Der Mensch immer im Mittelpunkt

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Stephanskirchen - Vielfältige Arbeiten des Künstlers Antonio Zecca gibt es in der in der Galerie „Pia Arce“ in Stephanskirchen zu sehen.

Als „Uomo universale“ stellte der Kunsthistoriker Dr. Thomas Kamm den Künstler Antonio Zecco in seiner Einführungsrede zur Ausstellungseröffnung von Antonio Zecca in der Galerie „Pia Arce“ in Stephanskirchen vor. Man kann ihn, der Straßen- und Objektkünstler, Plastiker und Zeichner, Lehrbeauftragter, Komiker auf Youtube, Verknüpfer von Literatur, Musik, Performer und vieles mehr ist, durchaus als Universalkünstler bezeichnen. Er schneidet Stahl und schweißt, wischt, gießt und schüttet Flüssigkeit aller Art auf die Leinwand. An der großen Wand im ersten Galerieraum sind 35 „Tagesbilder“ in Acryl, jedes 30 mal 40 Zentimeter, zu einem großen Werk gleich einem gemalten Tagebuch zusammengefügt. Zecca erzählt darin von dem, was man ihm erzählte, was er erlebte, oder im Radio hörte. In der Serie an der Wand gegenüber hängen Bilder von Touristen in Venedig, die er nach seinen Fotografien zeichnete und malte.

Vernissage Antonio Zecca in der Galerie „Pia Arce“

„Was mich begeistert, ist die unglaublich überzeugende Stilsicherheit, mit der dieser Antonio Zecca die Ge-schichte der Kunst in seinem Werk zitiert, noch dazu beiläufig, locker, leichtfüßig und authentisch, dass sich der Vergleich mit noch bekannteren Leuten wie Leonardo da Vinci oder Leon Battista Alberti, den Universalmenschen der Renaissance, gleichsam aufdrängt“, sagte sein Laudator Dr. Thomas Kamm über Antonio Zecca. Der Mensch steht immer Mittelpunkt seines Schaffens. Im offenen Raum ruhen auf roten Glaskissen „Köpfe“ die ein Galskünstler aus Murano nach nach den Keramikoriginalen Zeccos aus einem Stück geblasen hat. Für „Gioco del Mezzogiorno“ verwendete der Künstler die Lichthaube aus Plexiglas einer Abrissfirma, bemalte sie hinter Glas mit dem Motiv eines rennenden Jünglings in der Technik der Fotokolorierung und versah sie mit einem Lichtobjekt.

In den zwei großformatigen Bildern in Acryl auf Leinwand „Tunesio“ und „Arabischer Frühling“ gibt der Künstler Szenen des Aufstandes von Einheimischen wieder. Im Selbstbildnis blicken uns die wachen Augen von Zecca an. Bezaubernd in ihrer Zartheit, faszinierend in ihrer Dreidimensionalität, hängen Drahtfiguren im hinteren Galerieraum an Schnüren wie Marionetten. Die Personen in Bewegung alltäglicher Tätigkeit, Sportler, Akte werfen beeindruckende Schatten an die Wand. Spannend wird es im dunklen Zwischenraum, wo der Betrachter mit einer Taschenlampe den Drahtköpfen interaktiv mittels Schattenwurf neue Gesichter verleihen kann. Im Keller weiter unten gibt es großformatige Acrylarbeiten zu beleuchten und so zu entdecken. Eine skulpturale Drahtzeichnung auf kleinem Podest setzt eine spielerische Komponente.

Der heute 50-jährige Künstler wuchs in Specchia in Apulien auf und übersiedelte 1971 als Bub mit seiner Familie nach Stuttgart. Er studierte Textidesign in Reutlingen und besuchte später die Freie Kunstschule Bad Cannstatt und die Kunstakademie Stuttgart.

Margrit Jacobi/OVB

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