Missglücktes Fensterln - geglückter Bericht

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Altötting - "Fensterln" ist in Bayern ja Tradition - auch wenn es heute nicht mehr so häufig praktiziert wird. Berichte darüber sind aber öfter noch lustiger:

Ganz besonders amüsant fanden wir folgenden Pressebericht zum "Fensterln" der Polizeiinspektion Altötting:

Hier der Bericht im Original:

"Wer sich über die Eigentümlichkeiten der bayerischen Sprache zuverlässig informieren will, schlägt gemeinhin in Johann Andreas Schmellers „Bayerischem Wörterbuch“ aus dem Jahre 1827 nach. Dort wird das zum Fensterln notwendige Kammerfenster als der Ort beschrieben, hinter dem „ein unverheirathetes, mannbares Mädchen schläft.“ An ihm „seufzen die noch unerhörten ländlichen Liebhaber, freuen sich ihres Glückes die Erhörten, jam­mern und verzweifeln oder trotzen und schelten die Verschmähten.“

Einen vergleichbaren Sehnsuchtsort stellte in der Nacht von Samstag auf Sonntag der Balkon eines Anwesens in der Altöttinger Innenstadt dar, den ein 40-jähriger Galan fensterlnderweise zu erklimmen versuchte. Ein aufmerksamer Passant hatte die mitternächtliche Kletterpartie bemerkt und zur Verhinderung eines möglichen Einbruches die Polizeiinspektion Altötting verständigt. Die eingesetzten Beamten der Nachtschicht konnten dem „Fassadenkletterer“ schnell klar machen, dass seine Angebetete weder an seiner hochgradigen Zuneigung noch an der sie begleitenden, niveaugleichen Alkoholisierung interessiert war.

Eine besondere Gefahr beim Fensterln - hier zitiert Schmeller den wortgewaltigen Barockprediger Abraham à Santa Clara - konnte aufgrund der lauen Wochenendetemperaturen jedoch ausgeschlossen. Es sind dies die „Eiszöpff“ die winters unter der Nase hängen, weil der Liebhaber „ein halbe Nacht den Kopff zum Fenster hinein“ hält!"

Rubriklistenbild: © dpa

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