„Frechheit“ - „Nicht alle Tassen im Schrank?“

Gänsehaut-Video der Bundesregierung ehrt junge „Corona-Helden“ - Viraler Clip erntet heftige Kritik

Berlin - Dieses Video der Bundesregierung ging innerhalb weniger Stunden viral. Im Kampf gegen das Coronavirus hat sich das Kabinett unter dem Hashtag #besonderehelden etwas Außergewöhnliches einfallen lassen. Während der Clip bei vielen für Gänsehaut sorgt und Zuspruch erhält, halten ihn andere für einen Witz und sparen nicht an Kritik.

Am Samstagnachmittag, 15. November, veröffentlichte die Bundesregierung im Internet ein ganz besonderes Video: „Besondere Helden I - Zusammen gegen Corona #besonderehelden“. Der Clip verbreitete sich innerhalb kürzester Zeit wie ein Lauffeuer im Netz. Zahlreiche Politiker reposteten das Video und auch Stars wie Joko Winterscheid unterstützen das Projekt.

In dem Kurzfilm erzählt ein älterer Mann, namens Anton Lehmann, im Lehnstuhl rückblickend von seiner Jugend im Jahr 2020. Er habe damals studiert, wollte gerne feiern gehen und Mädchen kennenlernen - „doch das Schicksal hatte andere Pläne mit uns.“

Anton Lehmann berichtet, dass man von einer unbekannten Gefahr bedroht wurde. „Und wissen Sie, was wir taten?“, fragt er im Video. „Wir taten nichts, wir blieben einfach nur faul zu Hause. Und wurden so zu Helden unserer Zeit.“

Zuspruch und Kritik

Während das Video von einigen für die gute Pointe und den leicht satirischen Blick auf den Umgang der Menschen mit der Pandemie gelobt wird, empfinden andere das Video als ungut. Unter anderem wird herausgestellt, dass es die Situation der Menschen verharmlose, die aufgrund der Maßnahmen unter Existenzängsten litten.

„Schön gemacht und auf den Punkt gebraucht“, kommentiert zum Beispiel ein Facebook-User, der vor allem die aktuelle Lebenssituation der Jugend auf den Punkt gebracht sieht.

Ein Kritiker meint jedoch: „Ist das euer Ernst? Mein Geschäft (Gastronomie) ist auf der Grenze, meine Kinder sind fertig, ich muss gleichzeitig drei Jobs machen, um irgendwie die Rechnungen zu bezahlen! Zu Hause auf dem Sofa zu liegen und damit das Leben retten? Sorry, komplett falsch! Ich gehe lieber raus und arbeite, um irgendwie am Ball zu bleiben und auch die anderen zu unterstützen, die vor Ruinen stehen (lokale Unternehmen).“ Und ein weiterer stimmt mit ein: „Dachte erst es ist Satire. Doch dann kam dass es ernst ist. Wie verarsche ich die Leute.“

Speziell jüngere Generation soll angesprochen werden

Analog zum ersten Teil gibt es ein zweites Video, in dem Luise Lehmann, offenbar die Frau von Anton, von der schweren Zeit im Jahr 2020 berichtet. Das ganze Land habe damals „voller Hoffnung auf uns junge Leute geschaut“, erzählt sie mit einem Blick aus dem Fenster - um dann zu sagen: „Wir fassten uns ein Herz. Und taten: nix.“

Auch dieses Video ist ein Appell, zuhause zu bleiben und die sozialen Kontakte auf ein Minimum zu beschränken. Mit diesen Clips will die Bundesregierung wohl speziell die jüngere Generation ansprechen und fordert die Jugend auf: „Werde auch du zum Helden und bleib zuhause“.

mz

Rubriklistenbild: © Screenshot Facebook

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