Filme per Flatrate: Neun Tipps rund ums Videostreaming

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Heimkino geht auch am Laptop. Diverse Streamingdienste im Netz machen es möglich. Foto: Inga Kjer

Für einen gemütlichen Filmabend zu Hause braucht es heute nur noch einen Internetanschluss, ein netzwerkfähiges Gerät und einen Eimer Popcorn. Der Film kommt aus dem Netz - Videostreaming sei Dank. Zwischen den Anbietern gibt es aber große Unterschiede.

München (dpa/tmn) – Die DVD-Sammlung ist selbst für eingefleischte Film- und Serienfans inzwischen ein Relikt der Vergangenheit. Gut abgehangene Klassiker und die neusten Blockbuster kommen heute als Flatrate aus dem Netz.

Streamingdienste wie Amazon Prime, Watchever, Netflix, Sky Snap und Maxdome machen es möglich. Allerdings gibt es nicht überall jeden Titel zu sehen, und nicht jeder Dienst bietet den gleichen Service. Neun Tipps, die Verbraucher bei der Wahl der richtigen Netz-Videothek beachten müssen:

1. Der richtige Preis: Für unbegrenzte Film- und Serienstreams müssen Kunden in der Regel etwa acht Euro pro Monat zahlen. Extras wie eine Offline-Option oder die Möglichkeit, ein Abo auf mehreren Geräten zu nutzen, kosten manchmal etwas mehr. Deutlich günstiger wird es nur bei Sky Snap und Amazon Prime, wobei Amazon Prime nur in Verbindung mit einer Jahresmitgliedschaft verfügbar ist. Manche Streamingdienste bieten neben der Flatrate auch noch Filme und Serien zum kostenpflichtigen Einzelabruf an.

2. Das beste Sortiment: Den einen Streaming-Anbieter mit allen Serien und Filmen gibt es nicht. "Man muss als Nutzer schon sehr genau hingucken, was es wo gibt", sagt Benjamin Hartlmaier von der Computerzeitschrift "Chip". Manche Filmklassiker und Serien-Hits sind zwar fast überall vorrätig, andere Inhalte dafür nur bei einem Anbieter. Kein Wunder: Firmen wie Amazon und Netflix sind inzwischen nicht mehr nur Streaming-Anbieter, sondern produzieren auch eigene Serien – und bieten diese exklusiv an. Einen Überblick, was wo zu sehen ist, gibt es unter werstreamt.es im Netz.

3. Nichts hält ewig: Nur weil ein Film einmal bei einem Anbieter zu sehen ist, muss das nicht für immer so bleiben. Immer wieder verschwinden Inhalte über Nacht aus dem Sortiment, warnt Georg Tryba von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Ärgerlich ist das vor allem bei langen Serien, die man nicht an einem Abend anschaut. Vorgewarnt wird der Zuschauer nicht, sagt Tryba: "Die Anbieter packen Sachen vielleicht in eine „Letzte Chance“-Rubrik, aber genaue Informationen gibt es meistens nicht. Das ist schon sehr kundenunfreundlich."

4. Nur im Original: Synchronisierte Filme und Serien sind in Deutschland selbstverständlich. Viele Fans schauen die Inhalte aber lieber im Original. Nicht jeder Streamingdienst erfüllt diesen Wunsch: "Netflix hat da zurzeit die Nase vorn, Amazon Prime zieht aber nach", sagt Benjamin Hartlmaier. Bei den anderen Anbietern gebe es tendenziell weniger O-Ton-Fassungen, die sich außerdem oft in einer eigenen Kategorie verstecken.

5. Legale und illegale Streams: Warum bezahlen, wenn es viele Inhalte auch kostenlos im Netz gibt? Wer keine Lust auf rechtlichen Ärger hat, sollte von illegalen Streams lieber die Finger lassen, rät der Düsseldorfer Rechtsanwalt Michael Terhaag. "Wenn man sich anguckt, wie günstig die legalen Angebote inzwischen sind, stehen Kosten und Risiko da eigentlich in keinem Verhältnis mehr." Ob das Anschauen von Streams wirklich illegal ist, sei rechtlich zwar noch nicht endgültig geklärt. "Aber selbst bei einer unberechtigten Abmahnung müssen Sie häufig ja am Ende noch Ihren Anwalt bezahlen."

6. Der richtige Internetanschluss: Spaß macht das Kino aus dem Netz nur mit der richtigen Bildqualität und ohne Unterbrechungen. Dafür braucht es einen anständigen Internetzugang. "16 Megabit pro Sekunde sollten es schon sein", rät Benjamin Hartlmaier. Noch mehr Bandbreite benötigen vor allem Familien oder Wohngemeinschaften, in denen mehrere Nutzer gleichzeitig aufs Internet zugreifen. "Wenn Sie parallel noch was herunterladen, kann das die Bildqualität natürlich erheblich verschlechtern", warnt der Experte.

7. Streaming auf jedem Gerät: Über den Browser lassen sich Streaming-Dienstleister auf jedem Computer ansteuern. Dazu kommen spezielle Apps für Tablet und Smartphone, Smart-TVs, Spielkonsolen sowie Mediaplayer und –sticks. Fast jeder Anbieter ist inzwischen fast überall zu finden, und die Benutzerführung ist auf jedem Gerät ähnlich. Umstellen muss sich der Nutzer beim Wechsel vom Tablet zum Fernseher also kaum. Eine Ausnahme sind Anbieter wie Amazon Prime, die ihre eigenen Geräte bevorzugen – in diesem Fall die der Kindle-Familie.

8. Videostreaming unterwegs: Theoretisch kann man die Dienste auch im Zug oder anderswo nutzen. In der Praxis ist das aber selten eine gute Idee. "In einem offenen WLAN klappt das vielleicht mal", so Hartlmaier. Im Mobilfunknetz funktioniert Videostreaming dagegen nur mit guter Netzabdeckung, LTE-Tarif und –Handy und einer dicken Flatrate. "Die üblichen 500 Megabyte haben sie ja sonst in einer halben Stunde gesprengt", warnt der Redakteur. Wer unterwegs Filme und Serien anschauen will, sollte sich daher besser für einen Anbieter mit Offline-Modus entscheiden, mit dem sie sich im Heimnetz zum Anschauen unterwegs herunterladen lassen.

9. Gratis ausprobieren: Ein kostenloser Testmonat ist bei den Streamingdiensten Standard. So können potenzielle Kunden in Ruhe ausprobieren, ob Angebot und Apps zu ihnen passen. Angst vor Kostenfallen müssen sie dabei nicht haben: "Das ist tatsächlich ziemlich kundenfreundlich gestaltet", sagt Verbraucherschützer Georg Tryba. Ist der Monat vorbei, wird das Gratisangebot zwar automatisch kostenpflichtig. Die Dienste lassen sich aber in der Regel monatlich und unkompliziert kündigen. Vergessliche Tester landen also nicht in der Kostenfalle.

Werstreamt.es

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