Lammert: "Kultur hält die Gesellschaft zusammen"

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Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU).

Berlin - Kunst und Kultur sind nach Ansicht von Bundestagspräsident Norbert Lammert nicht eine Nische unserer Gesellschaft, “sondern das Eigentliche, das sie zusammenhält“.

Lammert (CDU) sprach am Freitagabend in Berlin auf der Frühjahrstagung der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, am Pariser Platz - in Sichtweite des Brandenburger Tors.

“Das, was ein Land im Inneren zusammenhält ist bei genauerem Hinsehen nicht Politik, und ganz sicher nicht die Wirtschaft, und schon gar nicht das Geld. Das was die Gesellschaft zusammenhält ist Kultur, ein Mindestbestand an gemeinsamen Erfahrungen und Überzeugungen, an Traditionen, die über Generationen und Jahrhunderte gewachsen sind.“ Auch ein vermeintlich ungefährdetes politisches System könne auf diese kulturelle Grundlage nicht verzichten, sagte der Bundestagspräsident.

So sei auch das Grundgesetz der Bundesrepublik, dessen 60. Geburtstag an diesem Wochenende gefeiert wird, “zu dem unangefochtenen Grunddokument dieses Landes geworden, weil es auch Ausdruck einer jahrhundertealten Kultur ist, die auch über manche entsetzlichen Turbulenzen der deutschen Geschichte im Kern eine solche Reaktivierung möglich gemacht hat“, sagte Lammert.

Lammert erinnerte an den 70. Todestag des Dramatikers Ernst Toller, der sich am 22. Mai 1939 im amerikanischen Exil das Leben nahm. “Ich glaube, das passt sehr gut als Kontrastmittel zu den 60- Jahrfeiern der Bundesrepublik. Ernst Toller gehört zu den Schriftstellern, die unmittelbar nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 in die USA emigriert sind, weil er zu den Autoren der Weimarer Republik gehörte, die über ihr künstlerisches Schaffen hinaus einen dezidiert politischen Anspruch erhoben haben.“

dpa

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