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Ukrainer geht viral

„Das ist Igor und er besitzt jetzt ein russisches Raketenabwehrsystem im Wert von 20 Mio. US-Dollar“

Der Ukrainer Igor hat womöglich nun sein eigenes Raketenabwehrsystem.
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Der Ukrainer Igor hat womöglich nun sein eigenes Raketenabwehrsystem.

Viele Informationen zum Krieg in der Ukraine verbreiten sich über soziale Medien. Gerade der Kurznachrichtendienst Twitter ist hierbei ein beliebtes Mittel. In den letzten Tagen hat ein Tweet allerdings für besonders viel Aufsehen gesorgt. Nämlich der über Igor und sein Raketenabwehrsystem.

Ukraine - Soziale Netzwerke sind gerade in der heutigen Zeit ein beliebtes Mittel der Informationsverbreitung. Dabei werden unglaublich viele Nachrichten verfasst, die sich mitunter wie ein Lauffeuer verbreiten. Dieser Prozess ist kaum kontrollierbar.

Ob Nachrichten der Wahrheit entsprechen oder ob es sich um sogenannte Fake News handelt, ist oft schwierig nachzuprüfen. Das ist zum einen eine Chance, weil jeder etwas Wichtiges teilen kann, aber zum anderen auch eine Gefahr durch verzerrte Wahrheiten und Fehlinformationen.

Vor kurzem gingen so Videos viral, auf denen zu sehen ist, wie Ukrainer mit ihren Traktoren russische Panzer stibitzen, die sich zumindest nicht als Fälschungen identifizieren ließen. Nun sorgt ein ähnlicher Fall für Aufsehen. Der Blog Oryxspioenkop versucht unter anderem über Twitter Buch zu führen über jegliche Artillerie, die bei der russischen Invasion in der Ukraine, zerstört, erobert, beschlagnahmt oder ähnliches wird. Dabei ist er auf den Ukrainer Igor gestoßen.

In dem Tweet dazu heißt es, dass Igor ein russisches Raketenabwehrsystem im Wert von gut 20 Millionen US-Dollar auf seinem täglichen Spaziergang durch den Wald verlassen vorgefunden habe und dass es nun ihm gehöre. Die Kurznachricht wurde daraufhin enorm oft geteilt und weiterverbreitet.

Auf Wikipedia existiert eine Liste mit allen Besitzern von derartigen Raketenabwehrsystemen. Ein User wies also darauf hin, dass Igor in dieser Liste fehlen würde, da er sich ja schließlich nun auch in diese Liste einreihen würde.

Hin und Her aus Wikipedia

Im Handumdrehen wurde er also im offiziellen Wikipedia-Beitrag ergänzt und fand seinen Platz zwischen Griechenland und dem Iran. Diverse Male wurde der Artikel danach noch bearbeitet, Igor rausgelöscht, Igor wieder eingefügt, bis der Artikel schlussendlich zeitweise ganz gesperrt wurde. Aktuell taucht der Ukrainer nicht mehr in der Liste auf, doch sollte es eine weitere fundierte Quelle geben, wäre es schon denkbar, dass Igor wieder Einzug in diese Auflistung erhält.

Faktencheck unmöglich

Das deutsche Nachrichtenportal watson.de hat bereits versucht, den Tweet um Igor zu verifizieren und beißt dabei auf Granit. Es stellt zwar fest, dass der Blog, der den Tweet abgesetzt hat, glaubwürdig ist und dort qualifizierte Journalisten arbeiten, die unter anderem als Militärexperten gelten und schon für international renommierte Recherchenetzwerke tätig waren.

Aber auch, dass sich nicht nachvollziehen lässt, wer genau Igor sei und ob seine Geschichte stimme. Genauso wenig lässt sich der Tweet allerdings sicher als Fälschung deklarieren. Woher der Blog die Geschichte hat, ist unbekannt.

nt