Schwierigkeiten im Lager des Museums

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Die Vorstandschaft des Fördervereins Städtisches Museum inspizierte bei der Jahreshauptversammlung auch das frisch gestrichene Mittertor. Dieses muss regelmäßig neu geweißelt werden, weil Vandalen zum Ärger des Fördervereins immer wieder ihre dunklen Sohlenabdrücke an den Wänden hinterlassen.

Rosenheim - Das Städtische Museum plant bereits sein zukünftiges Kulturdepot. Im Augenblick fehlt es aber vor allem an einem geeigneten Museumslager.

Walter Leicht hat eine Vision: Rosenheim soll ein zentrales Kulturdepot bekommen. "Den Schlüssel dafür will ich bei Antritt meines Ruhestandes meinem Nachfolger übergeben", erklärte der Leiter des Städtischen Museums bei der Jahreshauptversammlung des Fördervereins. Bis es so weit ist, vergehen auf jeden Fall noch zehn Jahre. Bis dahin gibt es für Museumsleiter und Förderverein noch viel zu tun.

Der Südspeicher dient derzeit als Museumslager. "Im Winter hat es dort fünf Grad und an heißen Sommertagen klettern die Temperaturen schnell auf über 45 Grad", berichtete Leicht der Versammlung. Diese extremen Temperaturschwankungen würden den Kunstschätzen sehr zusetzen: "Darunter sind viele wertvolle Exponate, die derzeit nur keinen Platz in der Ausstellung finden."

Diese Situation will der Museumsleiter so schnell wie möglich ändern. Da ein zentrales Kulturdepot für Rosenheim noch in weiter Ferne ist, hat er Pläne, die sich eher realisieren lassen. Leicht will im kommenden Jahr die energetische Sanierung des Südspeichers in Angriff nehmen.

Der Förderverein Städtisches Museum unterstützt dieses Vorhaben. Um schnellstmöglich für eine Verbesserung zu sorgen, wurde auf der Jahreshauptversammlung einstimmig beschlossen, sich an dieser Baumaßnahme mit bis zu 6000 Euro zu beteiligen. Diese Zusage gilt allerdings nur dann, wenn die Mittel in den städtischen Haushalt des Jahres 2013 eingestellt werden. "Die Sanierung soll nächstes Jahr begonnen und abgeschlossen werden", so Fördervereins-Vorsitzender Dietmar Dambach. Die Gesamtkosten werden auf 50 000 Euro geschätzt.

Überhaupt haben sich Förderverein und Museumsleiter viel vorgenommen: Auf vollen Touren laufen bereits die Vorbereitungen zum 150. Jubiläum der Stadterhebung von Rosenheim im Jahr 2014. Das Städtische Museum konzipiert die Sonderausstellung "Rosenheim wird Stadt - Die goldenen Jahre 1864 bis 1914", zu der auch ein wissenschaftlicher Aufsatzband in der Reihe "Beiträge zur Stadtgeschichte" erscheinen soll. Leicht kündigte für 2013 zudem eine "Weltpremiere" an. "Das wird eine Sensation", schwärmte er. Mehr wollte er aber noch nicht verraten.

In der Versammlung wurde aber nicht nur über die Zukunft gesprochen. Auch das vergangene Jahr passierte Revue. Das Zahlenwerk gab keinerlei Grund für Beanstandungen. 8904 Besucher wurden 2011 im Museum gezählt, der Museumsladen steigerte seinen Gewinn und der Förderverein kann sich über solide Finanzen freuen (wir berichteten).

Zweiter Bürgermeister Anton Heindl bezeichnete das Museum als "wichtigen Baustein in der Kulturgeschichte der Stadt". Er wünschte sich, dass das Gebäude auch in Zukunft mit Leben erfüllt werde und viele interessierte Menschen anziehe.

Weniger erfreulich ist laut Dambach und Fördervereins-Ehrenvorsitzendem Georg Reindl das, was sich immer wieder im Durchgang im Mittertor abspielt: "Überall sind dunkle Sohlenabdrücke zu erkennen. Anscheinend ist es ein Sport, zu sehen, wer mit seinem Fuß am höchsten kommt", ärgert sich Dambach. Er fordert "mehr Respekt vor öffentlichem Eigentum". Das Mittertor sei schließlich das weltliche Wahrzeichen Rosenheims.

Derzeit erstrahlt der Torbogen wieder im frischen Weiß. Die jüngste Maler-Aktion wurde erst vor wenigen Tagen beendet. Die finanziellen Mittel dafür kamen aus einer privaten Spende von Gabriele Preißler-Then, die letzte großzügige Unterstützung der langjährigen Museums-Förderin. Sie starb vor wenigen Wochen. "Ihr haben wir viel zu verdanken", würdigte Dambach ihr Engagement.

Walter Leicht ging in seinem Vortrag auch auf die Sonderausstellung 2011 ein. Den Schwerpunkt bildete die Ausstellung "Lockruf und Tradition" zum 150. Jubiläum des Herbstfestes. Rund 4500 Besucher besuchten sie. Auch heuer wird es wieder Sonderausstellungen geben. Die nächste trägt den Titel "Sakradi". Gezeigt wird religiöse Kunst; Eröffnung ist am Mittwoch, 23. Mai.

wu/Oberbayerisches Volksblatt

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