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Udo Lindenberg in Bad Aibling

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Optimismus, der Schalk im Nacken und bunte Lebensfreude: die Werke von Udo Lindenberg.

Bad Aibling - "Keine Panik" - das altbewährte Lindenberg-Diktum ist Konzept, in seiner Musik, wohl in seinem Leben und in seinen Bildern, die bunt, prall-lebensfroh und humorvoll garantiert ein Gegenmittel für jede Panik sind.

36 Werke des Musiker-Maler-Buchautor-Filmschaffenden sind derzeit in der Galerie im alten Feuerwehrgerätehaus in Bad Aibling zu sehen. Dem örtlichen Kunstverein gelang damit ein großer Wurf, zumal Lindenbergs Bekannt- und Beliebtheit mit seinem aktuellen Doppel-Platin-Album "Stark wie zwei" einen neuen Höhepunkt erreicht hat. 1946 in Gronau in Westfalen geboren, startete Lindenberg zuerst seine Musikkarriere mit der ersten eigenen Band 1969, Engagements unter anderem für Klaus Doldinger, ersten eigenen LPs Anfang der 70er, dem Panikorchester, dem berühmten "Sonderzug nach Pankow", fiktiven Kultfiguren wie "Rudi Ratlos" und einer bis heute beachtlichen musikalischen Rezeption, die unter anderem zweimal mit dem "Echo" belohnt wurde. Bücher und Filmprojekte gehören ebenso zu seinem umtriebigen Schaffen wie die Gründung der Udo-Lindenberg-Stiftung und sein politischer Einsatz.

1995 malte der Musiker erste Bilder stellte ab 1996 aus und kann bis dato auf über 30 Werkschauen verweisen, etwa im JosephBeuys-Haus in Kleve, in Cottbus, Mannheim, Hamburg, Fulda und Werl. Ende 2003 stellte er seinen Bilderzyklus "Die 10 Gebote" in der Hamburger St.-Jacobi-Kirche aus. In der Hansestadt, im Hotel Atlantic Kempinski, wohnt und arbeitet Lindenberg auch seit vielen Jahren. Seine Werke finden sich unter anderem im Kanzleramt und im Haus der Geschichte.

In Bad Aibling zeigt er 36 Bilder, Aquarell- und Acrylgemälde und eine Likörelle, letztere nach einem von ihm patentierten Verfahren, bei dem er Liköre zur sanft-gehauchten Farbgebung verwendet. Die in der Galerie gezeigten Panik-Cartoons koloriert er nach kräftig geschwungener Edding-Basis-Bildgebung in kräftigen Tönen. Zu sehen ist da häufig Udo selbst, stilisiert mit hervortretender Nase, omnipräsenter Sonnenbrille und Hut, cool, aber auch aufgeschlossen in Szene gesetzt. Als unverzichtbare Accessoires das Likörchen, die Zigarette, bisweilen in konischer Drehung, als Ansprechpartner die erotisch-inspirierende Frauenwelt sowie musikalische Stationen wie die "Andrea Doria" und seine gewohnte Atlantic-Wohnumgebung haben es Lindenberg angetan.

Ein Augenzwinkern und Humor sind die dauerhaft-positiven Garanten in seinen Werken wie "Cool am Pool" oder "Ich glaub, Sie haben einen Vogel". An Selbstvertrauen mangelt es ihm mit "Ich werde Rock-Star" genauso wenig wie an Ironie, etwa wenn sich Lindenberg in "Evolution" von der Amöbe über mehrere Stadien zum aufrecht gehenden Wesen und schließlich zu Udo entwickelt. Bei aller Fröhlichkeit bleiben dennoch Fragen wie "Deutschland wat nu?" mit Udo in der Quadriga und einem recht schlappen Wappenadler oder nachdenkliche Momente mit "Man ist so klein am Meer". Düster oder trist gerät aber auch das nicht bei Lindenberg. "No Panic" und "Greif nach Deinem Stern" überwiegen durchgängig.

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