Echte Talente im Büro

Achtung Chefs, auf diese Bewerber-Skills sollten Sie besonders achten

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Wer richtig gute Leute haben will, sollte nicht nur auf Standardfähigkeiten achten. Gerade wenn er ein kleines Unternehmen leitet.

Das, was viele Firmeninhaber von Bewerbern für Bürojobs fordern, sind häufig nur Basisfähigkeiten. Wer jedoch echte Talente und Mehrwert für sein Unternehmen will, sollte auch auf andere Skills achten.

Eine typische Formulierung, wie man sie in unserer Job-Kategorie sehr häufig findet:

„…suchen wir einen teamfähigen, belastbaren Bewerber (m/w) mit Kenntnissen in den typischen Büroprogrammen sowie abgeschlossener Berufsausbildung als…“

Und so sehr manche Anzeigen noch etwas tiefer ins Detail gehen, so sehr ist es doch gerade bei Anzeigen aus kleineren und mittleren Unternehmen das Problem, dass die Forderungen häufig sehr allgemein gehalten sind.

Klar, große Firmen haben eine eigene Personalabteilung, die nichts weiter tut, als sich um solche Feinheiten zu kümmern und exakte Anforderungsprofile zu erstellen. Aber was machen die Firmenchefs kleinerer Unternehmen? Die nehmen sich die Punkte aus unserem folgenden Artikel zu Herzen, denn diese Skills unterscheiden einen „Normalbewerber“ von dem Profi, den man wirklich will.

1. Internetrecherche 

Dieser Punkt steht mit Absicht an erster Stelle. Denn bei sehr vielen Menschen ist das, was sie vermuten, zu können und das, was sie tatsächlich vermögen, recht weit voneinander entfernt.

Es gibt im Internetslang einen Begriff namens „Google-Fu“. In Anlehnung an Kung-Fu wird dabei humorig auf die (nicht)vorhandenen Fähigkeiten einer Person, die weltgrößte Suchmaschine zu bedienen, hingewiesen.

Das ist tatsächlich ein Problem, denn obwohl es ja – prinzipiell zumindest – ganz einfach ist, etwas zu googeln, so ist es doch eine Tatsache, dass die Suchmaschine eben oft erst mal Gewerbliches auswirft und somit nicht unbedingt gleich zum Kern kommt.

Richtiges Googeln will deshalb gelernt sein. Dazu gehört es beispielsweise, Fragen korrekt zu formulieren. Aber auch, sinnvolle von sinnlosen Ergebnissen schnell trennen zu können, ohne direkt auf die Seite zu klicken. Durchaus tricky, aber im beruflichen Alltag eine immense Hilfe – denn schließlich gilt auch hier „man muss nicht alles wissen, sondern nur, wo man es nachlesen kann“. 

2. ERP-Kenntnisse

Enterprise Resource Planning. Hinter diesen drei Wörtern bzw. Buchstaben verbirgt sich etwas, das Unternehmen sämtlicher Größenordnungen effizienter machen kann. Eine wirklich gute ERP ist ein Tool, mit dem man sämtliche betriebswirtschaftlichen Prozesse steuern und kontrollieren kann.

Faktisch ein Google für Unternehmen. Aber gerade in kleinen Firmen hat sich oft noch nicht durchgesetzt, dass diese Software auch hier enorm nützlich sein kann. Wer eine Bewerberrunde durchführt, sollte deshalb explizit nach ERP-Fähigkeiten fragen und gezielt danach in den Unterlagen suchen.

Selbst wer noch kein solches System etabliert hat, wird es mittelfristig tun müssen, so wie einst der Umgang mit dem Computer rasch zum Standard wurde. Denn wenn man sich entscheidet, nachzuziehen, ist es ein unheimlicher Vorteil, gleich jemanden zu haben, der sich damit auskennt und die Kollegen (und auch den Chef) schulen kann. 

3. Interkulturelles Einfühlungsvermögen

Auch bei uns in der Region ist die Diversifikation längst Realität. Was die kulturellen Hintergründe anbelangt, sind sowohl Unternehmen wie der Kundenstamm heute bunt gemischt.

