Polizei mit Festival-Verlauf zufrieden

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Übersee - Die Polizei zieht am Ende des CRS eine positive Bilanz. Die Ordnungshüter konnten insgesamt ein friedliches Wochenende verzeichnen.

Rund 30.000 Besucher verzeichnete das diesjährige Chiemsee-Reggae-Festival in Übersee und auch im vorgelagerten Chiemsee-Rocks waren etwa 10.000 Fans anwesend. Viele Besucher auf engem Raum bringen naturgemäß viel Arbeit für die Sicherheits- und Rettungsorganisationen mit sich. Insgesamt zieht die Polizei jedoch eine positive Bilanz. Neben einigen kleineren Reibereien ist es zu keinen schwerwiegenden Körperverletzungen gekommen. Und auch bei den Drogenkontrollen kam es zu weniger Aufgriffen als im Vorjahr. Erwartungsgemäß wieder viel zu tun hatten die Jungendbeamten. Mit Drogen erwischte, übermäßig alkoholisierte oder schlicht zu junge Besucher ohne elterliche Begleitung mussten betreut und an die Erziehungsberechtigten übergeben werden. Der Verkehr stellte über den gesamten Zeitraum kein Problem dar - mehr als 17.000 Besucher waren mit der Bahn angereist.

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Das im Vorfeld mit viel Aufwand erstellte Sicherheitskonzept ging voll auf - dieses Resümee ziehen die an der Erstellung beteiligten Organisationen, die Gemeinde Übersee, das Landratsamt Traunstein, das Polizeipräsidium Oberbayern Süd, der Veranstalter sowie Feuerwehr und die Rettungsorganisationen. „Wie in den Jahren zuvor war auch diesmal die Zusammenarbeit mit allen beteiligten Stellen sehr gut und von Professionalität geprägt“ - so der Einsatzleiter Polizeidirektor Dr. Walter Buggisch. Bewährt hatten sich dabei auch die zweimal täglich unter Leitung der Gemeinde Übersee abgehaltenen Einsatzbesprechungen aller beteiligter Organisationen, durch die kleinere Probleme schnell abgestellt werden konnten.

Von polizeilicher Seite waren zu den Spitzenzeiten bis zu 200 Beamte verschiedenster Dienststellen unter Leitung des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd im Einsatz. Darunter waren Bereitschaftspolizisten, Beamte der Verkehrspolizei, Drogenfahnder und Jugendbeamte. Auch Polizeireiter kamen zum Einsatz und sorgten im Umfeld für Sicherheit. Um die vielen Bahnreisenden kümmerten sich in den Zügen und am Überseer Bahnhof zahlreiche Bundespolizisten, den Münchner Hauptbahnhof hatten zudem Beamte der Polizeiinspektion 16 im Auge.

Wechselhaftes Wetter

Mit hochsommerlichen Temperaturen starteten die Festivals am Mittwoch. Kaum Störungen hatte die Polizei beim Chiemsee-Rocks zu verzeichnen. Weder die An- noch Abreise stellten die Sicherheitskräfte vor Verkehrsprobleme. Die variable Beschilderung auf der Autobahn hatte sich ja in den Vorjahren schon bewährt und leitete die mit Pkw anreisenden Besucher direkt zu den Parkplätzen. Schönes Beiwerk für die Fans war das allseits sichtbare Wetterleuchten am Abend, doch keines der Gewitter gefährdete das Festival.

Diese Gefahr wurde erst am Donnerstag real, als am Abend eine Unwetterwarnung für den Raum Traunstein einging. Unverzüglich tagte der Krisenstab mit allen beteiligten Organisationen. Zu befürchten standen starke Windböen und auch Hagel. Entsprechend dem erarbeiteten Konzept wurden die Besucher zu ihren Zelten und Pkw gebeten, weiter anreisende Fans leiteten die Shuttlebusse in eine Reithalle um. 600 Personen warteten dort das Vorüberziehen der Schlechtwetterfront ab. Nach circa drei Stunden war die Lage wieder entspannt und die Fans konnten zum Festivalgelände gebracht werden.

Drogendelikte und Alkohol

Über den gesamten Zeitraum viel zu tun hatten wieder die Jugendbeamten, die, wie in den Jahren zuvor, mit Sozialpädagogen des Jugendamtes Traustein eng zusammenarbeiteten und auch das Festivalgelände bestreiften. Das Arbeitsfeld reichte von schlicht zu jungen Besuchern ohne elterliche Begleitung bis hin zu mit Drogen erwischten oder übermäßig alkoholisierten Jugendlichen. Einige mussten die Heimreise antreten und die eingesetzten Beamten und Sozialpädagogen hatten viel zu tun, um in Telefonaten mit den Erziehungsberechtigten organisatorische und auch psychische Unterstützung zu bieten. Leider waren unter den jungen Leuten auch wieder einige, die ihre Alkoholfestigkeit nicht einschätzen konnten. So wurde eine total betrunkene 15-Jährige festgestellt, die letztendlich bewusstlos dem Rettungsdienst übergeben werden musste. Ein 17-Jähriger fiel bereits auf der Anreise am Donnerstag volltrunken aus einem Zug heraus und verletzte sich dabei. Ein Alkotest ergab den erschreckenden Wert von 2,8 Promille.

