Buchbranche warnt vor Aufweichung des Urheberrechts

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Die deutsche Buchbranche hat vor einer Absenkung der Urheberrechtsstandards gewarnt.

Frankfurt - Die deutsche Buchbranche hat vor einer Absenkung der Urheberrechtsstandards durch die Europäische Kommission und einer “Übereignung von Bibliotheksschätzen an Google“ gewarnt.

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“Wir können uns nicht vorstellen, dass die EU-Kommission die Abhängigkeit europäischer Autoren und Verlage von einer Suchmaschine anstrebt“, erklärte der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Gottfried Honnefelder, am Freitag in Frankfurt. Die EU-Kommissare Viviane Reding und Charlie McCreevy hatten sich diese Woche dafür ausgesprochen, bei der umstrittenen Digitalisierung von Büchern die US-Regeln zum Vorbild zu nehmen.

Konkret geht es um die Schaffung eines EU-weiten Registers, das Informationen über Rechteinhaber sammelt und Einnahmen für digitalisierte Bücher verteilt. Damit soll der Zugang zu nicht mehr gedruckten Büchern oder solchen mit ungeklärtem Urheberrerecht ermöglicht werden. In den USA soll ein solches “Book Rights Registry“ im Zuge eines Vergleichs zwischen dem Internetkonzern Google und Autoren ins Leben gerufen werden.

Google hat bereits seit 2004 rund zehn Millionen Bücher in Bibliotheken digitalisiert. Die deutschen Verlage und Buchhandlungen möchten, dass auch in Europa Buchinhalte leicht und umfassend im Internet verfügbar sind, erklärte Honnefelder. Dies dürfe aber nicht ohne Zustimmung der Autoren und Verlage geschehen. Der Börsenverein baue auf die Hilfe der Bundesregierung, die Pläne der EU-Kommissare zu verhindern.

dpa

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