Ultralange Saison für Faschingsfreunde

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Das ganze Kostüm mit einer Mütze - ganz pragmatisch greift da jemand zur Plüschkrone über dem Froschgesicht. Grüne Klamotten anziehen und fertig ist der Froschkönig.

Wasserburg - Klassisches Faschingskranzl, Freiluftfasching, Faschingsball - in den nächsten Tagen und Wochen ist für jeden Faschingsfreund etwas dabei. Mehr Veranstaltungen sind es trotz des überlangen Faschings nicht.

Am 9. März ist alles vorbei, haben Faschingsmuffel die "fünfte Jahreszeit" endlich überstanden. Alle Narren hingegen können sich auf die längstmögliche Saison freuen. Und tun das offensichtlich: "Bei uns geht die Nachfrage sofort nach Silvester los. Die Leute warten schon drauf und reißen uns fast die Kisten auf", erzählt Moana Bolfeta vom Innkaufhaus. Von Faschingsmüdigkeit sei nichts zu merken, die Kunden kauften zumindest verrückte Perücken, Brillen, Kopfbedeckungen und andere Accessoires, wenn es nicht gleich ganze Kostüme sein sollen. Und zwar in solchen Mengen, dass die Faschingsabteilung im Inn-Kaufhaus heuer größer geworden ist.

Wo die Kostümierten alle feiern? Die Zahl der Veranstaltungen ist trotz des langen Faschings nicht gestiegen. "Vielleicht bei Geburtstagen in den nächsten Wochen", unternimmt Moana Bolfeta einen Erklärungsversuch. Denn außer der "Gaudiavola" und dem unsinnigen Donnerstag gibt es in der Stadt keine großen Veranstaltungen, zu denen man im Narrenkostüm geht.

Immer kostümiert sind die Stadtgardisten und die Tanzstrolche bei ihren Auftritten. Die allerdings laut Präsident Josef Heiß heuer - zumindest bisher - auch nicht mehr sind als in den Vorjahren. Die lange Saison führe aber dazu, dass die Auftritte weiter auseinandergezogen sind, nicht wie im vergangenen Jahr bis zu acht an einem Tag, sondern nur drei oder vier. Und es bündelt sich dieser Tage und in den letzten beiden Faschingswochen, dazwischen geht es etwas ruhiger zu. "Was wir ganz angenehm finden, schließlich haben wir Gaudiavola und Kinder-Kugl, bevor es wieder rund geht", so Heiß.

25-mal zeigen die Tanzstrolche ihr Programm "Im Himmel ist die Hölle los". Gute 40-mal ist die Garde mit "Gefangen im ewigen Eis" zu sehen. Da wurde das Programm so gestrickt, dass rund um einen harten Kern von sieben Tänzerinnen und Tänzern sieben oder mehr weitere Tänzer flexibel einzusetzen sind. "Bei dem langen Fasching sehr sinnvoll", findet die mittanzende Präsidentin Michaela Schneider.

Auf ein Gardefestival hat die Stadtgarde heuer verzichtet, im letzten Jahr sei mit Faschingszug und Gardegeburtstag soviel Zusätzliches losgewesen, dass heuer eine Verschnaufpause eingelegt wird. "2013 gibt's wieder ein Gardefestival", so Heiß.

Der Klassiker, bei dem alle Faschingsorganisationen zusammenarbeiten, ist der "UDo", der unsinnige Donnerstag. "Und da ist von nachlassender Begeisterung nichts zu merken", so Robert Stegmaier von der Lederer-Gmoa. Am 3.3. 11 haben Lederer-Gmoa, Faxn-Club und Stadtgarde, voraussichtlich verstärkt durch die Stadtkapelle, Livemusik und Getränkestände auf den Altstadtstraßen organisiert.

syl/Wasserburger Zeitung

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