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„Peinliche Show“

Greta Thunberg: Video von Festnahme wirft Fragen auf - alles nur inszeniert?

Greta Thunberg
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Polizisten tragen die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg aus einer Gruppe von Demonstranten und Aktivisten heraus vom Rand des Braunkohletagebaus Garzweiler II weg.

Klimaaktivistin Greta Thunberg ist am Dienstag (17. Januar) während Protesten in der Nähe des Tagebaus Garzweiler bei Lützerath vorübergehend von der Polizei in Gewahrsam genommen worden. Die Art und Weise sorgt für Diskussionen im Netz.

Erkelenz - Thunberg wurde demnach von drei Polizisten weggetragen und nach gut 50 Metern abgesetzt, um eine Personenkontrolle durchzuführen. Die Polizei bestätigte, dass Thunberg am Dienstag Teil der Gruppe war, die sich auf die Kante zubewegt hatte und dann aufgehalten und weggetragen wurde.

Greta Thunberg: Video sorgt für Diskussionen

Ein Video der Festnahme von Thunberg und wie sie weggetragen wird, kursierte kurze Zeit später im Netz. Und sorgt dort nun für Diskussionen. Auf dem Video ist zu sehen, wie Thunberg zwischen zwei Polizisten steht, welche sie an den Armen halten. Um sie herum stehen Fotografen und Kameraleute.

Thunberg wirkt locker, zu Beginn des kurzen Videos lacht sie, während die Fotografen und Kameraleute die Szene festhalten. Was davor passiert ist, ist in dem Clip nicht zu sehen. Danach wird sie von den Polizisten weggebracht. Andere Videos in den sozialen Medien zeigen, wie Thunberg von Beamten der Polizei getragen werden muss.

„Peinliche Show“

Insbesondere der erste Clip sorgte auf Twitter für Diskussionen, der Verdacht einer Inszenierung wurde mehrfach geäußert. So schrieb ein User des sozialen Netzwerkes: „Ob die Laiendarsteller der Polizei hierfür eine Gage bekommen haben? Bilder der inszenierten Festnahme von Greta Thunberg in Lützerath. Peinlich!“

Ein anderer schrieb einfach nur: „Peinliche Show“. Viele Kommentare verteidigten Thunberg aber auch: „Jetzt beschweren sich Leute wie Poschardt darüber, dass die Polizei nicht gemeiner und ruppiger zu Greta Thunberg war. Die Dummheit ist grenzenlos und vorhersehbar.“

Polizei äußert sich zu Vorwurf der Inszenierung

Auch die Polizei Aachen, die mit den Vorwürfen einer angeblichen Inszenierung konfrontiert wurde, äußerte sich. Gegenüber der Kölnischen Rundschau teilte man mit: „Es gab aus dieser Gruppe keine Widerstandshandlungen, deswegen gab es auch für die Beamten vor Ort keinen Grund, härter durchzugreifen. Es gibt keinen Promi-Bonus, es gibt aber auch keine Promi-Ungleichbehandlung“, sagte ein Polizeisprecher. „Wir haben kein Interesse an einer Eskalation, genauso wie der erhebliche Teil der Menschen, die dort ihre Meinung kundtun.“

Greta Thunberg äußerte sich selbst auf Twitter am Mittwoch (18. Januar). „Gestern war ich Teil einer Gruppe, die friedlich gegen den Ausbau einer Kohlemine in Deutschland protestiert hat. Wir wurden von der Polizei einkesselt und dann festgenommen, aber später am Abend wieder freigelassen.“

Bis zu 3700 Polizisten in Lützerath im Einsatz

Bei der Räumung der Siedlung Lützerath für den Braunkohle-Abbau waren bis zu 3700 Polizisten gleichzeitig im Einsatz gewesen. Das geht aus einem Bericht des NRW-Innenministeriums an den Landtag hervor. Am vergangenen Freitag seien am meisten Beamte im Einsatz gewesen. Am vergangenen Samstag, als es am Rande der Demonstration gegen die Räumung zu Ausschreitungen kam, seien es 3300 Kräfte gewesen.

Schon im Vorfeld der Räumung seien brennende Barrikaden errichtet worden. Polizisten und RWE-Mitarbeiter seien mit Pyrotechnik, Farbbeuteln und Steinen beworfen worden. 372 Menschen hätten Lützerath schließlich freiwillig verlassen, 159 hätten von der Polizei weggebracht werden müssen.

Schlagstock- und Wasserwerfereinsatz

Bei der Demonstration am Samstag hätten mehrere Tausend Demonstranten die genehmigte Demonstrationsroute verlassen und sich auf Lützerath zubewegt. Die Versuche, die Polizeiketten nach Lützerath zu durchbrechen, seien mit Schlagstock- und Wasserwerfereinsatz verhindert worden. Dabei seien die Wasserwerfer nur mit der „Regen“-Funktion eingesetzt worden, gezielte Wasserstöße auf Störer habe es nicht gegeben.

Die nordrhein-westfälische Polizei sei von Kräften aus fast allen Bundesländern und des Bundes unterstützt worden. Die statistische Erfassung von Strafanzeigen, Gewahrsamnahmen und vorläufigen Festnahmen dauere noch an. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) hatte am Montag von 180 Strafanzeigen berichtet.

Aktivisten werfen Polizei Gewalt vor

Aktivisten hatten der Polizei Gewalt-Exzesse bei der Großdemonstration am Samstag vorgeworfen. Sie schätzten die Zahl der Verletzten seit Beginn der Polizeiaktionen am 8. Januar auf rund 300. Am Samstag seien es zwischen 90 und 120 verletzte Demonstranten gewesen, sagten Sprecher von „Lützerath lebt“. Die Polizei nannte keine Zahl verletzter Demonstranten und Aktivisten, bestätigte aber, dass am Samstag neunmal Demonstranten mit Rettungswagen in Krankenhäuser gebracht worden seien. In Lebensgefahr habe sich aber keiner der Demonstranten befunden.

fgr/dpa

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