Zweifelhaftes Weihnachtsgeschenk

Keine Tiere unterm Weihnachtsbaum

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Junge Katzen gehören zu den beliebtesten tierischen Weihnachtsgeschenken. Auch sie - oder ihre kleinen Babys - werden leider im Sommer oft wieder ausgesetzt.
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Winhöring - An Heiligabend unterm Christbaum, an Neujahr ausgesetzt? Das Tierheim Winhöring vermittelt in der Weihnachtszeit keine Tiere mehr.

Welches Kind freut sich nicht über ein kleines Kätzchen oder einen süßen Welpen unterm Weihnachtsbaum? Was vielen Eltern als das ideale Geschenk für ihre Kleinen erscheint, ist in Wahrheit eine langjährige Verpflichtung. Hund, Katze und Co. kosten schließlich Zeit und Geld - und landen oft bald wieder auf der Straße. Vor den Sommerferien hat das Aussetzen von Tieren Hochsaison. Nicht selten waren die Tiere ein Weihnachtsgeschenk.

"Ein Tier ist kein Weihnachtsgeschenk"

"Das fängt in den Sommermonaten an, wenn die Tiere größer sind und anspruchsvoller werden", erzählt Sabine Zallinger, Erste Vorsitzende des Tierschutzvereins Altötting-Mühldorf. Weil der Verein in seinem Winhöringer Tierheim regelmäßig im Sommer mehr Tiere aufnehmen muss, als vor Weihnachten vermittelt werden, wird der Verein vom 20. Dezember 2013 bis zum 2. Januar 2014 keine Tiere abgeben.

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Das macht der Verein zwar nicht zum ersten Mal, doch heuer geht er damit erstmals bewusst an die Öffentlichkeit. "Wir wollen niemanden maßregeln", betont Zallinger. Natürlich sei es schöner, wenn die Tiere in einer Familie sind. "Wir suchen händeringend, gerade für unsere Katzen." Man wolle mit der Aktion lediglich erreichen, dass die Tierhalter in spe kurz innehalten und ihre Entscheidung noch einmal überdenken. "Wir möchten darauf aufmerksam machen, dass ein Tier kein Weihnachtsgeschenk ist. Man muss sich vorher damit auseinandersetzen", erklärt Zallinger.

Tiere können auch an Weihnachten reserviert werden

Gerade Katzen landen im Sommer regelmäßig im Tierheim. Oft sind es die Babys einer Katze, die an Weihnachten selbst noch im Tierheim war. Kätzchen werden oft schon nach zwei Monaten vermittelt, doch erst nach sechs Monaten können die Kleinen sterilisiert werden. Holt das der neue Besitzer nicht nach, hat er schon bald einen Wurf Katzenbabys. Viele davon landen im Tierheim Winhöring, aber nur wenige werden dort direkt abgegeben. "Das sind oft Fundkatzen", erklärt Zallinger.

Eigentlich profitieren die Tierheime von der Adventszeit. "Die Vermittlungszahlen sind gut, weil viele Zeit haben, sich damit zu beschäftigen", so die Vorsitzende. Auch in der Weihnachtszeit können Interessenten deshalb Tiere reservieren - und nach wenigen Tagen dürfen sie das Tier dann auch mitnehmen. "Für den Verantwortungsvollen ist das sowieso kein Problem", ist Zallinger überzeugt.

Zehntausende ausgesetzte Tiere in den Sommerferien

Auch der Tierschutzbund empfiehlt, grundsätzlich keine Tiere zu verschenken, und das Tier vor einer möglichen Anschaffung im Tierheim kennenzulernen. Alleine in den Sommerferien werden nach Angaben des Tierschutzbundes in den Tierheimen, die dem Verband angehören, deutschlandweit rund 70.000 Tiere aufgenommen. Viele von ihnen werden einfach ausgesetzt. Wie der Verband betont, ist das Aussetzen von Tieren eine Straftat, die die mit einer Geldbuße von bis zu 25.000 Euro geahndet werden könne.

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