Achtung, Betrug: Kriminelle rufen als Staatsanwalt an

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Was, gegen mich laufen Ermittlungen? Im ersten Schreck glaubt man als Angerufener vieles. Bei einem Kontrollrückruf fliegt ein Betrug aber schnell auf. Foto: Jens Kalaene

Wenn sich am Telefon jemand als Staatsanwalt vorstellt, sind viele erst einmal eingeschüchtert. Dabei ist das Ganze nur eine Betrugsmasche. Wie erkennen Betroffene den Bluff?

Berlin (dpa/tmn) - Der im Telefondisplay angezeigten Rufnummer dürfen Verbraucher nur sehr eingeschränkt Vertrauen schenken. Denn sie kann relativ leicht gefälscht werden. Das wird derzeit verstärkt von Kriminellen ausgenutzt, die sich als Staatsanwalt ausgeben.

Fachleute sprechen von Call-ID-Spoofing. Die Betrüger überrumpelten Verbraucher am Telefon mit frei erfundenen staatsanwaltlichen Ermittlungen und raten, in dieser Angelegenheit einen Rechtsanwalt zu konsultieren, um die Sache außergerichtlich zu klären. Davor warnt der Opferhilfeverein Weißer Ring.

Tatsächlich ruft kurz nach dem Telefonat mit der falschen Staatsanwaltschaft ein angeblicher Anwalt das Opfer an und nennt ihm ein Konto, auf das es Geld überweisen soll, um dem vermeintlichen Strafverfahren zu entgehen. Es kann auch sein, dass der falsche Anwalt zur Herausgabe der Kontoverbindung oder anderer Zahlungsinformationen drängt. Solche sensiblen Daten sollte man keinesfalls preisgeben, warnt der Verein. Denn natürlich handele es sich bei dem Anrufer um einen Komplizen des falschen Staatsanwaltes.

Fatal: In aller Regel existieren die Nummern, die die Kriminellen mit technischen Tricks ins Display geschmuggelt haben, wirklich - und auch die Staats- und Rechtsanwälte, deren Namen missbraucht wurden. Wer also nicht zur Kontrolle den jeweiligen Staats- oder Rechtsanwalt zurückruft, sondern nur die Nummern nachschaut, wird den Betrug vielleicht nicht bemerken und im schlimmsten Falle zahlen.

Wichtig ist es den Experten zufolge, bei einem Kontrolltelefonat nicht die im Telefon zwischengespeicherten Nummern zurückzurufen, sondern selbst zu wählen - und zwar nur die Nummern, die man im Netz oder im Telefonbuch zu der jeweiligen Staatsanwaltschaft oder Kanzlei gefunden hat.

Hilfreich sei es auch immer, mit Freunden oder Familienmitgliedern über die Geschehnisse zu sprechen. Das erhöht dem Weißen Ring zufolge die Chancen, misstrauisch zu werden, die Ereignisse kritisch zu hinterfragen, diese richtig einzuordnen und dann auch richtig zu handeln. Die Masche beschränkt sich nicht nur auf Staats- oder Rechtsanwälte: Die Betrüger missbrauchen etwa die Namen der Polizei und anderer Behörden ebenso wie die von Unternehmen.

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