"Es war wunderschön"

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Eroberte die Herrschaft über das Rathaus zurück: Bürgermeister Michael Kölbl, ein letztes Mal flankiert von Tänzerinnen der Garde.

Wasserburg - Die Regentschaft der Narren im Wasserburger Rathaus hat gestern ein fröhliches Finale erlebt: Im Rathaussaal spielten Stadt- und Kindergarde ein letztes Mal tänzerisch mit Motiven aus 45 Jahren Wasserburger Fasching.

Da der "Antrag" der Präsidentschaft auf Verlängerung der närrischen Herrschaft beim Bürgermeister nicht eingegangen war, musste der Schlüssel zum Bedauern des Publikums doch wieder zurückgegeben werden.

"Gut regiert", lautete das Fazit von Bürgermeister Michael Kölbl, der der Garde und ihrem Nachwuchs, den "Tanzstrolchen", ein großes Kompliment für die Leistungen während der fünften Jahreszeit aussprach. Ein besonderes Lob gab es für die Kindergarde: "Im Umziehen seid Ihr schon schneller als die Erwachsenen", stellte der Bürgermeister angesichts der vielen, in Windeseile gewechselten Kostüme fest. Auch die Tänzerinnen und Tänzer der Stadtgarde präsentierten sich so frisch und schwungvoll, dass ihnen niemand die Marathon-Auftrittswochen anmerken konnte.

Nur die ungewöhnlich kratzig-heisere Stimme von Prinz Axel I. aus dem Reich der japanischen Kutschen bewies: Hinter ihm und Prinzessin Irmi I. vom Zwergenzirkus sowie der Garde liegen anstrengende Tage, an denen es viel zu tanzen und zu singen, aber kaum Zeit zum Ausruhen gab. "Es war eine wunderschöne Zeit. Der Abschied fällt uns wirklich schwer", betonte Irmi I. seufzend.

Gut 50 Auftritte hat die Stadtgarde seit der Premiere beim "Badriazzo" bewältigt. Immer dabei: das Prinzenpaar, das in Wasserburg alle fünf Jahre die Schlüsselgewalt über das Rathaus übernimmt. Die Entscheidung, die "ehrenvolle Aufgabe", so Irmi Frank, zu übernehmen, war ihr und Axel Weinberger angesichts der hohen Erwartungen nicht leicht gefallen. "Doch ich habe es keine Minute bereut", betonte der Prinz.

"Jeder Auftritt hatte seine Besonderheit", schwärmte auch Präsidentin Michaela Schneider. Die großen Festivals gefielen der Garde, weil hier alles stimmte: von der Bühne bis zur Beleuchtung. "Da kam unser Programm richtig gut zur Geltung." Die Bälle - allen voran natürlich die eigenen mit dem Badriazzo und der Gaudiavola - stellten die gesellschaftliche Höhepunkte der Saison dar. Doch am meisten haben Irmi Frank und Axel Weinberger die vielen "Sozialauftritte" beeindruckt. Die Vorführungen in Seniorenheimen, bei Wohlfahrtsverbänden, in Pfarrgemeinden und Behinderteneinrichtungen "bleiben angesichts der Dankbarkeit unserer Gastgeber über unsere Auftritte unvergesslich", ist das Prinzenpaar überzeugt. Ein Höhepunkt war nach seinen Erfahrungen auch der Wasserburger Faschingszug "mit vielen tollen Motivwagen und super Stimmung".

Wasserburg ist zwar keine Faschingshochburg. Doch in der Stadt und ihrem Umland wird seit vielen Jahren auf gleichbleibendem Niveau gefeiert, betont Präsidentin Michaela Schneider. Die Wirtschaftskrise habe sich nicht auf die Besucherzahlen ausgewirkt. Die Garde registrierte bei den Veranstaltungen - vom Ball bis zum Gaudiwurm - eine ähnliche Resonanz wie in den Vorjahren.

Obwohl die närrische Zeit am heutigen Aschermittwoch vorbei ist, kommen die Wasserburger in diesem Jahr noch einmal - sozusagen außerplanmäßig - in den Genuss des Gardeprogramms. Am 8. und 9. Mai feiert die Stadtgarde mit einem Wein- und einem Gründungsfest das 45-jährige Bestehen. Und dabei wird natürlich wieder aufgetanzt.

Sicherlich eine gute Nachricht für alle, die der närrischen Saison 2009/2010 hinterher trauern. Für all jene, bei denen sich zu den Abschiedstränen heute noch ein kräftiger Kater gesellt, hat Prinz Axel I aus dem Reich der japanischen Kutschen einen guten Rat parat: "Viel Bewegung an der frischen Luft und einen Rollmops. Da schaltet der Kreislauf wieder auf Autopilot."

duc/Wasserburger Zeitung

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