Nach Beschwerden deutscher Verbraucherschützer

Google erfasste Daten aus WLAN-Netzen - Ministerin empört

San Francisco. Der Internet-Konzern Google hat eingeräumt, in den vergangenen vier Jahren rund 600 Gigabyte an Daten aus WLAN-Netzen weltweit abgegriffen zu haben. Das Unternehmen entschuldigte sich am Freitag auf seiner Website für die Erfassung der Daten, die unabsichtlich erfolgt sei.

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 Man sei auf das Problem erst durch eine entsprechende Anfrage des deutschen Verbraucherschutzministeriums aufmerksam geworden, erklärte der Konzern. Das Bundesverbraucherministerium hatte Google Ende April aufgefordert offenzulegen, welche Daten bei der Erstellung des umstrittenen Programms Street View gesammelt würden. Anlass waren Beschwerden von Datenschützern, der Konzern filme nicht nur Straßenansichten, sondern kartografiere sämtliche WLAN-Netze von Unternehmen und Haushalten.

Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner.

Google hat dies bereits eingeräumt. Neu ist aber das Eingeständnis des Konzerns, dass dabei auch über die WLAN-Netze gesendete Daten erfasst wurden. Diese sollen nun mit Einverständnis der Regierungen der 30 betroffenen Länder gelöscht werden, wie Google erklärte.

Das Verbraucherschutzministerium bezeichnete die Datenpanne als „alarmierend“. Der Vorgang sei ein weiterer Beleg dafür, „dass Datenschutz für Google noch immer ein Fremdwort ist“, sagte ein Sprecher von Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) am Samstag in Berlin. „Wir werden diesen Fall nicht auf sich beruhen lassen. Wie viele Pannen will sich Google eigentlich noch leisten?“ (apn)

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