Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Neue Stelle

Darf der Chef ein Führungszeugnis verlangen?

Im privaten Führungszeugnis werden Vorstrafen aufgelistet: Ein Arbeitgeber darf das Dokument nur dann verlangen, wenn er ein berechtigtes Interesse vorweisen kann - etwa bei Berufen im Sicherheits- oder Bankwesen. Foto: Franziska Gabbert
+
Im privaten Führungszeugnis werden Vorstrafen aufgelistet: Ein Arbeitgeber darf das Dokument nur dann verlangen, wenn er ein berechtigtes Interesse vorweisen kann - etwa bei Berufen im Sicherheits- oder Bankwesen.

Wer eine neue Stelle antritt, muss einige Dokumente einreichen. Der Arbeitgeber darf sogar das Führungszeugnis verlangen - allerdings nur, wenn er eine Bedingung erfüllen kann.

Gütersloh (dpa/tmn) - Das Führungszeugnis ist ein Auszug aus dem Bundeszentralregister und listet Strafen auf, die Gerichte gegen eine Person verhängt haben. Das kann für einen Arbeitgeber interessant sein.

Zeugnisse, Abschlussdokumente und Versicherungsunterlagen muss in der Regel jeder einreichen, der eine neue Stelle antritt. Doch wie sieht es mit dem Führungszeugnis aus? Können Arbeitgeber das von Bewerbern oder Angestellten verlangen?

«Das kommt auf das Arbeitsverhältnis an», erklärt Johannes Schipp, Fachanwalt für Arbeitsrecht und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im Deutschen Anwaltverein. Ein polizeiliches Führungszeugnis dürfe der Arbeitgeber nur verlangen, wenn er ein berechtigtes Interesse vorweisen kann. Ein solches Interesse kann bei Berufen im Sicherheits- oder Bankwesen vorliegen, «zum Beispiel, wenn ein Arbeitnehmer in einer Spielbank arbeitet», wie der Fachanwalt erklärt.

Daneben kann es eine Rolle spielen, wann der Arbeitgeber die Frage nach dem polizeilichen Führungszeugnis stellt. «Vor Beginn des Arbeitsverhältnisses hat der Arbeitnehmer in der Regel schlechte Chancen, sich dieser Bitte zu verweigern», so Schipp. Denn dann sei das Bewerbungsverfahren aller Wahrscheinlichkeit nach beendet - auch wenn das fehlende Führungszeugnis nicht als Grund für eine Ablehnung des Bewerbers angegeben wird.

«In einem bestehenden Arbeitsverhältnis aber kann ein Arbeitnehmer auf jeden Fall sagen, dass er sein Führungszeugnis nicht vorlegen möchte», erläutert Schipp. Hat der Arbeitgeber kein berechtigtes Interesse, ist dieser Wunsch völlig legitim.

Kommentare