelbe Anwesen mit den grünen Fenstern wacht auf einer Anhöhe über die Hügel, Felder und - nicht zuletzt - die Bundesstraße 12. "Ich fand es immer schade, dass kein Leben mehr in diesen Mauern ist", erzählt Susanne Donalies. Und weil es Künstlerkollegin Michaela Schulte genauso ging, kam man ins Gespräch, sponn Ideen und Visionen und suchte schließlich den Kontakt zum Hausbesitzer Andreas Huber.

Der war begeistert von dem Vorschlag, der Kunst die Türen und Fenster zu öffnen und stellt nun sein Objekt zum ersten Mal kostenlos für die Thambacher Kunsttage zur Verfügung, die am morgigen Samstag mit einer Vernissage um 14 Uhr eröffnet werden.

Die Künstlergruppe um Michaela Schulte und Susanne Donalies hat den Staub der letzten Jahre aus den Räumen gefegt, tausende Fliegen eingesaugt und belebt in den kommenden drei Wochen die stuckverzierten Räume mit einer vielseitigen, zeitgenössischen Kunst.

Das finanzielle Risiko hält sich in Grenzen. Baulich musste an dem Haus nichts verändert werden, die Öffnungszeiten bestreiten die Künstler selbst und natürlich soll das eine oder andere Werk auch verkauft werden. Doch das Geld steht zunächst selten im Vordergrund, wenn ein neues Kunstprojekt ausgerufen wird.

Zwölf Künstler machen den Anfang

Bei der Erstbegehung fehlt die Kunst noch.

"In Zukunft sollen die Thambacher Kunsttage eine feste Installation werden, die dem interessierten Publikum einen künstlerisch hochwertigen Kontrapunkt zum städtischen Kunstleben bietet", erzählt Susanne Donalies. Den Anfang machen ab morgen zwölf Künstler, vier von ihnen stammen aus der Region. Auf zwei Stockwerken zeigen die Künstler ihre Werke, mit einem breiten Spektrum von Malerei, Skulptur und Illustration. Mit von der Partie sind Achim Booth, Michael Pickl, Ransome Stanley, Stefan Kleinhanns, Lena Zehringer, um nur einige Namen der Künstler zu nennen, die mit ihren Arbeiten durch Galerien in aller Welt vertreten werden.

"Galerien machen wichtige Arbeit für die meist marketingscheuen Künstler, auch große Ausstellungen und Messen sind wichtige Treffpunkte. Doch mein Traum war es, einen Kontrapunkt zum großen Kunstmarkt zu setzen, indem eine kleine aber qualitativ hochwertige Ausstellung Künstler unterstützt und einem interessierten Publikum zugänglich gemacht wird", erklärt Michaela Schulte, die neben Susanne Donalies ebenfalls als ausstellende Künstlerin agiert. "Wir wollen dieses Jahr erst einmal zusammenfinden und das Vertrauen in der Region gewinnen", sagt Susanne Donalies.

Nach der Premiere plant das Duo in Zukunft Themenausstellungen, um ein breiteres Publikum anzusprechen und für die Kunst zu öffnen. Der heimliche Star wird immer das Thambacher Gut mit seinem außergewöhnlichen Ambiente sein.

Vernissage ist am morgigen Samstag, 16. Mai, um 14 Uhr. Die weiteren Öffnungszeiten: Samstag/Sonntag 16./17. Mai, 23./24. Mai, 30./31. Mai, jeweils von 14 bis 18 Uhr.

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