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Ein Vertrag unter Freunden

Wenn aus Freunden Schuldner werden - Sollte man Geld verleihen?

Geldübergabe
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Wer privat Geld verleiht, sollte sich nicht auf einen Handschlag verlassen

Gegenseitige Unterstützung ist Kernelement einer gelungenen Freundschaft. Aber gilt dies auch bei monetären Problemen oder hört die Freundschaft wirklich beim Geld auf? Worauf müsst Ihr achten, wenn Ihr einem Freund finanziell aushelft und wie verhindert Ihr, dass dies einen Keil zwischen euch treibt?

Wenn ein guter Freund oder ein enges Familienmitglied in finanzielle Bedrängnis geraten ist, sei es, dass er Probleme hat, die Miete zu stemmen oder ein teurer Umzug ansteht, ist es für viele Menschen eine Selbstverständlichkeit auszuhelfen. Einer aktuellen Umfrage im Auftrag der Postbank zufolge, haben mit 37 Prozent mehr als ein Drittel der Deutschen bereits privat Beträge von 1000 Euro und mehr verliehen. 13 Prozent haben dabei einem Freund Geld geborgt.

Beinahe jeder Zweite gab an, dieser vermeintliche Freundschaftsdienst endete im Streit, für 20 Prozent war die Wiederbeschaffung mit Mühe verbunden, zwölf Prozent haben nur einen Teil wieder erhalten und zehn Prozent gaben an, ihr Geld nie wiedergesehen zu haben. Um dieses Ärgernis zu vermeiden und die Freundschaft nicht zu gefährden, solltet Ihr Euch im Vorfeld einer Leihgabe über einige Rahmenbedingungen Gedanken machen.

So sollten sich beide Parteien offen darüber austauschen, wofür das Geld benötigt wird, ob das Darlehen mit einem Zins verbunden sein soll oder wie schwer es Euch treffen würde, solltet Ihr wider Erwarten das Geld nicht zurückerhalten. Auf jeden Fall raten Experten dazu, einen Vertrag aufzusetzen. Das fällt vermutlich nicht immer leicht: Gerade unter Freunden denkt man vielleicht, ein Handschlag sollte genügen. Aber wenn es schriftlich festgelegt ist, kommt es zu weniger Missverständnissen. Auch im Fall, dass einem von Euch etwas zustößt, bleibt ein Vertrag nachvollziehbar.

Im Vertrag soll das Wort „Darlehen“ oder „Leihgabe“ stehen, damit im Nachhinein niemand behaupten kann, dass es sich um eine Schenkung gehandelt habe. Auch die vereinbarte Geldsumme, die Namen der Vertragspartner sowie der Termin für die Rückzahlung gehört unbedingt in den Vertrag. Eine Vorlage findet Ihr im Internet, zum Beispiel bei financescout24. Druckt Euch den Vertrag zweimal aus und gebt ein Exemplar an den Darlehensnehmer. Einen Notar braucht Ihr nicht.

Welche Punkte gehören in einen Darlehensvertrag:

  • Darlehenssumme: Die Summe solltet Ihr genau festhalten, um Nachforderungen zu vermeiden
  • Darlehensdauer: Ohne Darlehensdauer endet der Vertrag nur durch Kündigung. Die Laufzeit legt ihr, abhängig von der Summe gemeinsam fest, eine kürzere Dauer ist sicherer
  • Zinsen: Ob Ihr Zinsen verlangt, bleibt Euch überlassen. Neben der Höhe, sollte auch vertraglich festgelegt sein, wann die Zinsen zu zahlen sind. Bei der Höhe solltet Ihr Euch am Marktzins orientieren.
  • Rückzahlungsvereinbarung: Ratenzahlung oder eine Komplettzahlung zum Ende des Darlehens? Eine regelmäßige Ratenzahlung zu vereinbaren, kann das Risiko, dass das Darlehen nicht zurückgezahlt wird, senken.
  • Verzugszinsen: Kommt der Schuldner in Zahlungsverzug, sind Verzugszinsen üblich. Nach dem Gesetz liegt der regelmäßige, jährliche Zinssatz 5 Prozentpunkte über dem Basiszinssatz
  • Kündigung: Gerät der Darlehensnehmer in Verzug oder liefert eventuell vereinbarte Sicherheiten nicht, kann der Darlehensgeber vorzeitig kündigen.

Die Leihsumme solltet Ihr auf alle Fälle überweisen und mit dem Verwendungszweck „Darlehen“ oder ähnliches versehen. So kann es zu keinen Missverständnissen kommen, sollte irgendwann mal strittig sein, ob bereits Geld geflossen ist. Möchtet Ihr das Geld lieber in Bar aushändigen, lasst euch den Erhalt mit einer Unterschrift zumindest bestätigen.

Wenn es sich um eine bedeutende Summe handelt, könnte eine Sicherheit sinnvoll sein. Haltet dies auf jeden Fall ebenfalls vertraglich fest. Möchte der Darlehensnehmer beispielsweise sein Auto als Sicherheit anbieten, ergibt es Sinn, Ihr lasst euch den Fahrzeugschein aushändigen. So wird vermieden, dass der Beliehene noch während der Vertragslaufzeit sein Auto verkauft, weil bei ihm das Geld weiter knapp ist.

Was, wenn keine Rückzahlung stattfindet?

Wenn zum verabredeten Zeitpunkt keine Rückzahlung stattfindet, solltet Ihr Euren Freund erst einmal freundlich erinnern. Bleibt dies unerhört, habt ihr die Möglichkeit einen Anwalt einzuschalten. Bloß: Hat der Darlehensnehmer kein pfändbares Vermögen, wird auch ein Gerichtsverfahren daran nichts ändern und Ihr bleibt nicht nur auf Euren Forderungen, sondern auch auf den anfallenden Prozesskosten sitzen.

Am besten, Ihr überlegt Euch gut, ob der Freund die Leihsumme für Freizeit oder einen Urlaub benötigt, oder es sich um eine Notsituation handelt, aus der Ihr ihm heraus helfen möchtet. Egal wie tief Eure Freundschaft ist, bei der Summe, die Ihr verleiht, müsst Ihr auf jeden Fall darauf achten, Euch selbst nicht in finanzielle Schwierigkeiten zu bringen.

Verleiht nur so viel, wie Ihr verkraften könnt, vielleicht sogar nur so viel, wie Ihr im Notfall auch bereit wäret zu verschenken. Unter Umständen ist es für Eure Freundschaft wirklich besser, kein Geld zu verleihen.

fl

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