Die Galerie mit eigener Geschichte

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Kulturdezernent Michael Keneder, Archivarin Tina Buttenberg, Kulturreferent Robert Berberich freuen sich mit Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer und Galerieleiterin Monika Hauser über die „Sammlung Max Bram“ (Gemälde von Emil Thoma zeigt den Stifter, 1929)

Rosenheim - HINAUS MIT DER KUNST: Die Städtische Galerie feiert 100-jähriges Jubiläum und öffnet dabei die Pforten zu einer Ausstellung über ihre Geschichte.

"Hinaus mit der Kunst" - Die Ausstellung zu 100 Jahren Galeriegeschichte

Im Jahr 1913 eröffnete die erste städtische Gemäldegalerie ihre Pforten: Damals wurde die Sammlung des Oberlehrers Max Bram (1855 bis 1935) erstmals in der dafür eigens umgebauten ehemaligen Michaelskapelle am Rosenheimer Ludwigsplatz präsentiert, dem heutigen Pfarrheim „Am Ölberg“.

Der Kunstsammler Max Bram kann somit als Gründervater und Initiator der heutigen Städtischen Galerie bezeichnet werden. Mit der Bram´schen Gemäldesammlung und ihrer Stiftung im Jahr 1904 beginnt die Geschichte aber weit vor der Errichtung des heutigen Ausstellungsgebäudes von 1935, der Städtischen Galerie.

Im Stadtarchiv Rosenheim dokumentiert nun die Ausstellung „Hinaus mit der Kunst“ bis 13. September 2013 die Geschichte dieser Kultureinrichtung. Zahlreiche Exponate, historische Aufnahmen und erläuternde Texte vermitteln anschaulich ein Jahrhundert Sammlungs- und Ausstellungstätigkeit.

Mit dieser Ausstellung öffnet auch das Stadtarchiv Rosenheim wieder seine Pforten, nachdem es wegen der drohenden Hochwassergefahr Anfang Juni vorsorglich geräumt und vorübergehend geschlossen werden musste.

Wie alles begann:

Max Bram umringt von seinen Schätzen auf dem Canapé

Um 1900 blüht Rosenheim kulturell auf. Es gründen sich verschiedenste Vereine und Verbände, darunter ein Amateur-Photographen-Club und das Rosenheimer Volkstheater. Eine herausragende Stellung für die kulturelle Entwicklung nimmt die Gründung des Historischen Vereins im Jahr 1901 ein. Im April 1904 schließlich wird der Rosenheimer Kunstverein gegründet. Zunächst organisiert der Verein regelmäßig Ausstellungen im Rathaussaal.

Auch dem Münchner Sammler Max Bram entgeht nicht, dass sich in Rosenheim in künstlerischer Hinsicht etwas zu tun scheint. Er will seine Kunstschätze (u. a. Werke von Franz von Stuck, Josef Wopfer, Hermann Groeber, Josef Willroider, Ludwig von Zumbusch) in guten Händen wissen – bevorzugt außerhalb der Großstadt München, wo seine Sammlung im großen Angebot der Münchner Museen vielleicht hätte „untergehen“ können. So kommt im Oktober 1904 der Stiftungsvertrag zwischen Max Bram und der Stadt Rosenheim zustande – jedoch unter der Voraussetzung, dass für die Präsentation der Werke geeignete Räume zur Verfügung gestellt werden. Mit dem Ausstellen seiner Sammlung ab 1913 in der umgebauten ehemaligen Michaelskapelle wird dieser Bedingung entsprochen. Für seine großzügige Stiftung wird Max Bram 1905 zum ersten Ehrenbürger der Stadt Rosenheim ernannt.

Über 20 Jahre später, 1935 bis 1937, erfolgt schließlich der Bau des heutigen Galeriegebäudes nach den Plänen des Münchner Architekten German Bestelmeyer. Der Wunsch von Max Bram nach dem Bau eines eigenständigen Galeriegebäudes in Rosenheim erfüllt sich somit ausgerechnet nach der nationalsozialistischen Machtübernahme. Der Bau der Galerie erfolgt auch unter dem Eindruck des gleichzeitig errichteten „Hauses der Kunst“ in München – damals „Haus der Deutschen Kunst“ – und erinnert damit an eine Zeit, in der die Kunst politisch-ideologisch missbraucht wurden.

1944, sieben Jahre nach ihrer Eröffnung, wird die Rosenheimer Galerie bei einem Luftangriff beschädigt. Max Brams Sammlung kann auf die Insel Frauenchiemsee in Sicherheit gebracht werden und kommt erst 1949 in die wieder hergestellte Galerie zurück. Seitdem wird die Sammlung zu besonderen Gelegenheiten und in Teilbeständen gezeigt. Die Städtische Galerie widmet sich außerdem seit der Nachkriegszeit – neben Werkschauen bedeutender Vertreter der Moderne – insbesondere den Künstlern, die der Kunstregion Rosenheim ihr unvergleichliches Gesicht gegeben haben – gestern wie heute.

Die Städtische Galerie heute:

Blick in die Ausstellung „Hinaus mit der Kunst…“, Stadtarchiv Rosenheim

Die Städtische Galerie Rosenheim zeichnet sich durch ihre klare Architektur aus und dient mit einer der schönsten Ausstellungsflächen im süddeutschen Raum der unverfälschten Begegnung mit den Kunstwerken. Verschiedene Angebote wie Lesungen, Konzerte, Vorträge, Verkostungen und Exkursionen runden die Ausstellungen ab. Das museumspädagogische Programm vermittelt vor allem jungen Besuchern spielerisch die Ausstellungsinhalte und fördert die eigene Kreativität. Im Galerieladen gibt es Publikationen zu den Ausstellungen und ein ausgewähltes, jeweils thematisch abgestimmtes Produktsortiment. Und im kleinen Galerie-Café können sich die Besucher mit verschiedenen Kaffee-Variationen und selbstgebackenem Kuchen verwöhnen lassen.

Ausstellung: 100 Jahre Städtische Galerie Rosenheim „Hinaus mit der Kunst…auch auf das platte Land“ * (*Max Bram, Meine Entwicklung zum Kunstsammler, Gmund 1921) 10. Juli – 13. September 2013, Eintritt frei

Ausstellungsort: Stadtarchiv Rosenheim, Reichenbachstraße 1a, 83022 Rosenheim Tel. 08031/3651439, archiv@stadtarchiv.de, www.stadtarchiv.de

Öffnungszeiten: Mittwoch und Donnerstag, 9 – 12 Uhr und 14 – 16 Uhr, Freitag, 9 – 12 Uhr

Informationen und Veranstalter: Städtische Galerie Rosenheim, Max-Bram-Platz 2, 83022 Rosenheim Tel.: 0049 (0) 8031 / 365-1447,staedtische-galerie@rosenheim.de, www.galerie.rosenheim.de

Pressemittelung der Stadt Rosenheim

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