Von wegen Bierbauch!

München - Wir haben den Männertraum ausproBIERt: Autor Jens Bujar empfielt Männern eine Bier-Diät! Angeblich kann man(n) so zehn Kilo abnehmen. Stimmt das wirklich?   

Drei Bier sind ein Schnitzel - und gegessen hat man immer noch nichts! Viele Männer haben es immer geahnt: Ihr Feierabendbier ist weitaus weniger schlimm als es oft dargestellt wird. Und vielleicht kommt der Bierbauch ja gar nicht vom Gerstensaft.

Der Autor Jens Bujar hat jetzt den Beweis angetreten. In der deutschen Antwort auf den US-Selbstversuch "Super Size Me" (dabei nahm US-Regisseur Morgan Spurlock 30 Tage lang nur McDonald's-Produkte zu sich) zeigt er, dass das deutsche Lieblingsgetränk irgendwie doch gesund ist. Mit 98 Kilo startete der 40-Jährige in seine Bier-Diät. Innerhalb von fünf Monaten verlor er zehn Kilo - der Traum vieler Männer!

So funktioniert seine Bier- Diät: Bujar ging von dem alten FdH-Prinzip aus, auf gut deutsch: "Friss die Hälfte". Weil er während seiner Diät Bier trinken wollte, machte er daraus "FdHdHuteBd": "Friss die Hälfte der Hälfte und trink ein Bier dazu. Oder auch zwei." Effektiv durfte er also nur noch ein Viertel seiner normalen Portionen essen. Doch selbst dabei konnte er nicht mehr frei wählen. Beilagen mit einem hohen Anteil an Fett und Kohlehydraten waren tabu. Zum Beispiel gab es zum Steak keine Pommes mehr. Die kalorienarme Zwangsalternative: Salat.

Als Ausgleich gönnte sich Bujar ein Bier - aber nicht irgendeines. Denn: Bier ist nicht gleich Bier - die Sorte macht's. Während Kölsch die Kalorienbombe unter den Gerstensäften ist, hat Weißbier weitaus weniger Kalorien, zum Beispiel auch weniger als Pils. Nur ungezuckerter Tee, schwarzer Kaffee und Mineralwasser sind demnach noch diätgeeigneter. Ein Ernährungswissenschaftler hat Bujar das alles bestätigt und mit ihm eine Rechnung aufgestellt:

Der Autor braucht als Schreibtischarbeiter etwa 2200 Kalorien am Tag, was fast fünf Mass Bier beziehungsweise zehn Halben entspricht. Zum Vergleich: drei Halbe, etwa zu jeder Hauptmahlzeit eine, schlagen in der Gesamtbilanz wie ein Stück Sahnetorte ins Gewicht, nämlich mit 700 Kalorien.

Wäre noch die Sache mit dem Alkohol ... Zwar will Bujar Nachahmer nicht zum Trinken verführen, doch schädlich sei seine Diät zumindest nicht, argumentiert er im Buch. 90 Gramm reinen Alkohol könne eine normale menschliche Leber durchaus verarbeiten, heißt es. Die Leber besitze einen natürlichen Glykogen-Schutz. Dieser werde von hochprozentigem Alkohol, nicht aber von Bier zerstört, wenn es in Maßen - nicht zahllosen Mass! - fließt.

Bei Bujar hat die Bier-Diät angeschlagen: Nach sechs Wochen hatte der Proband drei Kilo weniger auf den Hüften. "Drei Kilo! Das sind immerhin sechs Weizenbier!", erklärte Bujar seiner Freundin. Nach 13 Wochen waren es bereits sieben Kilo, nach fünf Monaten zehn Kilo.

Bujar kam zur Einsicht, dass seine Diät ohne Bier noch erfolgreicher gewesen wäre. Aber: „Drei Monate ohne Bier wären mir wie eine Ewigkeit vorgekommen. Dadurch aber, dass die Entbehrungen halb so schlimm waren, fühlten sich die fünf Monate der Bier-Diät nicht besonders lang an. Und dadurch, dass ich trinken durfte, fiel es mir leichter, auch einmal freiwillig zu verzichten. Und es fällt mir seither nicht einmal schwer, mein Gewicht zu halten, denn ich ernähre mich jetzt viel bewusster."  

Die Bier-Hitliste: Diese Marken sind am beliebtesten

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Das Buch Die Bier-Diät - Wie ich mit Hopfen und Malz meinen Kilos den Kampf ansagte von Jens Bujar ist im Ullstein Taschenbuch Verlag erschienen und auch jetzt auch als Hörbuch erhältlich.

Tobias Kimmel

Rubriklistenbild: © pa

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