Zum Sieg mit Balkan-Russen-Ska-Punk

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Die Gewinner: "Django S."
  • schließen

Rosenheim - Die Szene lebt! "Django S." hat sich beim Bandwettbewerb "Simply the best" gegen mehr als 20 Gruppen durchgesetzt.

"Die Szene lebt!", stellte Manfred Lenz, Geschäftsführer der Musikinitiative Rosenheim (MIR) nach einem erfolgreichen Abend zufrieden fest. Mehr als 20 Gruppen aus dem Landkreis Rosenheim hatten sich für den Bandwettbewerb "Simply the best" beworben. Acht davon wurden für die Endrunde ausgewählt, ihre Mitglieder sind im Durchschnitt nicht älter als 30 Jahre. Sie bekamen die Chance, in der Hammerhalle bei einem je 20-minütigen Auftritt ihr Können unter Beweis zu stellen. Klaus Jörg Schönmetzler, Kreiskulturreferent und Mitbegründer des Contests, brachte in seiner Begrüßungsansprache seine Freude darüber zum Ausdruck, dass Lenz und er im Jahr 2000 auf die Idee kamen, "Simply the best" ins Leben zu rufen.

Gute Stimmung und viele Zuschauer - nicht nur beim Auftritt von "The Pieces" aus Brannenburg.

Der Erfolg gibt den Organisatoren Recht. Es kamen so viele Zuschauer wie nie in die Hammerhalle, jede Band hatte ihre eigenen Fans dabei, die ab der ersten Minute für gute Stimmung sorgten. Die musikalische Bandbreite und Qualität der Auftritte war hervorragend. Jede der acht Gruppen hatte es verdient, auf der Bühne zu stehen, überzeugte mit ihrer ganz eigenen Art von Musik und trug so zu einem gelungenen Konzertabend bei. Nach vielen Stunden Musik wurde dann über die Sieger abgestimmt. Neben dem Urteil von drei Jurymitgliedern war es vor allem der Beifall des Publikums, der zählte. Mit einem Applausometer wurde die Lautstärke des Jubels gemessen, den die Zuschauer den einzelnen Bands spendeten und so eine Reihenfolge ermittelt:

"Django S." aus dem Inntal gewannen den ersten Preis, der mit 750 Euro und zwei Produktionstagen im Raublinger Hicktown-Ton-Studio datiert ist. "Vait" aus Bad Aibling durften sich über 500 Euro für den zweiten Platz freuen und Dritte (250 Euro) wurden "Just duty free" aus Wasserburg.

Die Reihenfolge der Auftritte war ausgelost worden, den Auftakt machte "Uprising" aus Bad Aibling. Die vier jungen Musiker überzeugten mit einer selbstsicheren Bühnenshow und hartem, aber melodischem Akustik-Rock. Richtig drehten im Anschluss die "Red Bricks" aus Rosenheim auf, die dem Publikum mit ihrem Mix aus Punkrock und Metal einheizten. Die jungen Musikerinnen und Musiker von "Fine, thanks" aus Wasserburg präsentierten sich noch etwas verhalten. Ihr eingängiger Indie-Pop kam aber nicht nur bei den eigenen Fans gut an. Völlig anders dann der Auftritt von "Chrome". Die Gruppe vom Samerberg mit den im Durchschnitt ältesten Musikern legte viel Wert auf die Bühnenshow und den Kontakt zum Publikum. Ihre Rockmusik ist allerdings noch steigerungsfähig.

Die vier Musiker von "Vait" aus Wasserburg lieferten den professionellsten Auftritt des Abends. Routiniert und mit einer bemerkenswerten Bühnenpräsenz präsentierten sie ihre deutschsprachigen Rock- und Popsongs. Das Quartett bot vielseitige, eingängige Musik und freche, witzige Texte mit Tiefgang. Dafür wurden "Vait" auch mit dem zweiten Preis belohnt. "The Pieces" aus Brannenburg, eine der jüngsten Bands des Abends, ließ sich vom überzeugenden Auftritt der Vorgänger nicht einschüchtern. Die drei 16- bis 18-jährigen Musiker spielten selbstbewusst ihre Rocksongs, die solide, aber ausbaufähig sind. "Just duty free" aus Wasserburg gewann den dritten Preis des Contests. Sie covern vor allem, das tun sie aber ausdrucksstark und musikalisch gekonnt. Die zwei eigenen Lieder zeigten das Potenzial der Musiker, das durchaus auch fürs Komponieren verwendet werden sollte.

Den krönenden Abschluss eines langen Abends lieferten die Sieger des 12. "Simply the best": Django S. aus dem Inntal. Der Sound der siebenköpfigen Band lebt auch von den drei Bläsern, die neben der üblichen Besetzung mit Gitarren, Bass, Schlagzeug und Gesang zum Einsatz kommen. Ihr powervoller Balkan-Russen-Ska-Punk und die mitreißende Show führten sie verdient zum Sieg. Doch nicht nur die Gruppe aus dem Inntal, auch alle anderen Bands, die sich in der Hammerhalle präsentierten, feierten Erfolge. Erstens haben sie das Publikum begeistert, zweitens konnten sie auf einer Bühne mit professioneller Technik singen und spielen. Und drittens wurde an diesem Abend durch ihre Auftritte mal wieder deutlich, wie viele junge Talente und hervorragende Bands unterschiedlichster Musikrichtungen es im Landkreis Rosenheim gibt.

Julia Binder (Oberbayerisches Volksblatt)

Zurück zur Übersicht: Kultur

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser