"Haremshochzeit": Zu Gast beim Sultan

Bad Aibling - Faschingsmüdigkeit? Die kam erst gar nicht auf bei der "Haremshochzeit" im Gasthof "Kriechbaumer". Man munkelt, es wurde bis zum Morgengrauen gefeiert:

Faschingsmüdigkeit, nachlassendes Interesse am närrischen Treiben? Meldungen dieser Art waren zuletzt wiederholt in der Presse zu lesen - und wurden bei der „Haremshochzeit“ des Trachtenvereins „Edelweiß“ im vollen Gasthof „Kriechbaumer“ in Mietraching glanzvoll und überzeugend widerlegt.

Wie schon bei den bisherigen zwei Edelweisser-Faschingshochzeiten hieß es auch heuer wieder „Ball verkehrt“: Sultan „von Waschisch mit Haschisch“ wurde von Sybille Hainisch verkörpert und hinter den Masken ihrer vier „Sultaninen“ verbargen sich Martin Hehlert („Laila“), Sven Nitsch („Scheherezade“), Blasi Niedermeier („Aische“) und Peter Stacheder („Suleika“).

„Muezzin“ Roland Merk bat als orientalischer Hochzeitslader die zahlreichen Gäste zunächst in das Weinzimmer des Palastes, wo sie dem Sultan und seinem vierköpfigen Harem geziemend huldigen konnten. Einige von ihnen brachten gar wertvolle Gastgeschenke mit, darunter auch ein Fass mit einem geschätzten halben Barrel Öl.

Zu Gast beim Sultan in Mietraching

Sämtliche Gäste hatten sich themengerecht in fantasievolle und farbenfrohe Gewänder gehüllt, dazu waren im Zeichen der Globalisierung auch Besucher aus Indien sowie eine mexikanische Mariachi-Formation zu sehen. Nach den Huldigungen versetzte die ebenfalls orientalisch gewandete Festkapelle in Gestalt der sechs „Zimseer“ die morgenländische Gesellschaft mit abendländischer Stimmungsmusik gleich in den Aufwärmmodus und führten dann den Einzug in den bunt geschmückten und in sanften Weihrauchgeruch getauchten großen „Serail“ an. Dort lockten die unermüdlichen Musiker die Ballbesucher sogleich aufs Tanzparkett, das stets stark frequentiert war.

Mit ihrem abwechslungsreichen Repertoire, das sich vom Oberkrainer-Stil über Latino-Rhythmen, Schlagern und Partymusik bis zu Max Raabe erstreckte, begeisterten sie das bestens gelaunte Publikum. Zur ausgelassenen Stimmung trugen auch die vielen ideenreichen Einlagen bei, die kräftig beklatscht wurden. So umtanzten die vier Haremsdamen mit knisternder Erotik den Sultan, der sie dafür reichlich mit Geschmeide belohnte. Die „Zimseer“ spielten und sangen den vom „Aische“-Fanclub umgebauten Text des Voxxclub-Hits „Rock mi“. Dazu tanzten die Fanclub-Mitglieder zunächst im Tuareg-Kostüm und zeigten sich dann in als Lederhosen-Rapper.

Eine vielköpfige Bauchtanzgruppe verwöhnte fremde Palastgäste, doch der Muezzin bereitete dem zunehmend ausufernden Treiben ein jähes Ende. Ein weiteres muselmanisches Ensemble erfreute den Herrscher und die Gäste mit dem getanzten und von Georg Baumann gesungenen, legendären Vico Torriani-Hit „Café Oriental“. Den Reigen der Darbietungen beendete die Palast-Tanzgruppe (zusammen mit Gästen) mit ihrem Lichtertanz.

Der gelungene „Haremsball“ war damit beileibe noch nicht zu Ende - unbestätigten Meldungen im Nachrichtensender „Al Miadakin“ zufolge sollen sich die letzten Gäste kurz vor dem Morgengrauen noch im Palast zum ersten muslimischen Tagesgebet gen Mekka verneigt haben.

bjn

Rubriklistenbild: © bjn

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