Botschaft auf Truck stört Sheriff

Mutter (46) wegen Anti-Trump-Aufklebers festgenommen

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Texas - Karen Fonseca (46) hat eine klare Meinung zu US-Präsident Donald Trump. Doch die kommt im konservativen Texas gar nicht gut an. Vor allem ein Sheriff hat sich der Sache angenommen und fahndet nach der Mutter von zwölf Kindern.

Die Botschaft ist eindeutig. "F…k you Trump. And f…k you for voting for him" ist auf der Rückseite des Pick-up zu lesen. Übersetzt: "F*ck dich, Trump. Und f*ckt euch dafür, ihn gewählt zu haben." Doch wegen dieser schonungslosen Meinungsäußerung hat eine Mutter von zwölf Kindern nun Ärger mit dem Gesetz.

Die 46-jährige Karen Fonseca lebt in Fort Bend County im konservativen US-Bundesstaat Texas und hat dort nun zu spüren bekommen, was es bedeutet, sich gegen Präsident Donald Trump auszusprechen. Nachdem sie den gut lesbaren Schriftzug auf das Heckfenster geklebt hatte, stieß das eine erneute Debatte über den aktuellen US-Präsidenten an.

Zwar gibt es auch in den Vereinigten Staaten von Amerika das Recht auf freie Meinungsäußerung. Troy E. Nehls, der Sheriff eines Bezirks nahe Dallas, schritt dennoch ein und postete eine Art Fahndungsaufruf samt Foto des Trucks auf seiner Pinnwand beim sozialen Netzwerk Facebook. "Wenn Sie wissen, wem dieser Truck gehört oder es Ihrer ist, würde ich gerne darüber mit Ihnen reden", schreibt er. "Unser Staatsanwalt hat mich informiert, dass er eine Anklage wegen ungebührlichen Verhaltens akzeptieren würde."

Die Wellen schlugen daraufhin hoch. Viele Trump-Gegner und Vertreter der Meinungsfreiheit liefen Sturm, weshalb der Post bald wieder von der Pinnwand verschwand. Doch damit war die ganze Sache noch nicht vorbei. Als ein lokaler Fernsehsender bei Karen Fonseca anfragt, erklärt sie, dass der Sheriff sie und ihre zwölf Kinder mit seiner Aktion unnötig in Gefahr gebracht habe.

"Wieso hat er mich nicht angerufen?", fragt sie gegenüber dem Reporter. "Wenn Sie mich finden konnten, dann hätte er mich auch finden können." Und sie steht weiterhin zu ihrem Aufkleber auf dem Pick-up. "Er ist nicht dazu da, um Hass oder Unruhe zu stiften", sagt sie. "Es ist mein Recht, meine Meinung zu äußern."

Und sie ist sich des Trubels um den Anti-Trump-Aufkleber bewusst. Manche Leute schütteln den Kopf darüber. Andere machen Fotos oder winken. "Ich bin auch immer wieder von Polizisten gestoppt worden. Doch es gibt kein Gesetz dagegen. Sie haben mich immer weiterfahren lassen", erklärt Karen Fonseca. 


Erst vor Kurzem hatte die 50-jährige Juli Briskman aus Washington ihren Job verloren, weil sie der Kolonne von Donald Trump den Stinkefinger gezeigt hatte. Auch diese Aktion hatte für heftige Diskussionen gesorgt.

Rein rechtlich kann Karen Fonseca keine Probleme bekommen, wie die amerikanische Menschenrechtsunion in Texas erklärt. Ein Urteil des US-Verfassungsgerichtes aus dem Jahr 1971 erlaube das Wort "F**k", um gegen eine Sache anzugehen. Das bestätigt auch der Staatsanwalt: "So geschmacklos dies auch sein mag, es stellt keine Gefahr für den öffentlichen Frieden her."

Sheriff Nehls hat dennoch einen Grund gefunden, um die Mutter von zwölf Kindern festzunehmen. Er hat einen Haftbefehl vom vergangenen August entdeckt, der einen Betrugsvorwurf enthält. Karen Fonseca hatte einen gefälschten Ausweis verwendet, was in Amerika häufig vorkommt.

Daraufhin nahm der Sheriff die Trump-Gegnerin fest. Sie verbrachte eine Nacht in der Zelle, bis ihr Mann die Kaution in Höhe von 1.500 Dollar hinterlegte. Und nun wird Karen Fonseca eine weitere Heldin von Amerikas Linken im Kampf gegen den republikanischen Präsidenten.

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