TikTok geht gegen gefährliche Challenge vor

Grusel-Goofy fordert Jugendliche zu Selbstmord auf - Social-Media-Plattform greift durch

Netzwelt - Auf verschiedenen Social-Media-Plattformen kursiert ein Kettenbrief, in dem eine gruselige Fratze Kinder und Jugendliche zu einer lebensgefährlichen Challenge herausfordert. Ein Experte warnt Eltern und Kinder. TikTok geht inzwischen gegen die gefährlichen Inhalte vor.

Update, 15.35 Uhr - TikTok will Challenge unterbinden

Wie eine Unternehmenssprecherin von TikTok auf Anfrage von rosenheim24.de berichtet, duldet der Konzern keine Inhalte, die gefährliche Challenges verstärken, bewerben oder glorifizieren. Solche Inhalte werden sofort entfernt, wenn sie von Nutzern gemeldet werden.

Auch entferne das Moderatorenteam unangemessene Inhalte und sperre Accounts, die gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen. 

"Daher beobachtet unser Moderatorenteam proaktiv Inhalte rund um "Jonathan Galindo" und nimmt notwendige Aktionen vor, damit TikTok eine sichere Umgebung bleibt. Obwohl nur eine geringe Zahl von Inhalten zu dem Thema auf unsere Plattform hochgeladen wurde, haben wir als vorsorgliche Maßnahme den Suchbegriff deaktiviert und entfernen alle Nutzer*innen, die vorgeben, Jonathan Galindo zu sein," so die Sprecherin.

Update, 12.45 Uhr - TikTok löscht Grusel-Videos

Die Plattform TikTok löscht nun alle Videos und Nachrichten von Grusel-Goofy Jonathan Galindo. Alle seine Beiträge werden künftig umgehend entfernt, berichtet ein TikTok-Sprecher der Passauer Neuen Presse gegenüber. Gefährliche Challenges verstoßen demnach gegen die Community-Regeln der Plattform, die ihre Nutzer schützen sollen.

Erstmeldung

Gerade noch warnten Experten auf aller Welt Jugendliche und Kinder vor der "Momo-Challenge", die im Netz kursierte, schon hat die Horror-Fratze einen Nachfolger gefunden: Auf Sozialen Medien Plattformen fordert jetzt Grusel-Goofy in einem Kettenbrief zu gefährlichen Aufgaben auf - und diese können lebensgefährlich enden, berichtet techbook.de.

Momo war nicht die erste solche Herausforderung, bereits 2016 ging die "Blue Whale Challenge" um die Welt. Der neue Kettenbrief scheint sich stark an dieser zu orientieren und kann sehr gefährlich werden, warnt Cyber-Kriminologe Dr. Thomas-Gabriel Rüdiger auf seiner Twitter-Seite. 

Grusel-Goofy stellt gefährliche Aufgaben

Von Profilen wie diesem wird die Challenge verschickt.

Jonathan Galindo nennt sich der Unbekannte, der den Jugendlichen die Challenges stellt. Er schickt ihnen einen Link, der zu einer Liste mit 50 Aufgaben führt, eine für jeden Tag. Und die werden immer heftiger. Selbstverletzend sind sie und zum Teil lebensgefährlich, berichtet businessinsider.de. Die letzte Aufgabe fordert sogar zur Selbsttötung auf. Wer hinter dem Pseudonym Jonathan Galindo steckt, das weiß niemand so genau. Was man aber weiß, ist dass es inzwischen unzählige Nachahmer gibt, die Accounts unter seinem Namen erstellen und so die Liste in Umlauf halten.

Auch sollen die Empfänger die Liste an ihre Freunde weiterleiten. Wer nicht mehr teilnehmen will, bekommt Drohungen. 

Rüdiger erklärt businessinsider gegenüber, dass das Problem dabei vor allem sei, dass viele Jugendliche ihren Eltern nichts von problematischen Netz-Inhalten erzählen, was einen Dialog schwierig macht. Außerdem kennen sich viele Eltern gar nicht gut genug im Netz aus, um Bedrohungen adäquat einzuordnen und zu erkennen. 

Lösungsansatz des Experten

Sein Lösungsansatz: Schulunterricht im Bereich "Medienkompetenz" ab der ersten Klasse. Darin solle man Kindern beibringen, wie sie sich schützen können und was man im Internet überhaupt alles darf und was nicht. 

Dennoch, wenn es um Grusel-Goofy geht, sollen sich Eltern mit ihren Kindern auseinandersetzen und darüber sprechen, wie gefährlich die Challenge wirklich ist. 

Ähnlich wie bei der "Blue Whale Challenge" 2016 fangen die Aufgaben noch verhältnismäßig harmlos an, eskalieren aber schnell zu Risiko-Verhalten, Selbstverletzung und schließlich Selbsttötung. In Russland wurden damals 130 Ermittlungsverfahren zu dem Kettenbrief eingeleitet, mindestens drei Mädchen nahmen sich wegen der Challenge das Leben. Auch in Deutschland war der Brief im Umlauf und führte zu Selbstverletzungen. 

Auch Momo führte zu vermeintlichen Todesopfern.

jv

Rubriklistenbild: © dpa/instagram (Collage)

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