Weniger Aufgriffe als im Vorjahr verzeichnet die Polizei im Betäubungsmittelsektor. Knapp 125 Aufgriffe machten Drogenfahnder im und um das Festivalgelände. So mancher Besucher fiel den Fahndern bereits bei der Anfahrt auf und musste sich wegen Betäubungsmitteldelikten polizeilich behandeln lassen. In den weitaus meisten Fällen handelte es sich um Kleinmengen von Cannabis. In einem Fall entdeckten die Beamten Crystal-Speed bei einem 18-Jährigen. Ein 22-jähriger Österreicher wurde erwischt, wie er Marihuana an einen 15-Jährigen, also einen Minderjährigen, abgab. Hier wurde nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Traunstein die Einbehaltung einer Sicherheitsleistung in Höhe von zwei Monatsgehältern fällig.

Auch Langfinger waren unterwegs

24 Diebstahlsanzeigen waren bis zum Sonntagnachmittag bei der Polizei zu verzeichnen. Viele Besucher gingen zu sorglos mit Hab und Gut um und ließen Wertgegenstände in den Zelten zurück. Leichte Arbeit für Diebe, die überwiegend Taschen mit Geldbörsen, Handys und MP-3-Player entwendeten. So mancher Gegenstand ging aber auch einfach verloren und wurde kurze Zeit später bei der Polizei als wieder gefunden gemeldet.

Eine in der Nacht zum Freitag gemeldete Schlägerei stellte sich wenig später als Festhaltung eines Diebes heraus. Ein junger Mann fand kurz nach Mitternacht in seinem Zelt zwei Unbekannte vor, die gerade in den Sachen stöberten. Zunächst versuchten sie sich herauszureden, wobei einem Mann die Flucht gelang. Die weitere Person konnte der Geschädigte dann jedoch festhalten, wobei es zu dem Gerangel kam. Im weiteren Verlauf wurde der Täter von Sicherheitsdienst und Polizei übernommen.

Die Körperverletzungen hielten sich auch diesmal in Grenzen. Zwar wurden kleinere Reibereien gemeldet, zu schweren Verletzungen kam es jedoch nicht. Etwa 2,5 Promille hatte ein junger Mann, der an einem Verkaufsstand zunächst randalierte, wobei eine Scheibe zu Bruch ging. Als er von der Polizei in die Befehlsstelle geführt werden sollte, wollte er flüchten und wehrte sich. Die Beamten mussten den 22-jährigen Österreicher festhalten und fesseln. Bei einer Durchsuchung wurden dann noch synthetische Drogen bei ihm gefunden. Aufgrund seines aggressiven Zustandes wurde der Mann in Schutzgewahrsam genommen und ausgenüchtert.

Unterstützung durch Rettungskräfte und Feuerwehr

Negativ aus Sicht der Rettungsorganisationen und Polizei war der Trend, dass viele Fans bereits stark alkoholisiert anreisten und Unmengen Bier und Spirituosen mit sich führten. Einige konsumierten auf den Zeltplätzen bis zum Umfallen und mussten von dem mit vielen Kräften anwesenden Malteser Hilfsdienst abtransportiert werden. Für einen jungen Mann war sogar der Abtransport mit dem Hubschrauber nötig. Unterstützung fanden die Rettungskräfte dabei von der Feuerwehr Übersee. Die Kräfte der Feuerwehr waren während der Festivalzeit wieder im Schichtdienst rund um die Uhr im Einsatz. Neben den erwähnten Unterstützungseinsätzen für den Rettungsdienst, waren es meist Lagerfeuer, die gelöscht werden mussten. In einem Fall hatte sich starke Rauchentwicklung durch einen Kabelbrand in einem Stromaggregat ergeben. Aber auch hier war die Feuerwehr schnell vor Ort und es kam zu keinen großen Schäden.

Diesjährig erstmals wurde die Unsitte festgestellt, dass manche Besucher über die Achen-Bahnbrücke wanderten. Bundespolizisten gelang es bereits am Donnerstag, drei Personen aufzugreifen und anzuzeigen. Am Sonntagnachmittag ignorierten nochmals Festivalbesucher die immensen Gefahren für sich selbst und den Bahnverkehr und überquerten die Brücke. Bei Eintreffen von Polizeikräften flüchteten sie. In enger Zusammenarbeit zwischen der Bundespolizei und Beamten des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd konnten drei junge Männer aufgegriffen werden. Zwei in ein Waldstück Flüchtende wurden von Polizeireitern verfolgt und festgehalten. Sie erwartet nun ein Bußgeldverfahren.

Mit Stand Sonntagnachmittag bleibt jedoch festzustellen, dass trotz der Massen an Besuchern keine prägnanten Sicherheitsstörungen festzustellen waren. Die Einsatzbewältigung verlief insgesamt unproblematisch, so dass die Polizei die Veranstaltung als überwiegend friedliches Fest mit zum Großteil angenehmen Besuchern bewertet.

Pressemitteilung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

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