Er wurde zu 35 Jahren verurteilt

Sextäter darf gezeugtes Kind sehen - Verzweifelte Botschaft einer vergewaltigten Mutter

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England - Sammy Woodhouse. Sie war eines der zahlreichen Opfer des organisierten Missbrauchs von Kindern im britischen Rotherham. Sie wurde von ihrem Peiniger sogar schwanger. Nun haben die Behörden dem verurteilten Straftäter das Recht angeboten, das bei der Vergewaltigung gezeugte Kind zu sehen. 

Sammy Woodhouse wurde im englischen Rotherham im zarten Alter von 14 Jahren brutal vergewaltigt und dabei auch noch schwanger. Der Täter wurde im Februar 2016 wegen 23 Sexualdelikten zu 35 Jahren Haft verurteilt. Zwischen der Tat und der Verurteilung lagen 16 lange Jahre, in denen Sammy immer wieder ihre schrecklichen Erlebnisse schildern musste. Und jetzt der nächste Schock: Die Behörden bieten dem Täter an sein Kind regelmäßig zu sehen. 

Woodhouse: "Das geschieht immer wieder im ganzen Land, und das muss aufhören"

Genau aus diesem Grund wendet sich die mittlerweile 33-jährige Mutter per Twitter an die Öffentlichkeit und fordert eine Änderung der Gesetze. Sammy Woodhouse ist fassungslos. Es könne nicht sein, dass ein verurteilter Sexualtäter plötzlich das Recht hätte, das Kind zu besuchen. Er, Arshid Hussain, stelle sowohl für die Mutter als auch für das Kind eine große Gefahr dar. Es gehe hierbei nicht nur um sie: "Das geschieht immer wieder im ganzen Land, und das muss aufhören"

Sammy sagt aber auch, dass sie den Mann, der sie vergewaltigt hat, nicht hassen kann, als sie mit 14 schwanger wurde, weil ihr Sohn "ein Teil von ihm ist".

Mit dem Gang an die Öffentlichkeit outete sich Woodhouse als eines der Opfer des organisierten Missbrauchs von Kindern in Rotherham. Laut einem Untersuchungsbericht von 2014 waren mindestens 1400 Minderjährige in der nordenglischen Stadt zwischen 1987 und 2003 sexuell missbraucht und zur Prostitution gezwungen worden, ohne dass die Behörden eingriffen, berichtet stern.de.

Dem zu 35 Jahren Haft verurteilten Anführer der "Rotherham Grooming Gang", Arshid Hussain, wurde im Rahmen eines Fürsorgeverfahrens mitgeteilt, dass er Besuche des Jungen im Gefängnis beantragen und damit eine Rolle im Leben des Kindes spielen könne. 

Bewegende Video-Botschaft

Ein Sprecher des Stadtrates von Rotherham verteidigte die Entscheidung. Die Behörden seien laut Gesetz dazu verpflichtet den Vater über ein mögliches Fürsorgerecht zu informieren. Das Justizministerium allerdings widerspricht dem Sprecher. Der vorliegende Fall sei "erschütternd" und alle zuständigen Behörden arbeiteten daran, "die Versäumnisse nachzuvollziehen und zu thematisieren", erklärte das Ministerium.

Es gibt allerdings einen Lichtblick. Laut rtl.de will Arshid Hussain von seinem Recht keinen Gebrauch machen. 

mz/AFP

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