Vorschlaghammer, Tschaikowsky und ein Opel Corsa

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Der Perkussion-Künstler Christian von Richthofen demoliert mit der Flex den Opel Corsa.

Rosenheim - Der Musiker und Schauspieler Christian von Richthofen und der Schlagzeuger Benny Greb erscheinen in schwarzem Frack und weißer Fliege auf der Bühne von Auers Kulturzelt. **Video von der Show**

Anfangs widmen sie sich dem Thema Auto mit A-cappella-Kunst: Gesang und Beatboxing, die Kunst Töne, Rhythmen und Lieder mit dem Mund zu imitieren. Das Kultobjekt Auto wird in ihrem musikalischen Kabarettprogramm "Auto-Auto" bei den 25. Rosenheimer Kleinkunsttagen von Beginn an mit Musik und Wortwitz präsentiert. Das Textheft ist eine Auto-Motor-Sport-Zeitschrift. In den Gesang fließen Motorengeräusche ein. Leider ist die Besucherzahl an diesem Tag enttäuschend gering und wird der Leistung der Künstler nicht gerecht.

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Nach dieser Eröffnung enthüllen die beiden Künstler einen weißen Opel Corsa, der als Musikinstrument dienen wird. Sie bespielen ihr Konzertmobil zunächst mit leichten Schlägen auf die Motorhaube. Benny Greb bearbeitet den Kotflügel mit Schleifpapier. Das Auto ist mit Mikrofonen ausgestattet und gibt die Perkussion durch Lautsprecher wieder. Christian von Richthofen lässt Wasser über die Heckscheibe laufen und spielt darauf gekonnt mit seinen Fingern zur Melodie von "Hänschen Klein".

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Dann nehmen sie sich die Vordertür des Opel Corsa vor und erklären, dass Autotüren in jedem Land anders zugemacht werden. Die beiden zeigen ihr schauspielerisches Talent, Richthofen schließt die Tür sanft und flüstert mit französischem Akzent, bevor er sie dann im Stile eines japanischen Kampfsportlers zutritt. Amerikaner würden ihre Autotür wie ein Actionheld schließen und danach "Yes, we can" rufen. Danach marschiert von Richthofen mit einem Werkzeugkasten auf die Bühne und bewegt ihn zum Takt einer Marschmusik. Damit leitet er eine Parodie ein, die sich dem Thema TÜV widmet. Benny Greb spielt einen Prüfer, der seinen Kunden für den schlechten Zustand seines Opel Corsas mit Liegestützen bestraft. Die Pointen sind etwas schwerfällig, der gespielte Kasernenhofton überzeugt nicht. Allerdings folgt darauf ein Höhepunkt der Veranstaltung: Christian von Richthofen parodiert Adolf Hitler. Vor lauter Wut über den TÜV-Prüfer schimpft er sich überzeugend in Rage. Als "Führer des Fahrzeugs" erhält er nach seiner Schimpftirade doch eine TÜV-Plakette, schließlich komme es nur darauf an, wie man mit den Leuten spricht. Das Publikum ist begeistert bei einem Schlagzeugsolo, bei dem Benny Greb artistisch mit seinen Schlagstöcken jongliert. Von Richthofen stürmt mit Handschuhen auf die Bühne und schlägt wie ein Boxer auf die Motorhaube ein. Er setzt sich auf einen Hocker vor dem Auto und bespielt die Motorhaube zu Klaviermusik von Mozart.

Programm

Über die Lautsprecher erklingen absurde Radiomeldungen wie "Kinder werfen Kampfhunde von einer Autobahnbrücke". Witzig sind diese Einspielungen zu Verkehrsstau und Autobahn. Benny Greb reagiert darauf und spielt überzeugend einen verärgerten Autofahrer, indem er auf die Motorhaube springt und mit einem Stock auf den Corsa einschlägt, bis die Windschutzscheibe zerstört ist. Dabei zerbricht auch ein Blinker, die Scherben fliegen vor die Füße des Publikums. Dann sprühen Funken. Christian von Richthofen bearbeitet das Auto mit einer Flex. Vor dem Finale verteilen die Künstler Schutzhelme an das Publikum.

Zur Musik Tschaikowskys schwingen die beiden Darsteller schließlich ihre Vorschlaghämmer und geben im Takt dem liebsten Kind des deutschen Mannes den Rest. Das Publikum fordert Zugabe.

Mario Lochner/Oberbayerisches Volksblatt

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