Gutachter: Google StreetView ist o.k.

Berlin - Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner sieht das kritischer: Der Rechtsinformatiker Nikolaus Forgo hält Google StreetView rechtlich für unbedenklich.

Und zwar sei das sowohl aus Sicht des Daten- wie des Persönlichkeitsschutzes so. Forgo wies am Dienstag auf einer Veranstaltung des Internet-Riesen in Berlin unter anderem darauf hin, dass die Bilder nicht in Echtzeit ins Internet gestellt werden sollen. Google-Rechtsexperte Arnd Haller erklärte, die Gesichter der zufällig fotografierten Menschen und der erfassten Nummernschilder würden durch Pixel unkenntlich gemacht.

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Forgo ist Professor für Rechtsinformatik an der Universität Hannover. Das Fazit seiner Beurteilung von Google StreetView lautete, dass der Dienst "datenschutzrechtlich unbedenklich" ist. "Eine Verletzung des Allgemeinen Persönlichkeitsrecht kann nur für den einzelnen Fall untersucht werden, ist jedoch in der Regel unwahrscheinlich", sagte der Gutachter.

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In Deutschland wird dieser Google-Dienst noch nicht angeboten. Aber die Vorbereitungen dafür laufen bereits seit 2008. Kamerawagen machen seit Monaten von jeder Kommune Zigtausende Aufnahmen in einer 360-Grad-Rundumsicht.

Mit solchen Autos macht Google Street View Aufnahmen

Die Panoramabilder werden mit Geodaten - also den genauen Längen- und Breitengraden - versehen und zu einem riesigen Städtepuzzle zusammengefügt. Die Nutzer sollen nicht mehr langweilige Stadtpläne vor sich haben, sondern einen realistischen Spaziergang durch Straßen machen können - mit Menschen, Autos und Gebäuden.

Der Online-Service begann im Mai 2007 mit vier Städten in den USA. Inzwischen kann man dort ungezählte Orte aus der Straßenperspektive erkunden. Nach den USA folgten Australien und Japan. Auch in Großbritannien, Holland, Italien, Frankreich und der Schweiz laufen entsprechende Projekte.

apn

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Rubriklistenbild: © dpa

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