Salzburger Zoo: "Es tut uns leid"

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Wie ist es um die Sicherheit im Salzburger Zoo bestellt?

Salzburg - Drei Tierausbrüche in einem Jahr: Der Salzburger Zoo steht in der Kritik und zieht jetzt Konsequenzen. Ein neues Sicherheitskonzept wird erstellt.

Luchs-Dame Lesnica hat ihren "neuen Mann" Vivous wieder.

Zweimal die Geparden, nun der Luchs Vivous, der lebend in der Nähe des Monatsschlößls wieder eingefangen werden konnte. Die Bedenken, im Salzburger Tierpark Hellbrunn mangelt es an der nötigen Sicherheit, wird in den letzten Tagen einmal mehr heftig diskutiert. BGLand24 hat mit Christine Beck, der Presse- und Marketingbeauftragten des Zoos in der Gemeinde Anif gesprochen und sie auch zu den Vorwürfen, Hellbrunn würde Meldungen über Tierausbrüche zurückhalten und verschweigen wollen, befragt.

Salzburger Zoo zieht Konsequenzen

"Da ist absolut nichts dran", versichert Beck. "Wir informieren die Presse regelmäßig und offen über alles, was bei uns passiert - auch bezüglich der Tierausbrüche. Natürlich dürfen diese nicht passieren, keine Frage. Aber sie sind nun mal passiert. Äußerst unglückliche Umstände haben dazu geführt, das tut uns leid. Selbstverständlich haben wir daraus gelernt und werden unsere Konsequenzen ziehen".

Zumindest bei den beiden Fällen mit den Geparden geht der Zoo von Materialermüdung im Zusammenspiel mit Fremdverschulden aus: Die Polizei ermittelt, tritt jedoch weiterhin auf der Stelle.

Neues Sicherheitskonzept für den Zoo

Wichtigste und dringlichste Maßnahmen sind sicherlich neue Sicherheitsvorkehrungen. "Wenngleich diese bei den wirklich gefährlichen Tieren - Löwen und Bären beispielsweise - ganz andere sind und diesbezüglich nichts passieren kann oder wird", ist sich Christine Beck sicher. Der Luchs (auch der ausgebrochene) ist ein harmloses, scheues Tier, dass den Menschen meidet.

Bei seinem Ausbruch hat sich Luchs Vivous (ein männliches Tier, 14 Kilo schwer) offenbar aufgrund eines Blitzes  derart erschrocken, dass er selbst einen 3,5 Meter hohen und oben zusätzlich überhängenden Zaun überwand. Die beiden Stromleitungen, die den Zaun im ersten sowie im dritten Drittel durchziehen, fielen - so vermutet die Zoo-Leitung - aufgrund des Gewitters aus.

Vivous kam erst am 7. August aus Liberec in Tschechien nach Salzburg. Der Männchen-Austausch war aufgrund des Artenschutzes und der Tiererhaltung notwendig geworden. Hellbrunns sechsjähriger "stürmischer" Luchs Kyrill, der erst 2011 mit dem Weibchen Lesnica (5) für dreifachen Nachwuchs gesorgt hatte, wurde nach Karlsruhe gebracht.

Hätte der entkommene Luchs in freier Wildbahn überhaupt eine Überlebenschance, schließlich ist er bereits in einem Zoo geboren worden? "Er täte sich zunächst sicher schwer, aber der Instinkt des Jagens ist ja erhalten. Er würde es am Anfang mit Kleintieren wie Fröschen und Mäusen versuchen und schnell lernen", weiß Hellbrunn-Pressebeauftragte Beck.

Die Salzburger Löwen wurden kürzlich in ein neues, großzügigeres Gehege umgesiedelt.

Aufregung oder Proteste in der Bevölkerung oder bei den Zoo-Besuchern kann Christine Beck nicht bestätigen: "Im Gegenteil", so die Verantwortliche. "Die Leute kommen eher zu uns, um sich zu informieren und selbst ein Bild zu machen. Sicherheitsbedenken gibt es, nachdem die Besucher unsere Anlage gesehen haben, nicht. Es ist eher so, dass sie beruhigt nach Hause gehen", so Beck und verweist auf die vielen Kinder im Tierpark.

In den letzten Jahren hat Hellbrunn Millionen investiert, um die Gehege zu modernisieren oder gleich komplett neu zu gestalten. Erst jüngst wurden die Löwen und auch die Pinselohrschweine in gänzlich neue und großzügigere Anlagen umgesiedelt. "Wir wollen die Menschen informieren und sensibilisieren, nicht erschrecken", so Beck. "Es liegt uns fern, die Öffentlichkeit nicht über zweifelsfrei auch bestehende Proleme zu unterrichten".

bit

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