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Besteht Urlaubsanspruch?

Sonderurlaub bei Todesfall: Das steht Euch rechtlich zu

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Wann steht mir Sonderurlaub im Todesfall zu?

Es gibt Situationen, in denen man als Arbeitnehmer nicht in der Lage ist, seinen Pflichten wie gewohnt nachzugehen. In diesem Fall besteht die Möglichkeit, einen Sonderurlaub in Anspruch zu nehmen. Was das Gesetz dazu sagt und was Euch rechtlich zusteht, erfahrt Ihr in diesem Artikel. 

Wenn es im engeren Familienkreis einen Trauerfall gibt, braucht man eine berufliche Auszeit, nicht nur, um die emotional schwierige Phase zu bewältigen, sondern auch, um sich um einige organisatorische Sachen zu kümmern. Da es sich dabei um eine Ausnahmesituation handelt, wird Arbeitnehmern ein Sonderurlaub vom Gesetzgeber gewährt.

Trauerfall: Wie viel Sonderurlaub steht Arbeitnehmern zu?

Bei dem Anspruch auf einen Sonderurlaub im Todesfall spielen viele Faktoren eine Rolle: der Verwandtschaftsgrad, Dauer der Betriebszugehörigkeit, sowie die Kulanz der Arbeitgebers. Zwar gibt es einen gesetzlichen Anspruch auf Sonderurlaub, findet man im BGB keine klaren Angaben zur Dauer des Sonderurlaubs beim Todesfall. In der Regel sind es aber ein bis mehrere Tage. Stirbt ein naher Angehöriger wie zum Beispiel der Lebens­partner, Vater oder Mutter, Geschwister oder das eigene Kind, so hat der Arbeitnehmer in der Regel Anspruch auf zwei Tage Sonder­urlaub für den Todes­fall, am Todes­tag selbst und am Tag der Beerdigung, heißt es bei der Stiftung Warentest

Sonderurlaub im Todesfall: Gesetzliche Regelungen

Der Gesetzgeber sieht für den Tod eines nahen Angehörigen Sonderurlaub vor. Die gesetzliche Regelungen zum Sonderderurlaub, die neben anderen Situationen (Eheschließung, Geburt eines Kindes) auch einen Trauerfall umfasst, findet man im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) unter Paragraf 616, der als Vorübergehende Verhinderung genannt wird und folgendermaßen lautet: 

Wenn ein naher Verwandter stirbt, hat es mit der beruflichen Auszeit und Entspannung gar nicht zu tun, denn man oft neben einem schweren Verlust einige organisatorische Vorbereitungen treffen muss. Der zur Dienstleistung Verpflichtete wird des Anspruchs auf die Vergütung nicht dadurch verlustig, dass er für eine verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit durch einen in seiner Person liegenden Grund ohne sein Verschulden an der Dienstleistung verhindert wird. Er muss sich jedoch den Betrag anrechnen lassen, welcher ihm für die Zeit der Verhinderung aus einer auf Grund gesetzlicher Verpflichtung bestehenden Kranken- oder Unfallversicherung zukommt.

§ 616 Bürgerliches Gesetzbuch

„Dieser Paragraf ist aber sehr allgemein gehalten“, sagt Bredereck. „Er besagt lediglich, dass der Arbeitnehmer in dem Fall nicht verpflichtet ist, seine Arbeitsleistung zu erbringen und dass der Lohn weitergezahlt wird. Zu einer konkreten Dauer steht nichts im BGB“, sagt Alexander Bredereck, Fachanwalt für Arbeitsrecht in Berlin.

Tipp: Seid Ihr Euch nicht sicher, wie viel Sonderurlaub Euch zusteht, solltet Ihr es am besten mit Eurem Vorgesetzten besprechen.

Trauerfall: Einen Sonderurlaub beantragen

Müsst Ihr wegen eines Todesfalls in der Familie zu einem Sonderurlaub greifen, solltet Ihr beachten, dass dieser wie regulärer Urlaub schriftlich beantragt werden muss. Um sicherzugehen, fragt Ihr am besten in Eurer Personalabteilung nach, ob es einen Antrag auf Sonderurlaub gibt.

Kann der Arbeitgeber den Sonderurlaub verbieten?

Grundsätzlich wird vom Gesetzgeber aufgrund besonderer Umstände, in Paragraf 616, ein Sonderurlaub gewährt. Es sei denn, dieser Anspruch ist im Arbeitsvertrag ausdrücklich ausgeschlossen

Was kann man tun, wenn der Sonderurlaub nicht ausreicht?

Wenn es um den Verlust eines Verwandten geht, brauchen Menschen unterschiedlich viel Zeit, um dies zu verarbeiten und ihre Trauer zu überwinden. Daher fühlen sich viele Arbeitnehmer nach so kurzer Zeit (1 bis 2 Tage) nicht in der Lage, ihre Arbeit wieder aufnehmen.

Benötigt Ihr mehr Zeit, um diese stressige Situation zu bewältigen und reicht Euch der gesetzlich gewährte Sonderurlaub nicht, könnt Ihr zu folgenden Alternativen greifen:

  • Reguläre Urlaubstage nutzen
  • Unbezahlte Freistellung
  • Krankschreibung durch den Hausarzt: Fühlt Ihr Euch wegen des Todesfalls in Eurer Familie aus der Bahn geworfen, besteht immer noch die Möglichkeit, sich aufgrund der hohen emotionalen Belastung krank zu melden.

Hier könnt Ihr nachlesen, was bei einem unbezahlten Urlaub zu beachten ist.

Todesfall: Höhe der Lohnfortzahlung bei Sonderurlaub

Während des gesetzlichen Sonderurlaubs im Todesfall gilt grundsätzlich Entgeltfortzahlung. Das bedeutet, dass Ihr auch dann Euer gewohntes Gehalt erhaltet, wenn Ihr Euch aufgrund besonderer Umstände im Sonderurlaub befindet. Die genauen Regelungen zur Lohnfortzahlung bei Sonderurlaub findet Ihr im Tarif- oder Arbeitsvertrag.

Häufige Regelungen für Todesfall Sonderurlaub in Tarifverträgen

Ehepartner 2 Tage
Eltern 2 Tage
Kinder 2 Tage
Geschwister 1 Tag
Großeltern 0 Tage
Onkel/Tante 0 Tage

Ist der Sonderurlaub im Vertrag klar definiert, können Arbeitnehmer sich daran halten. Ansonsten gibt Bredereck den Rat, mit dem Chef oder der Chefin möglichst eine einvernehmliche Regelung zu finden.

ol

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