Den Stadtschlüssel wieder abgegeben

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Der Bürgermeister hat den großen Rathausschlüssel wieder, die Stadtgardisten dürfen sich nach knapp 40 Auftritten in knapp 40 Tagen erst einmal erholen. Wobei die Laune bis zum Saisonende blendend war.

Wasserburg - Leicht wehmütig gaben Präsidentin und Präsident der Stadtgarde den goldenen Rathausschlüssel zurück. Der Bürgermeister hat wieder das Kommando, der Fasching ist vorbei.

Kurz war er, der Fasching 2013, die Zahl der Auftritte hat das aber weder bei den Tanzstrolchen, noch bei der Stadtgarde deutlich geschmälert: Während der Nachwuchs gute 30 Mal ausrückte, waren die Gardisten knapp 40 Mal unterwegs. Verletzungs- oder krankheitsbedingte Ausfälle gab es nicht zu beklagen, auch den letzten offiziellen Auftritt im großen Rathaussaal gestern Mittag brachten die Tänzerinnen und Tänzer unfallfrei über die Bühne.

Junior-Hofmarschall Kevin Dupslaf von den Tanzstrolchen hieß im sehr gut gefüllten Rathaussaal die Besucher "Willkommen in der Zauberschule". Nette kleine Mäuschen kamen tanzend hinter ihren Käsewürfeln hervor, die größeren Fledermäuse hatten schon die ersten Hebefiguren auf Lager, ein winziger Drache wuselte zwischen den Hexen und Zauberern hindurch und vier zauberhafte Eulen rundeten das Bild ab. Mit dem bunten Programm hatten die Trainerinnen Irmi Frank und Michaela Riedl elegant die größte Klippe umschifft: die große Altersspanne von den kleinsten zu den ältesten Tänzern. Denn die Eulen, die können so langsam Richtung Stadtgarde davonfliegen, während der Drache und das eine oder andere Mäuschen noch sehr putzig sind.

Ein Raunen ging durch den Rathaussaal, als zum musikalischen Schrei aus dem König der Löwen mitten im Saal fünf junge Frauen in die Luft gehen und von den Untermännern zur Bühne gebracht werden - um dort auf Safari zu gehen. Von Miriam Makebas Klassiker "Bata bata" über "The lion sleeps tonight" bis hin zum König der Löwen ist musikalisch alles dabei, was den normalen Mitteleuropäer zum Thema Afrika und Musik einfällt. Löwen, Zebras, Tiger, Papageien wirbelten im Wechsel über die Bühne, schnelle Kostümwechsel waren beim diesjährigen Programm ein Muss. Nur die Forscher sind davon ausgenommen. Die Trainerinnen Dany Dona und Juliane Mangstl hatten den Frauen und Männern der Garde ein tänzerisch anspruchsvolles Programm verpasst, die Männer des Backgrounds mussten sich kräftig strecken, um mitzuhalten.

Tänzerisch hielt sich Hofmarschall Ferdinand Schwenk zurück, ansonsten konnte ihn noch nicht einmal seine schwer angeschlagene Reibeisenstimme ganz bremsen. Kesse Sprüche hatte er schon als Tanzstrolche-Hofmarschall auf Lager, Vorgängerin Daniela Schuhbauer nutzte die Gelegenheit, zog sich mehr und mehr zurück, "bevor ich geschaut hab, hatte ich den Job", stellte Schwenk amüsiert fest.

"Der Bürgermeister hat g'sagt, er will ihn wieder, den Schlüssel", verkündete der Hofmarschall seinem Präsidium. Der hatte es aber gar nicht so eilig, "der Fasching war eh so kurz", meinte Michael Kölbl, als er "die quirligsten und buntesten Repräsentanten der Stadt" für heuer von ihren Aufgaben entband.

Diese quirligen Repräsentanten lassen es am Aschermittwoch traditionell ruhig angehen: gemeinschaftliches Regenerieren in der Therme steht auf dem Programm.

Stadtgarde Wasserburg im Rathaus

syl/Wasserburger Zeitung

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