Entertainer: „Jede Diskursfähigkeit verloren gegangen“

„Das sind ernsthafte Menschen“ - so verteidigt Thomas Gottschalk #allesdichtmachen

Bild von Thomas Gottschalk
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Gottschalk: „Es ist in diesem Lande, glaube ich, jede Diskursfähigkeit verloren gegangen. Das ist eine gewisse Tragik“.

Für die Aktion #allesdichtmachen gibt es nun Rückendeckung: Der Entertainer Thomas Gottschalk beschreibt die teilnehmenden Schauspieler als „ernsthafte Menschen“.

Mit einer groß angelegten Internetaktion unter dem Motto #allesdichtmachen sorgten die bekanntesten Schauspieler der Republik für Aufsehen. Künstler wie Ulrich Tukur, Volker Bruch, Meret Becker, Ulrike Folkerts, Richy Müller, Heike Makatsch, Jan Josef Liefers und viele weitere verbreiteten bei Instagram und auf der Videoplattform Youtube gleichzeitig ironisch-satirische Clips mit persönlichen Statements zur Coronapolitik der Bundesregierung. Andere prominente Schauspielkollegen reagierten entsetzt - einzelne Stars entschuldigten sich im Nachgang der Aktion.

Hier nachlesen: Nach Kritik an Medien und Regierung: Einzelne Stars entschuldigen sich

Nun gibt es aber Rückendeckung für die teilnehmenden Künstler. Der Moderator und Entertainer Thomas Gottschalk hat die Teilnehmer der Protestaktion in der ARD-Talksendung „maischberger. die woche“ verteidigt, wobei er Jan Josef Liefers auch namentlich erwähnte. „Das sind alles ernsthafte Menschen. Da gehört Jan Josef dazu“, so Gottschalk. Und er führt aus: „Dieser Mann wollte das Beste. Der wollte einen Beitrag leisten, dass die Dinge besser werden.“ Er wendet aber ein, dass sich Liefers, offensichtlich von anderen Menschen etwas einreden habe lassen, „was nicht verständlich war“.

Gleichzeitig kritisierte der Show-Gigant die Debattenkultur in Deutschland: „Es ist in diesem Lande, glaube ich, jede Diskursfähigkeit verloren gegangen. Das ist eine gewisse Tragik“. Es habe sich bei der Aktion um einen Aufschrei, „ein Aufbegehren“ gehandelt. Die Aktion beinhalte eine „nicht verstandene Ironie“. Überhaupt habe „der alte weiße Mann“ nichts mehr zu melden, verdeutlicht Gottschalk seine Sicht der Dinge. Hätte man ihn gefragt, hätte er an der Aktion teilgenommen - „und dann sofort erschreckt zurückgezogen“.

-dp-

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