Allerdings wird diese Tatsache in vielen Unternehmen vernachlässigt. Interkulturelle Kompetenz? Wozu denn, wenn man ausschließlich im Großraum Rosenheim präsent ist? Doch genau das ist eben die falsche Denkweise.

Denn längst ist diese Fähigkeit nicht mehr nur für multinational operierende Konzerne notwendig, sondern auch für regionale Unternehmen. Und sie beschränkt sich auch nicht nur auf Business-Skills oder das Auswendigkönnen einiger nationaler Besonderheiten, sondern ist ungleich vielschichtiger.

Interkulturelles Einfühlungsvermögen bedeutet, stark vereinfacht ausgedrückt:

  1. Sich grundsätzlich kulturbewusst zu verhalten.
  2. Sich im Kontakt mit anderen nicht automatisch „oberbayrisch“ zu verhalten
  3. Sich in andere Menschen aus anderen Kulturen zumindest grundsätzlich einzufühlen
  4. Sich vorurteilsfrei zu verhalten

Ganz einfaches Beispiel: Ein neuer Mitarbeiter spricht im Büro und mit Kunden ausschließlich Mundart. Das zeugt bereits von schlechtem interkulturellem Einfühlungsvermögen, denn gerade das Südbairische, das bei uns gesprochen wird, ist selbst von anderen deutschen Muttersprachlern nur schwer zu verstehen.

Dieses interkulturelle Einfühlungsvermögen hat dabei nichts mit Verleugnung der eigenen Herkunft zu tun. Es ist viel mehr die Fähigkeit, jeden Menschen ungeachtet seiner Herkunft gleich höflich zu behandeln.

4. Einzelkämpferfähigkeiten 

Teamfähigkeit ist heute in jeder Branche eine geforderte Fähigkeit. Sicherlich nicht falsch, aber eigentlich eine Grundvoraussetzung, die man nicht mehr extra erwähnen braucht. In der heutigen Arbeitswelt ist auch so klar, dass es immer erforderlich sein wird, mit anderen zusammenzuarbeiten.

Doch gerade dieses Übergewicht auf Teamfähigkeiten hat heute dazu geführt, dass so manche Bewerber gar nicht mehr ohne andere auskommen. Frei nach dem Motto „Team – toll, ein anderer macht’s.

Darunter leidet vor allem die Eigeninitiative. Dabei ist sie es, die oft den Unterschied macht. So viel Teams auch leisten können, oft stehen sie sich wegen ihrer ureigensten Eigenschaft selbst im Weg, sind träge und unbeweglich.

Bei beruflicher Teamfähigkeit werden oft Mannschaftssportarten ins Spiel gebracht, vornehmlich Fußball. Allerdings wird dabei verblüffend oft ignoriert, dass es manchmal einfach einen Macher braucht, der ohne das Team vorprescht und den Ball ins Tor befördert. Ganz ähnlich sieht es auch im Büroalltag aus. 

5. IT-Sicherheit

Je kleiner das Unternehmen, desto unwahrscheinlicher ist es, dass es dort eine eigene IT-Abteilung gibt, deren Mitarbeiter sich auch um die Sicherheit kümmern. Und das ist ein großes Problem.

Denn heute kommt es weder auf Größe noch Erfolg an, um zum Ziel von Wirtschaftsspionage, von Betrug oder schlicht Diebstahl zu werden. Ganz im Gegenteil. Die Profis wissen längst, dass in kleineren Unternehmen die IT-Sicherheit wesentlich lascher gehandhabt wird und fokussieren sich seit geraumer Zeit darauf.

Das funktioniert auch deshalb, weil viele Chefs nicht darauf achten, dass all ihre Mitarbeiter zumindest in Grundzügen wissen, was IT-Sicherheit bedeutet – und nicht selten mangelt es auch dem Boss selbst an diesem Know-How.

Was macht ein gutes Passwort aus? Woran erkennt man Betrugsversuche per E-Mail? Was sind typische Maschen der Cyberkriminellen? Dieses Wissen sollte zumindest in Grundzügen bei jedem vorhanden sein, der einen Computerarbeitsplatz hat. Denn jeder PC ist ein Einfallstor, wenn der, der ihn bedient, nicht weiß, wie man abschließt.

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