Ein "Grias Di!" in die falsche Richtung

Reischach - "Grias di" - in Zeiten von "Hallo" und "Tschüss" sicherlich nicht mehr üblich. Aber wenn eins kommt, dann schickt die Polizei schonmal eine Meldung los:

Die Pressemitteilung der Polizeiinspektion Altötting im Wortlaut:

"Sicherlich dient die polizeiliche Schulwegüberwachung vorrangig der Sicherheit der Schüler auf dem Weg zur Schule. Dennoch ermöglicht sie dem, an einer Druckknopfampel oder einem Zebrastreifen postierten Gendarmen auch - nebenher und mit einem Augenzwinkern - laienhafte Sozial- und Sprachforschung zu betreiben. Dabei kann man nicht bestätigen, dass sich die oft gescholtene „Jugend von heute“ muffelig und grußlos ihren morgendlichen Weg in die Bildungsanstalt ihrer Wahl bahnt. Sicherlich gibt es einige Erstklässler, die ob der massiven Präsenz der Staatsgewalt die Augen „gschamig“ zu Boden schlagen, aber die meisten städtischen Eleven entbieten ein Hallo, Guten Morgen, Guten Tag oder Grüß Gott, wobei diese Aufzählung absteigend die Anzahl der gebrauchten Grußformeln wider gibt!

Wie erfreulich war es da doch dieser Tage in der Gemeinde Reischach, als dem Polizeibeamten an der Ortsdurchfahrt der B 588 morgens ein holzlandlerisch-herzliches „Griaß di!“ entgegen scholl. Erfreut ob des bodenständig-selbstbewußten Grundschülers kam der Schandi dann dennoch ins Grübeln, ob der junge Mann mit seinem frischen Auftreten nicht eine rhetorische Nebelkerze werfen wollte, da er eigentlich deutlich entgegengesetzt zum Schulweg unterwegs war!?

Aber vielleicht hatte er in der morgendlichen Eile nur zu Hause etwas vergessen?"

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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