Obst und Milch machen sie krank!

Igel füttern: Achtung, das müsst ihr unbedingt beachten

Wer unseren Igeln etwas Gutes tun will, füttert sie mit frischem Obst und einem Schälchen Milch? Das passiert zwar immer wieder, ist aber leider komplett falsch. Denn eigentlich ernähren sich Igel komplett anders. 

Was welches Nahrungsmittel ist am besten für Igel geeignet: Babybrei, Gemüse, Obst, Milch, Rosinen oder Trockenfutter? Leider sind alle Antworten komplett falsch. Und leider glauben noch immer viel zu viele Tierfreunde, unseren Igeln mit einem der genannten Dinge etwas Gutes zu tun. Dabei kann falsche Ernährung unseren Igeln massiv schaden - sie macht sie krank oder tötet sie gar. 

Grundsätzlich gehören die Igel zu den Insektenfressern, sie sind also mit Maulwürfen und - was wenige wissen - auch mit Spitzmäusen verwandt. "Sie brauchen also viel eiweiß- und fettreiches Futter", wie Christian Blas von der Allianz für Wildtiere zu berichten weiß. Im Frühling und Herbst ist eine Zufütterung sinnvoll, wie er erklärt. Vor allem an heißen Tagen und nach dem Winterschlaf brauchen Igel viel frisches Wasser. Als geeignetes Futter nennt Blas: 

  • Dosenfutter für den Hund, wenn nichts anderes verfügbar ist. 
  • Dosenfutter für die Katze (Pastete). Wenn nur Dosenfutter zur Verfügung steht, muss es täglich eine andere Zusammensetzung (z.B. Geflügel, Rind) haben und es sollte immer mit Maiskeimöl angereichert werden. 
  • Gekochtes Hähnchenfleisch. 
  • Haferflocken oder Weizenkleie sollten beigemischt werden. 
  • Hartgekochtes Ei oder Rührei. 
  • Kurz angebratenes, durchgegartes Hackfleisch.

Folgendes macht Igel krank oder tötet sie: Abfälle, Babybrei, Brezen, Brot, Ergänzungsnahrung für Menschen (z.B. Vitamine), Essensreste, Fertigfutter, Gemüse, Gewürze, Milch und Milchprodukte (z.B. Joghurt, Käse, Quark), Nüsse, Obst, Pudding, Regenwürmer, Roher Fisch, Rohes Fleisch, Rosinen, Salz, Schnecken, Schokolade, Semmeln, Süßigkeiten, Trockenfutter, Wenig geeignet sind außerdem Mehlwürmer.

Blas weist darauf hin, dass Futter und Wasser immer zur freien Verfügung stehen sollten. Eine Portion wiegt 150 Gramm. Ein Teelöffel davon sind Ballaststoffe (beispielsweise Haferflocken). Sind Futterstelle oder Wasserschale leer, sollte nachgefüllt werden. 

Blas appeliert, Gärten igelfreundlich zu machen: "Darüber freuen sich dann auch Bienen, Hummeln und Schmetterlinge. Mähen Sie bitte niemals unter Bäumen und Sträuchern. Verzichten Sie bitte auf Rasenroboter." 

Auch gilt es beim Futter auf die richtige Temperatur zu achten: So sollte unseren stacheligen Freunden nichts Kaltes (Kühlschrank) oder Warmes (Ofen) angeboten werden. 

Auch Sauberkeit ist sehr wichtig - auch, wenn es um den Futternapf oder die Wasserschale geht. Zähneputzen ist für Igel vordringlich: Deshalb braucht ihr Igel mindestens einmal pro Woche ein bisschen enthäutetes Hühnerklein (Flügel, Hals) mit Knochen.

(dp)

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