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80 Frauen kämpften um begehrten Titel

Harnaaz Sandhu ist die neue „Miss Universe“: Viel Kritik und ein Novum bei Misswahl

Israel, Eilat: Harnaaz Sandhu (Miss Indien) gewinnt den 70. „Miss Universum“-Schönheitswettbewerb in Israels südlicher Küstenstadt Eilat am Roten Meer.
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Israel, Eilat: Harnaaz Sandhu (Miss Indien) gewinnt den 70. „Miss Universum“-Schönheitswettbewerb in Israels südlicher Küstenstadt Eilat am Roten Meer.

Vor dem Wettbewerb gab es heftige Kritik an der Veranstaltung, Südafrika entzog seiner Kandidatin sogar die Unterstützung. Mitten in der Nacht wurde nun in Israel die Gewinnerin des Schönheitswettbewerbs gekürt.

Tel Aviv/Eilat - Harnaaz Sandhu aus Indien steht im silbern glitzernden, schmalen Kleid auf der Bühne und hält die Hände von Miss Paraguay. Als Moderator Steve Harvey verkündet, dass die 21-jährige Inderin „Miss Universe 2021“ ist, gibt es für sie kein Halten mehr. Sandhu geht in die Knie, schlägt sich eine Hand vor das Gesicht. Ihre Vorgängerin setzt ihr ein Diadem auf. Es ist das große Finale der Show in der israelischen Küstenstadt Eilat am Roten Meer.

Eloisa für Deutschland am Start

Bei der 70. „Miss Universe“-Wahl in der Nacht zum Montag waren insgesamt 80 Frauen angetreten. Für Deutschland hatte die 19-jährige Eloisa Jo-Hannah Seifer aus Düsseldorf teilgenommen. Die Veranstaltung begann um 3 Uhr nachts israelischer Ortszeit, um live in der Primetime des amerikanischen Fernsehens ausgestrahlt werden zu können.

Die Schauspielerin Sandhu lässt sich nach Angaben der Veranstalter von der Arbeit des indischen Filmstars Priyanka Chopra Jonas inspirieren. Sie habe zudem mit ihrer Mutter, einer Frauenärztin, in Gesundheitscamps gearbeitet und dabei Frauengesundheit und menstruelle Hygiene propagiert, hieß es. In ihrer Freizeit tanzt die 21-Jährige gerne, macht Yoga, kocht, reitet und spielt Schach.

Nadia Ferreira für viele Favoritin

„Hör auf, dich mit anderen zu vergleichen“, riet Sandhu anderen jungen Frauen während der Show. „Komm raus, sprich für dich selbst, weil du dein Leben führst, du deine eigene Stimme bist. Ich habe an mich selbst geglaubt und deswegen stehe ich heute hier.“ Die Wahl von Sandhu sorgte im Netz dennoch für großes Unverständnis. Viele hätten zum Beispiel lieber Nadia Ferreira, Kandidatin aus Paraguay, die Krone aufgesetzt.

Erst im Mai hatte die damals 26-jährige Andrea Meza aus Chihuahua den Titel der „Miss Universe 2020“ im US-Bundesstaat Florida gewonnen. Der Wettbewerb war wegen der Corona-Pandemie aus dem Vorjahr verschoben worden.

Bei dem Wettbewerb zur „Miss Universe 2021“ trat laut den Veranstaltern erstmals eine Kandidatin aus den Vereinigten Arabischen Emiraten an. Außerdem war demnach zum ersten Mal seit mehr als vier Jahrzehnten wieder eine Kandidatin aus Marokko dabei.

Mit den Vereinigten Arabischen Emiraten unterzeichnete Israel im September vergangenen Jahres ein Abkommen über die Aufnahme diplomatischer Beziehungen. Ende vergangenen Jahres einigte sich der jüdische Staat auch mit Marokko auf eine Normalisierung der Beziehungen.

Heftige Kritik im Vorfeld

Im Vorfeld der Veranstaltung gab es allerdings Kritik von verschiedenen Seiten: Die südafrikanische Regierung entzog der eigenen Kandidatin im November die Unterstützung, nachdem diese an der Wettbewerbsteilnahme in Israel festgehalten hatte. Südafrika hat Israel immer wieder wegen der Besatzung der Palästinensergebiete kritisiert.

In den vergangenen zwei Wochen empörten sich zudem in sozialen Netzwerken vermehrt im Ausland lebende Verwandte von Israelis. Diese können aktuell ihre Familien in Israel grundsätzlich nicht besuchen, weil das Land wegen der Omikron-Variante des Coronavirus Ende November die Grenzen für Touristen erneut geschlossen hatte.

Eigentlich Einreiseverbot in Israel

Israel verlängerte das Einreiseverbot für Touristen wegen der Omikron-Variante des Coronavirus um weitere zehn Tage. Die aktuelle Maßnahme wäre eigentlich in der Nacht zu Montag ausgelaufen. Damit bleiben die Grenzen für Ausländer bis kurz vor Weihnachten geschlossen, wie aus einer Mitteilung von Ministerpräsident Naftali Bennett und Gesundheitsminister Nitzan Horowitz in der Nacht auf Freitag hervorging.

Zudem sollen demnach weiterhin alle Personen, die aus einem beliebigen Land nach Israel zurückkehren - darunter auch geimpfte Israelis - bei der Einreise mindestens drei Tage lang in Quarantäne gehen.

Ungeachtet dieser Regelungen konnten Teilnehmerinnen der „Miss Universe“-Show sowie „entscheidendes Personal“ mit Spezialgenehmigungen ins Land kommen, wie die Veranstalter mitteilten. Eine Teilnehmerin wurde nach der Ankunft in Israel zudem positiv auf das Coronavirus getestet.

Wegen der Corona-Pandemie konnten bei der Show nur Zuschauerinnen und Zuschauer mit einem „Grünen Pass“ anwesend sein - also wenn sie entweder von Corona genesen sind oder in den letzten sechs Monaten dagegen geimpft wurden. Zudem galt eine Maskenpflicht. Die Teilnehmerinnen und Mitarbeiter der Produktion waren nach Veranstalterangaben alle geimpft und mussten alle zwei Tage PCR-Tests machen.

Die Infektionszahlen für das Coronavirus sind in Israel seit Wochen auf einem relativ niedrigen Stand. Allerdings gab es zuletzt Warnungen vor einem erneuten Anstieg der Zahlen und dem Beginn einer neuen Infektionswelle.

dpa/mz