Im Einkaufswirrwarr

Beim Fischkauf helfen Siegel und Ratgeber

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Fisch-Liebhaber sollten beim Kauf auf Bio- und Gütesiegel achten. Foto: Lukas Schulze

Der Appetit auf Fisch ist in Industrieländern ungezügelt. Eine Studie der Umweltorganisation WWF zeigt sogar, dass das zu Hungerkrisen in ärmeren Weltregionen auslösen kann. Verbraucher können dem mit einem bewussten Fischkauf entgegenwirken.

München (dpa/tmn) - Beim Fischkauf plagt viele Verbraucher das schlechte Gewissen: Ist das Tier überfischt? War die Fangmethode umweltverträglich? Enthält der Zuchtfisch viele Schadstoffe? "Siegel sind in solchen Fällen eine gute Orientierung", sagt Daniela Krehl von der Verbraucherzentrale Bayern.

Biosiegel: Es gibt Biosiegel wie Naturland oder Bioland. "Die Verbände sind hier natürlich sehr bemüht, weil es für sie einen großen Imageverlust bedeuten würde, wenn die Produkte nicht den Anforderungen entsprechen", sagt Krehl.

Gütesiegel: Außerdem gibt es Gütesiegel wie das MSC- und das ASC-Siegel. MSC steht für Marine Stewardship Council und kennzeichnet Wildfisch aus bestands- und umweltschonender Fischerei. Bei Zuchtfisch ist das ASC-Siegel ein guter Anhaltspunkt. ASC ist die Abkürzung für Aquaculture Stewardship Council.

Einkaufsratgeber: "Für Verbraucher sind diese ganzen Siegel aber manchmal einfach schwer zu durchschauen", kritisiert Krehl. Verbraucher sollten sich aber auch selbst informieren: Einen Überblick geben zum Beispiel Einkaufsratgeber zum Fischkauf. Die Umweltorganisationen WWF und Greenpeace veröffentlichen regelmäßig Ratgeber zum Thema. Sie funktionieren nach einem Ampelsystem und geben an, welche Fische oder Meeresfrüchte nach Einschätzung der Organisation noch mit gutem Gewissen gegessen werden können.

Informationsportal: Der Fischwirtschaftsverband Fischinformationszentrum in Hamburg empfiehlt hingegen das Informationsportal "Fischbestände Online", das einen Überblick über den Zustand von Fischbeständen bietet und über Fanggeräte und -gebiete Auskunft gibt.

Greenpeace: Einkaufsratgeber Fisch

WWF: Einkaufsratgeber Fisch

Der Appetit auf Fisch von Menschen in Industrieländern könnte nach einer Studie Hungerkrisen in ärmeren Weltregionen auslösen. Die Umweltorganisation WWF, die die Untersuchung in Auftrag gegeben hat, ruft deshalb zu besserem Fischerei-Management und gerechterer Verteilung auf. Andernfalls könnten sich Millionen Menschen, etwa im Senegal oder in Indonesien, 2050 den Fisch als Grundnahrungsmittel nicht mehr leisten, warnen die Autoren des Berichts "Überfischt und unterversorgt".

Dadurch steige die Wahrscheinlichkeit von Armut und Hunger in den betroffenen Ländern. Als gefährdet sieht die Studie vor allem Länder, in denen die die Abhängigkeit von Fisch als Einkommens- und Nahrungsquelle besonders groß ist.

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