Wasserburger Theater Belacqua erhält Kulturpreis

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Wasserburg - Der Kulturpreis des Landkreises Rosenheim wurde vom Kreistag in seiner Sitzung am einstimmig dem Wasserburger Theater Belacqua und seinem Intendanten Uwe Bertram zuerkannt.

Der Kreistag beschloss zudem, die Wilhelm-Leibl-Realschule in Bad Aibling für ein Musicalprojekt sowie die Oberstufengruppe des Schultheaters im Gymnasium Raubling mit einem Kultursonderpreis zu ehren.

Bereits seit mehreren Wochen ist bekannt, dass der Neubeurer Pianist Christoph Declara mit dem Kulturförderpreis des Landkreises geehrt wird. Vor mehr als zwanzig Jahren als Amateur-Ensemble gegründet, machte das Theater bald durch ebenso originelle wie überzeugende Klassiker-Produktionen auf sich aufmerksam. Als die ursprüngliche Spielstätte im Grein nicht länger zur Verfügung stand, errichtete die Stadt Wasserburg ein eigenes Theatergebäude, das seit dem Jahr 2000 kontinuierlich bespielt wird.

Unter seinem neuen Intendanten Uwe Bertram, einem Bühnen- und Fernsehschauspieler von internationalem Renommee, wurde die Laientruppe 2003 in ein professionelles Ensemble umgewandelt, das heute im Zwei-Sparten-Betrieb mit Sprech- und Tanztheater rund 150 Aufführungen pro Jahr bestreitet. Seit 2005 richtet das Belacqua alljährlich die „Wasserburger Theatertage“ als wichtigstes Festival der bayerischen Privattheater sowie den angeschlossenen Kongress des Dachverbandes „Freie Darstellende Künste Bayern e.V.“ aus, zu dessen Vorstandsmitgliedern Uwe Bertram heute zählt.

Das Theater zählt heute mit aufsehenerregenden Programmkonzepten wie dem Antikenprojekt der Spielzeit 2008/09 und dem Shakespeare-Zyklus 2009/10 zu den herausragenden Privattheatern Bayerns und zog mit aufwändigen Open-Air-Projekten in der Wasserburger Altstadt und am Edlinger „Stoa“ große Besucherkreise an. Als nicht minder überzeugend wie die Aufführungen klassischer und zeitgenössischer Stücke erwiesen sich die Choreographien des Tanztheaters. Durch Kooperationen mit anderen Bühnen bereichert das Belacqua das Kulturleben der Region weit über das eigene Schaffen hinaus. Ferner vergab der Kreistag einmütig zwei Kultursonderpreise für das Musicalprojekt „Aida – Es ist, was es ist, sagt die Liebe“ der Wilhelm-Leibl-Realschule in Bad Aibling sowie für die Oberstufengruppe des Schultheaters im Gymnasium Raubling für ihre selbst erarbeitete Produktion „Ego“ nach Mary Shelleys Horrorklassiker „Frankenstein“. Beide Aufführungen entstanden unter großem ehrenamtlichem Aufwand von Schülern und Lehrern, beide zeichneten sich durch Originalität und innovative Konzepte aus und reichten in ihrer öffentlichen Wirkung weit über die jeweilige Schule hinaus (so fand die Bad Aiblinger „Aida“ auch bei der Landesgartenschau ein begeistertes Publikum). Der Kreistag sieht in der doppelten Preisvergabe zugleich eine generelle Würdigung der Theaterarbeit an den Schulen im Landkreis und einen Ansporn, diese kreativen Gemeinschaftsleistungen trotz wachsender Belastung auch in Zukunft zu ermöglichen. Über den Kulturförderpreis des Landkreises für junge Künstler und Kulturinitiativen hatte bereits am 28. Juli der Kulturausschuss des Kreistages entschieden. Wiederum einstimmig fiel die Entscheidung zu Gunsten von Christoph Declara aus.

Der aus Rosenheim stammende und heute in Neubeuern lebende Pianist studierte ab 1999 am Salzburger Mozarteum bei Christoph Lieske und Pavel Gililov. Bereits mit 14 Jahren debütierte er mit Beethovens 5. Klavierkonzert und absolvierte seine ersten Soloauftritte. Es folgten Klavier- und Kammermusik-Abende in Österreich, Deutschland, Italien, Spanien und Polen. Als Orchestersolist trat Declara mit dem Musikverein Rosenheim, den Bad Reichenhaller Philharmonikern und dem Symphonieorchester des Mozarteums unter Dennis Russel Davies auf. 2005 gewann er den ersten Preis des Klavierwettbewerbs der Hildegard-Maschmann-Stiftung zur Förderung junger Konzertpianisten. Beim Internationalen Klavierwettbewerb „Maria Canals“ in Barcelona 2006 erhielt er eine Medaille. 2009 gewann er den 2. Preis beim Internationalen Johannes Brahms-Wettbewerb in Pörtschach am Wörthersee. Declara gilt heute als eines der hoffnungsvollsten jungen Talente der bayerischen Klavierszene. Seit Mitte der 1980er Jahre ehrt der Landkreis Bürger, die sich besondere Verdienste um die Kultur in der Region erworben haben. Der Kulturpreis und der Kulturförderpreis wurden bis 2009 alle zwei Jahre verliehen. Seit vergangenem Jahr werden diese jährlich im Rahmen eines Festaktes vergeben.

Landratsamt Rosenheim

Rubriklistenbild: © dpa

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