Katzen-Odyssee von Colorado nach New York

New York - Eines Tages war Katze Willow weg. Die Besitzer glaubten an einen Unfall, aber: Willow hat für eine Riesenüberraschung gesorgt:

Willow hat eine wahre Odyssee hinter sich. Vor fünf Jahren war die gescheckte Katze aus ihrem Zuhause am Rande der Rocky Mountains verschwunden, jetzt ist sie in den Straßen von New York wieder aufgetaucht. Wie das Tier die Strecke von fast 2.900 Kilometern zurückgelegt hat, ist bislang ein Rätsel.

"Es gibt viele Kojoten und Eulen da draußen", sagt Willows Halterin Jamie Squires aus Boulder im US-Staat Colorado. "Sie war so ein kleines Ding, hat nur fünfeinhalb Pfund gewogen. Wir haben Plakate aufgehängt und Anzeigen im Internet geschaltet, aber eigentlich haben wir gedacht, dass sie von Kojoten gefressen worden sei."

Die schrägsten Tiere der Welt

Weil Willow mit einem Mikrochip versehen war, kommt es nun zur lang ersehnten Familienzusammenführung. Sie seien "schockiert und überrascht" gewesen, als sie am Mittwoch einen Anruf von der New Yorker Tierschutzbehörde erhielten, sagen Squires und ihr Ehemann Chris. Ein Mann hatte Willow in New York auf der 20. Straße gefunden und in ein Tierheim gebracht.

"Mein Mann meinte: Sage den Kindern noch nichts. Wir müssen erst ganz sicher sein", erzählt Squires. "Aber dann haben wir das Bild gesehen, und es war Willow. Es ist so lange her."

Implantierter Mikrochip führte zur Familie

Die Direktorin der New Yorker Tierschutzbehörde sagt, nur über den implantierten Mikrochip habe eine Verbindung zwischen der Katze und der Familie in Colorado hergestellt werden können. "Alle unsere Haustiere haben einen Mikrochip", sagt Squires. "Wenn ich könnte, würde ich meine Kinder mit einem Mikrochip versehen."

Die beiden älteren Kinder können sich noch an Willow erinnern. Die dreijährige Tochter war noch nicht geboren, als die Katze Ende 2006 oder Anfang 2007 aus der offenen Haustür entwischte. "Als sie das Foto sah, sagte sie: Das ist eine schöne Katze", sagt Squires.

Die irrsten wahren Geschichten der Welt

Auch der Labrador Roscoe dürfte sich noch an seine alte Mitbewohnerin erinnern. "Damals hatten wir noch einen weiteren Hund. Ich erinnere mich, wie sich Willow zu ihnen legte und auf ihr Fressen wartete", sagt Squires. "Sie dachte, sie sei ein Hund."

Heute wiegt Willow sieben Pfund, ist gesund und wohlerzogen. Wahrscheinlich hat sie die vergangenen fünf Jahre nicht auf der Straße verbracht. Wie sie jedoch nach New York gelangte, ist völlig unklar.

Die New Yorker Tierschutzbehörde und die Squires bereiten nun die Rückkehr von Willow nach Colorado vor. Da jedoch einige Gesundheitszertifikate benötigt werden, dürften bis zu der Familienzusammenführung noch zwei Wochen vergehen. Willow könnte die Zeit bei einer Pflegefamilie in New York verbringen.

"Die Kinder können es kaum erwarten, sie zu sehen", sagt Squires. "Wir haben schon Weihnachtsgeschenke für sie."

dapd

Rubriklistenbild: © dpa

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