Die Städtische Galerie wird 100

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Die Städtische Galerie Rosenheim wird hundert Jahre alt

Rosenheim - In diesem Jahr feiert die Städtische Galerie in Rosenheim ihren 100. Geburtstag. Und dieses Jubiläum will ordentlich gefeiert werden!

Die Städtische Galerie feiert 2013 ihren 100. Geburtstag. Im Garten der Städtischen Galerie und des Stadtarchivs wird dieses Jubiläum am Samstag, den 15. Juni von 14 bis 17 Uhr mit Modenschau aus Papier (Sonderpädagogisches Förderzentrum Inntal-Schule, 15 Uhr), Malmobil (Verein "Kunst und Soziales" e.V.), Susi Wimmer (u.a. von "Clowns ohne Grenzen"), Musik, Rinser-Natur-Eis und weiterer feiner Verpflegung in der Galerie gefeiert. Bei schlechtem Wetter findet die Veranstaltung in den Räumen der Galerie statt. Zum Jubiläum ist im Stadtarchiv die Sonderausstellung "Hinaus mit der Kunst... auch auf das platte Land" (10. Juli bis 13. September 2013) zu sehen.

Wie alles begann: Max Bram, Münchner Oberlehrer, Kunstsammler und erster Ehrenbürger der Stadt Rosenheim (1905) kann als Gründervater und Initiator der heutigen Städtischen Galerie bezeichnet werden. Mit Max Brams Sammlung von Gemälden und Grafiken und ihrer Stiftung im Jahr 1904 beginnt die Geschichte aber weit vor der Errichtung des heutigen Ausstellungsgebäudes (1935 bis 1937), der Städtischen Galerie Rosenheim. Um 1900 blüht Rosenheim kulturell auf. Es gründen sich verschiedenste Vereine und Verbände, darunter ein Amateur-Photographen-Club und das Rosenheimer Volkstheater. Eine herausragende Stellung für die kulturelle Entwicklung nimmt die Gründung des Historischen Vereins im Jahr 1901 ein. Im April 1904 schließlich wird der Rosenheimer Kunstverein gegründet. Zunächst organisiert der Verein regelmäßig Ausstellungen im Rathaussaal. Auch dem Sammler Max Bram entgeht nicht, dass sich in Rosenheim in künstlerischer Hinsicht etwas zu tun scheint.

Er will seine Kunstschätze (unter anderem Werke von Franz von Stuck, Josef Wopfer, Hermann Groeber, Josef Willroider, Ludwig von Zumbusch) in guten Händen wissen – bevorzugt außerhalb der Großstadt München, wo seine Sammlung im großen Angebot der Münchner Museen vielleicht hätte „untergehen“ können. So kommt im Oktober 1904 der Stiftungsvertrag zwischen Max Bram und der Stadt Rosenheim zustande – jedoch unter der Voraussetzung, dass für die Präsentation der Werke geeignete Räume zur Verfügung gestellt werden. Im Jahr 1913 eröffnet schließlich die erste städtische Gemäldegalerie ihre Pforten: Damals wird die Sammlung von Max Bram erstmals in der dafür eigens umgebauten ehemaligen Michaelskapelle am Rosenheimer Ludwigsplatz präsentiert, dem heutigen Pfarrheim „Am Ölberg“. Über 20 Jahre später, 1935 bis 1937, erfolgt schließlich der Bau des heutigen Galeriegebäudes nach den Plänen des Münchner Architekten German Bestelmeyer. Der Wunsch von Max Bram nach dem Bau eines eigenständigen Galeriegebäudes in Rosenheim erfüllt sich somit ausgerechnet nach der nationalsozialistischen Machtübernahme. Der Bau der Galerie erfolgt auch unter dem Eindruck des gleichzeitig errichteten „Hauses der Kunst“ in München – damals „Haus der Deutschen Kunst“ und erinnert damit an eine Zeit, in der die Künste politisch-ideologisch missbraucht wurden.

1944, sieben Jahre nach ihrer Eröffnung wird die Rosenheimer Galerie bei einem Luftangriff beschädigt. Max Brams Sammlung kann auf die Insel Frauenchiemsee in Sicherheit gebracht werden und kommt erst 1949 in die wieder hergestellte Galerie zurück. Seitdem wird die Sammlung zu besonderen Gelegenheiten und in Teilbeständen gezeigt. Neben der Präsentation von Werkschauen bedeutender Vertreter der Moderne widmet sich die Städtische Galerie seit der Nachkriegszeit insbesondere den Künstlern, die der Kunstregion Rosenheim ihr unvergleichliches Gesicht gegeben haben – gestern wie heute.

Die Städtische Galerie Rosenheim zeichnet sich durch ihre klare Architektur aus und dient mit einer der schönsten Ausstellungsflächen im süddeutschen Raum der unverfälschten Begegnung mit den Kunstwerken. Verschiedene Angebote wie Lesungen, Konzerten, Vorträgen, Verkostungen und Exkursionen runden die Ausstellungen ab. Das museumspädagogische Programm vermittelt vor allem jungen Besuchern spielerisch die Ausstellungsinhalte und fördert die eigene Kreativität. Im Galerieladen gibt es Publikationen zu den Ausstellungen und ein ausgewähltes, jeweils thematisch abgestimmtes Produktsortiment. Und im kleinen Galerie-Café können sich die Besucher mit verschiedenen Kaffee-Variationen und selbstgebackenem Kuchen verwöhnen lassen.

Pressemitteilung Stadt Rosenheim

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