Die Geburt des „Bavaria-Dance“

Mühldorf - In der Uschi-Bar drehte Alexander Gluth das Video zu seinem "Skatches-Remix". Der Mühldorfer hat das Lied der Band La Brass Banda neu gemixt und so den "Bavaria-Dance" erschaffen.

Irgendwann kam auch Alexander Gluth nicht mehr an La Brass Banda vorbei. Im Internet stolperte der 39-Jährige eher zufällig über ein paar Banda-Songs, wobei „stolpern“ wohl genau der richtige Ausdruck ist. Denn der Balkan-Brass-Punk – oder wie auch immer man die Musik aus Übersee bezeichnen mag – gehört nicht automatisch zu dem Genre, nach dem Alexander Gluth das Netz durchforstet. Der Mühldorfer ist vielmehr in der Clubszene zu Hause, stand vor über 20 Jahren zum ersten Mal hinter einem DJ-Pult und produziert inzwischen unter den Künstlernamen Gluthstock und LexfLex seinen eigenen, digitalen Sound.

Trotzdem: Das Phänomen La Brass Banda ließ ihn nicht mehr los: „Da steht der 17-jährige Techno-Freak genauso im Publikum wie der 60-jährige Volksmusik-Fan. Das ist schlicht der Wahnsinn.“ Und damit Grund genug, sich ernsthaft Gedanken zu machen. „Ich wollte die Geschichte einfach noch ein Stück weiterdrehen“, sagt Gluth und nahm Kontakt zu Stefan Dettl & Co. auf. Die Idee: Ein Remix von „Sketches“. „Der Song hatte meiner Meinung nach das meiste Potenzial für einen Drum‘n‘Bass-Track.“

Die Reaktion der Band „war einfach nur cool“, erinnert sich Gluth. „Die vertraglichen Dinge gingen schnell und unkompliziert über die Bühne. Und keine Woche später hatte ich die Tonspuren der Nummer auf dem Computer.“ Knapp 200 Arbeitsstunden und fast ein Jahr später ist mit Hilfe von Bassist Rainer Amasreiter nicht nur der LexfLex-Remix zu „Skatches“ entstanden („LaBrassBanda und LexfLex gehn auf‘n Tanz“), sondern auch – zusammen mit Ferdinand Grätz – ein Gluthstock-Track zu „Ragga“.

Der Videodreh in der Uschi-Bar:

Videodreh "Skatches-Remix" Uschi-Bar

Darüber hinaus gibt es bereits ein Video zum „Skatches-Remix“. Neben Live-Aufnahmen der Band in Grassau hat Kameramann Harald Reiterer auch in der Mühldorfer Uschi-Bar gedreht – mit Trachtlern aus Mühldorf und Töging. „Das war ein Riesenspaß. Über 90 Prozent des Materials im Video ist in den letzten acht Minuten nach ein paar Bier entstanden“, grinst Alexander Gluth. Uraufgeführt wird das Video am Samstag, 20. November, im Simbacher Lokschuppen.

Vor dem längst ausverkauften Konzert von LaBrassBanda will der 39-Jährige mit seinen beiden Remixes das Publikum auf Touren bringen. „Das müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn das die Fans kalt lässt.“ Die Jungs von La Brass Banda waren jedenfalls vom Ergebnis begeistert. „Weiter so“ haben sie Alexander Gluth per Mail immer wieder angetrieben. Und der lässt sich das nicht zweimal sagen: Mit „VW Jetta“ hat er schon den nächsten Remix-Kandidaten im Kopf.

„Bavaria-Dance“ nennt Gluth das, was an seinem Computer entsteht. „Ich bin mir sicher, dass es dafür einen Markt gibt. Und warum soll Bavaria-Dance nicht irgendwann einmal so typisch für einen Mix stehen wie heute die Hamburger Schule oder der Vienna Style.“ Deshalb will er die Tracks sobald wie möglich auch veröffentlichen. „Das ist das Ziel.“ Damit auch das junge Club-Publikum endlich über La Brass Banda stolpert.

Ab Sonntag ist das Video „LaBrassBanda und LexfLex gehn auf‘n Tanz“ immerhin schon online zu sehen auf www.youtube.com/polideeentertainment.

ha/Mühldorfer Anzeiger

Rubriklistenbild: © Anette Mrugala

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