29-Jährige erlebt böse Überraschung

Das passiert, wenn man auf Facebook gegen Flüchtlinge hetzt

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Hetzerische Kommentare auf Facebook (Symbolbild) können Folgen haben: Eine Berlinerin traf jetzt die Härte des Gesetzes.

Berlin - Sie hetzte "weg mit dem Dreck!" und wollte Flüchtlingsheime brennen sehen: Eine Berlinerin ist wegen ihrer Facebook-Kommentare gegen Flüchtlinge knapp dem Knast entgangen.

Die 29-Jährige habe sich der Volksverhetzung schuldig gemacht, befand das Berliner Amtsgericht. Angesichts der Zunahme von Hassäußerungen im Internet sei zur Abschreckung der Allgemeinheit die Verhängung einer kurzen Freiheitsstrafe "unerlässlich", erklärte die Richterin. Die Strafe entsprach dem Antrag des Staatsanwalts.

Die geständige Berlinerin hatte im April 2015 bei Facebook einen Zeitungsartikel kommentiert. In dem Bericht ging es um die Festnahme eines Asylbewerbers nach einem angeblichen Vergewaltigungsversuch. Dazu schrieb die gelernte Hotelfachfrau: „Weg mit dem Dreck!“ Wenn der Staat das nicht verstehe, würden „noch viel mehr Asylheime brennen... hoffentlich dann mit vernagelten Türen“.

Motiv: "Wut über die Politik"

Die bis dahin nicht vorbestrafte 29-Jährige habe „gegen Teile der Bevölkerung zum Hass aufgestachelt“ sowie zu Gewalt und Willkür aufgefordert, so die Anklage. „Derartige Äußerungen vergiften das gesellschaftliche Klima, so etwas hat Auswirkungen - Anschläge auf Asylbewerberheime sind exorbitant gestiegen“, sagte der Staatsanwalt in seinem Plädoyer. Der Staat müsse ein deutliches Zeichen setzen.

Die 29-Jährige, die derzeit als Gebäudereinigerin arbeitet, hatte im Prozess von einem "großen Fehler“ gesprochen. Sie befinde sich wegen einer schweren Erkrankung in einer auch finanziell sehr schwierigen Situation. Ihr sei klar, dass Flüchtlingen geholfen werden müsse. Aus "Wut über die Politik“ sei es zu dem inzwischen gelöschten Text gekommen. Die Strafe nehme sie an.

Lesen Sie auch: Fremdenhass im Netz: Was Eltern tun können.

dpa

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