Frech und modern - Weltmusik im Lokschuppen

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Rosenheim - Der Radikalpoet Heinz Ratz hat auf seiner Musikreise, eine Tour gegen Diskriminierung, viele Musiker kennengelernt und Lieder aufgenomen. Nun präsentiert er das Album.

Am Donnerstag den 28. Februar spielen “Strom und Wasser feat. the REFUGEE’S“ ab 20 Uhr im evangelischen Gemeindehaus (Königstraße 23). Dieses Projekt des Liedermachers und Radikalpoeten Heinz Ratz entstand vor zwei Jahren im Rahmen seiner „Tour der tausend Brücken“, in welcher er mit seiner Band rund 7.000 km durch Deutschland radelte und ca. 70 Konzerte spielte. Auf dieser Tour besuchte Heinz Ratz knapp 80 Flüchtlingslager überall in Deutschland. Er hat dort Musiker getroffen: "Oft von Weltklasse-Niveau und in ihrer Heimat sehr bekannt, die hier mit Reise- und Arbeitsverboten behängt, sich oft nicht einmal ihr Instrument leisten können und seit Jahren dahinvegetieren“, so der Liedermacher.

Ratz kommt zurück nach Rosenheim, jenem Ort an dem er vor zwei Jahren seine erste Etappe der Gewalttour mit einer Kundgebung gegen Diskriminierung und Ausgrenzung und für einen menschenwürdigen Umgang mit Flüchtlingen startete. Die Musiker, welche er bei seinen Besuchen in den Flüchtlingslagern kennenlernen durfte, hat Ratz nach Hamburg eingeladen und mit ihnen ihre Musik aufgenommen – und es ist ein Album entstanden, überraschend modern, frisch, frech – das locker mit den Vorzeigeprodukten der Weltmusik mithalten kann.

Mit dieser Musik aus den Lagern touren Strom & Wasser feat. The Refugees seit nahezu zwei Jahren durch Deutschland und werden in den Medien begeistert gefeiert. Aber auch die Drohung, dass einzelne Musiker abgeschoben werden könnten oder eine Weiterreise am Verbot der Ausländerbehörden scheitert, gehört zu dieser Tournee. Obwohl dieses Projekt mit der Integrationsmedaille der Bundesregierung ausgezeichnet wurde, steht es gleichzeitig im Schatten der repressiven Flüchtlingspolitik. Die Musiker stammen aus Gambia, Iran, Afghanistan, Kenia, Russland, der Elfenbeinküste, Deutschland, dem Kosovo, Somalia, Äthiopien, Mazedonien, Griechenland – und vielen anderen Ländern. Musik, die in den Flüchtlingslagern gefangen war, Gefahr lief, vergessen zu werden und nun hoffentlich in die Herzen vieler Menschen gelangt.

Weitere Informationen unter http://www.1000bruecken.de

Pressemeldung Initiativkreis Migration Rosenheim

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