Todenhöfer und Nuhr äußern sich

"Erbärmlich" und "pubertär": Stimmen zum Schmähgedicht

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Ja Böhmermann hat mächtig Ärger.

München - Die Erdogan-Affäre um Böhmermanns Schmähgedicht zieht immer weitere Kreise - nun mischt sich der Journalist Jürgen Todenhöfer ein, auch Comedian Dieter Nuhr positioniert sich gegen das Gedicht.

"Pervers, verlaust und zoophil/ Recep Fritzl Priklopil" - das ist nur ein Satz aus dem Schmähgedicht auf den türkischen Ministerpräsidenten Recep Erdogan. Es stammt aus der Feder des Satirikers Jan Böhmermann und schlägt derzeit hohe Wellen im Mediengeschäft. Nachdem Böhmermann das Gedicht in der Sendung NEO MAGAZIN Royale vortrug, reagierte das ZDF und löschte die Aufnahme der Sendung aus der hauseigenen Mediathek. Der Sender kommentierte dieses Vorgehen wie folgt: 

Schmähgedicht hat nicht nur Fans

Die Türkei verlangt indes eine

Strafverfolgung Böhmermanns 

- der Anwalt will gegen den Satiriker bis in die letzte Instanz gehen. Bundeskanzlerin Angela Merkel distanzierte sich von dem Gedicht gegen Erdogan. 

Während das breite Publikum sich hinter den Satiriker zu stellen scheint, der mittlerweile unter Polizeischutz steht, gibt es auch Menschen, die sein Gedicht angreifen: Einer von ihnen ist der Münchner Journalist Jürgen Todenhöfer. 

"Versteckter Rassismus"

Am Montag tat er seine Meinung auf Facebook kund und greift Böhmermann in einem Post namens "Der Schmäh-Mann" öffentlich an: "Das Schmähgedicht gegen Erdogan ist unterste Schublade". Er verurteilt Böhmermanns Worte  als "erbärmlich" und "rassistisch" und kommt zu folgendem Resultat: "Das soll Kunst sein? Verdammt noch mal, nein! Das ist Beleidigung um der Beleidigung Willen." Außerdem fordert der Münchner Autor eine Entschuldigung: "Für seine offenen Schläge unter die Gürtellinie und seinen versteckten Rassismus".

Auf den Beitrag wurde bislang (Stand: Mittwoch, 8.15 Uhr) über 13.000 Mal reagiert, er wurde 2.682 Mal geteilt.

Comedian Dieter Nuhr, der zuletzt als "Bester Komiker" ausgezeichnet wurde, hält ebenfalls keine großen Stücke auf Böhmermanns Gedicht. Gegenüber dem Spiegel äußerte er sich wie folgt: "Ich halte Böhmermanns Gedicht für pubertär (...) Der Satz "Satire darf alles" ist selbstverständlich falsch." 

Auch Nationalspieler Lukas Podolski positionierte sich klar gegen Böhmermanns Gedicht.

Der Komiker Michael Mittermair weist darauf hin, dass es bei diesem Gedicht nicht um einzelne Aussagen geht: "Es ist eine inszenierte Provokation im Rahmen einer Satiresendung, und als solche hat sie ja wohl funktioniert"

bp

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