Wasserbüffel trotzen dem Schneeregen

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Taufkirchen/Jettenbach - Ganz besondere Tiere leben seit November auf dem Archehof von Reinhold Sonderhauser bei Taufkirchen - Wasserbüffel!

Seit November leben die Wasserbüffel aus dem Biotop in Jettenbach auf dem Archehof von Reinhold Sonderhauser bei Taufkirchen, ihrem Winter-Unterstand. Die Büffeldamen werden immer zutraulicher und fressen dem Landwirt schon fast aus der Hand. Nur der Baby-Bulle lässt sich noch bitten.

Der kleine namenlose Stier mit dem weißen Schwänzchen ist noch ziemlich schüchtern. Seite Mutter Wilma dagegen kommt schon mal näher und schnuppert, was ihr Reinhold Sonderhauser denn da anbietet. Leckeres Heu! „Sie fressen mir fast aus der Hand“, freut sich Sonderhauser, der in Höllthal einen Archehof mit alten, vom Aussterben bedrohten Haustierrassen betreibt.

Der 50-jährige Landwirt arbeitet mit dem Bund Naturschutz zusammen und betreut das Wasserbüffel-Projekt in Jettenbach am Biotop.

Wasserbüffel auf dem Archehof

Im Sommer schaut er etwa alle zwei Wochen nach der kleinen Büffelherde, ansonsten kommen die Tiere selbst zurecht. Sie suhlen sich im Schlamm, machen die Tümpel frei und geben so der Gelbbauchunke Raum zum Laichen und Leben. Gerd Ruchlinksi, Kreisvorsitzender des Bund Naturschutzes, ist zufrieden mit der Arbeit der „Biobagger“. „Die Gelbbauchunke hat in dem Tümpel super abgelaicht.

Die Büffel haben bis zur Suhle einen Kanal getrampelt, der aussieht wie gebaggert. So muss es sein“, sagt er erfreut.

Die Naturschützer wollen eine kleine Herde mit sechs Tieren aufbauen: ein Bulle und fünf Kühe, die sich "dann hoffentlich vermehren". Den Nachwuchs, der nicht für die Beweidung gebraucht wird, bekommt Archehof-Betreiber Sonderhauser.

Acht Grad zum Wohlfühlen

Im vergangenen August kam der kleine Stier auf der Weide am Biotop zur Welt. Eine Büffeldame trage etwa 43 Wochen, man dürfe nicht jedes Jahr Nachwuchs erwarten. Wilma und Pebbles sind vermutlich im Moment trächtig. Der kleine Stier wird, wenn er "mannbar" ist, durch einen Altersgenossen aus einer anderen Zucht ausgetauscht, damit es keine Probleme mit Inzucht gibt.

Um einen geeigneten Namen wollen sich die Kindergruppen des Bund Naturschutz bemühen. Laut Ruchlinski soll der bis zur Vorstandssitzung am 16. Januar feststehen und im Sommer wird "das Stierle", wie ihn Archehof-Besitzer Sonderhauser nennt, getauft.

Aber erst einmal ist das Überwintern auf dem Hof angesagt. Die Wasserbüffel kommen natürlicherweise in Asien und Afrika vor - allerdings sei das Rind im Allgemeinen sehr anpassungsfähig, was die Witterung angehe, erklärt Sonderhauser.

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"Wenn die Büffel das ganze Jahr über in unseren Gefilden draußen leben, stellen sie sich auf den Winter ein und entwickeln auch ein Winterfell." Alte Rassen kämen mit solchen Temperaturen, die derzeit herrschen, gut zurecht. Die Wohlfühltemperatur von Rindern, zu denen auch die Wasserbüffel zählen, liege bei acht Grad. Da mache kälteres Wetter mit Schneeregen nichts aus. Minusgrade seien locker für sie auszuhalten. Doch an ihrem Wirkungsort, dem Biotop in Jettenbach würden sie jetzt nichts mehr zu fressen finden. Die laublosen Bäume böten auch keinen Schutz mehr und man müsste hinfahren, um sie dort zu füttern.

So wurden sie umquartiert und haben nun einen Unterstand mit hölzernen Schlafboxen - und immer frisches Heu. Vielleicht bald auch aus der Hand von Reinhold Sonderhauser. Pebbles lasse sich sogar schon am Kopf kraulen und "das Stierle" werde auch immer neugieriger.

Er hat seit vielen Jahren Erfahrung mit Pinzgauer Rindern, Rotem Höhenvieh und Angler (alte Zuchtrichtung). Der 50-Jährige hält auch Original Braunvieh, Tauernschecken, bayerische Landgänse und Sundheimer Hühner. Da passen auch die Wasserbüffel gut dazu. Bis etwa Ende März leben sie auf dem Hof und kommen dann zurück nach Jettenbach - und dürfen nach der Winterpause wieder "biobaggern".

kla / Waldkraiburger Nachrichten

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