Neue Studie

Gehalt: In diesen Handwerksberufen lohnt sich der Meistertitel

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Wer als Metzger mehr verdienen will, für den lohnt sich der Meistertitel. 

Wie lukrativ ist das deutsche Handwerk? Wo lohnt sich ein Meistertitel - und wo nicht? Eine neue Studie zeigt, welche Meister beim Gehalt absahnen.

Wer einen Meistertitel anstrebt, der erhofft sich auch ein deutlich besseres Gehalt. Doch lohnt sich das in Handwerksberufen wie Maurer, Lackierer, Metzger oder Friseur überhaupt? 

Großer Gehaltssprung dank Meister? Nicht in jedem Handwerks-Beruf

"Für Handwerker, die beruflich aufsteigen oder Führungsaufgaben übernehmen möchten, ist der Meistertitel auf jeden Fall zu empfehlen", erklärt Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) im Interview mit dem Vergleichportal Gehalt.de. Anders sieht es beim Verdienst aus: Nicht in jedem Beruf erleben Handwerker den großen Gehaltssprung. Und dochlohnt sich der Meistertitel in vielen Bereichen, wie eine neue Studie von Gehalt.de zeigt.

Lesen Sie auch: Gehalt nach der Ausbildung: Das sind die Top- und Flop-Berufe.

Gehalt von Handwerksberufen mit und ohne Meistertitel

Die Studie, für die mehr als 11.000 Daten von Mitarbeitern in zwölf ausgewählten Berufen analysiert wurden, zeigt: Wer als Handwerker einen Meistertitel in der Tasche hat, der verdient rund zehn bis 25 Prozent mehr Gehalt als wenn er keine Weiterbildung vorweisen kann. Besonders Elektroniker, Fleischer und Goldschmiede merken einen deutlichen Gehaltsanstieg um 24 bis 25 Prozent ihres Gehalts. Prozentual schneiden hier die Goldschmiede am besten ab, während Elektroniker den größten monetären Gehaltssprung von satten 8.756 Euro (Median*) brutto im Jahr verzeichnen können.

Am wenigsten lohnt sich der Meistertitel für Kosmetiker und Friseure: Sie müssen sich mit rund elf Prozent mit der niedrigsten Gehaltssteigerung der Untersuchung begnügen.

Berufe

Mit Ausbildung

(Median*)

Mit Meistertitel

(Median*)

Gehaltssprung

in Euro

Gehaltssprung

in Prozent

Elektroniker/-in

36.043 €

44.799 €

8.756 €

24,3 %

Fleischer/-in

27.016 €

33.859 €

6.843 €

25,3 %

Goldschmied/-in

26.839 €

33.651 €

6.812 €

25,4 %

Dachdecker/-in

33.695 €

40.324 €

6.629 €

19,7 %

Zimmerer/-in

33.565 €

40.102 €

6.537 €

19,5 %

Lackierer/-in

30.169 €

35.665 €

5.496 €

18,2 %

Maurer/-in

34.844 €

40.256 €

5.412 €

15,5 %

KFZ-Mechatroniker/-in

29.836 €

34.998 €

5.162 €

17,3 %

Bäcker/-in

24.629 €

28.929 €

4.300 €

17,5 %

Tischler/-in

30.270 €

34.285 €

4.015 €

13,3 %

Kosmetiker/-in

22.045 €

24.509 €

2.464 €

11,2 %

Friseur/-in

21.813 €

24.191 €

2.378 €

10,9 %

Quelle: Gehalt.de (Stand: März 2019)

*Als Median bezeichnet man den Wert, der in der Mitte aller Daten liegt: 50 Prozent liegen über dem Wert, 50 Prozent darunter. Der Median ist daher genauer als der Durchschnittswert, der durch Ausreißer verzerrt werden kann.

Meistertitel lohnt sich nicht nur in Bezug auf Gehalt

"Der erworbene Meistertitel macht sich nicht immer im Gehalt signifikant bemerkbar. Er ermöglicht aber die Gründung eines eigenen Unternehmens, was sich in der aktuellen Situation des starken Fachkräftemangels besonders auszahlt", meint Philip Bierbach, Geschäftsführer von Gehalt.de. 

Und auch Verbandspräsident Wollseifer ist überzeugt, dass Handwerk immer noch den sprichwörtlichen "goldenen Boden" hat: "Handwerksberufe können jungen Menschen heute hervorragende Karriereperspektiven bieten", erklärt er im Interview gegenüber Gehalt.de.

Und das nicht ohne Grund: Der Zentralverband des Handwerks spricht aktuell von 250.000 offenen Stellen in der Branche. Vor allem im Bereich Sanitär, Elektronik, Heizung und im Lebensmittelhandwerk werden dringend Mitarbeiter gesucht. Als Handwerker habe man also stärker denn je eine echte "Jobversicherung", schließt Wollseifer.

Meister, Fachwirt: So sieht es in anderen Berufen aus

In anderen Berufen lohnt sich eine Weiterbildung in Sachen Gehalt nicht immer. Wie viel Fachwirt und Meister über alle Berufe bringen, lesen sie hier.

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