„Bitte nicht mit Kindern schauen“

Joko und Klaas zeigen Horror-Bilder aus Flüchtlingscamp „Moria“ zur Primetime

Joko und Klaas
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Erneut haben sich die Moderatoren Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf von ProSieben freie Sendezeit erspielt. 

Erneut haben sich die Moderatoren Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf von ProSieben freie Sendezeit erspielt. Das Duo nutzte die 15 Minuten, um auf die aktuelle Lage im Flüchtlingscamp Moria auf der griechischen Insel Lesbos aufmerksam zu machen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Erneut machen Joko und Klaas auf ein gesellschaftliches Problem aufmerksam
  • In dem neuen Beitrag geht es um das Flüchtlingscamp Moria auf der griechischen Insel Lesbos
  • Das Video erregte einige Aufmerksamkeit

„Bitte nicht mit Kindern schauen“ - Diesen Satz schiebt Klaas Heufer-Umlauf in der Anmoderation der 15-minütigen Mini-Dokumentation „ A short Story of Moria“ im Rahmen ihrer Sendung „Joko & Klaas Live“ vorweg.

Und tatsächlich sind die gezeigten Bilder nur schwer zu ertragen. Das Moderatoren-Duo lässt in dem kurzen Film im Rahmen der Sendung „Joko & Klaas Live“, welcher zu bester Sendezeit auf ProSieben ausgestrahlt wurde, den 21-jährigen Milad Ebrahimi zu Wort kommen. Auf Englisch schildert der Mann die Umstände, wie er nach Europa kam und mit welchen unwürdigen Umständen er dort zu kämpfen hatte.

Joko & Klaas auf Live: Videocall mit „Moria“-Bewohner

In einem Videocall bei „Joko & Klaas Live“ erzählt der Mann von den katastrophalen Bedingungen im mittlerweile durch ein Feuer zerstörten Flüchtlingscamp Moria. In Aufnahmen ist zu sehen, wie griechische Polizisten Tränengas gegen Migranten einsetzen, man sieht Kinder weinen. Zuvor waren Bilder von einem Miniboot zu sehen, dessen Motor von der griechischen Küstenwache zerstört worden war. Er und die anderen Geflüchteten auf dem Boot hätten drei Tage nichts zu essen und zu trinken gehabt, schildert Milad. Die Küstenwache habe „Go back, go back“ gerufen, bis sie schließlich doch anlegen konnten.

Milad erzählt, er habe gedacht, Europa sei Freiheit, Gleichberechtigung und stehe für Menschenrechte. Dafür habe er beschlossen, nach Europa zu fliehen. Nun frage er sich, ob das alles ein schlechter Traum sei. Moria sei ein Ort ohne sanitäre Anlagen und ärztliche Versorgung gewesen - für etwa 3.000 Menschen ausgelegt. Jedoch wurde das Camp von bis zu 12.000 Geflüchteten bewohnt.

Joko & Klaas auf Live: Griechenland will ehemalige „Moria“-Bewohner auf Insel halten

Gut eine Woche nach dem Brand in dem heillos überfüllten Lager sind 11.000 Migranten obdachlos, gut 1.000 leben in einem neuen Lager. Griechenland will alle rund 12.000 Bewohner des abgebrannten Lagers weiter vor Ort unterbringen und nicht aufs Festland bringen - das haben Regierungsvertreter mehrfach betont. Hintergrund ist die Befürchtung, dass sonst Migranten auch in anderen Lagern absichtlich Feuer legen könnten, um ihre Weiterreise nach Europa, insbesondere nach Deutschland, zu erzwingen.

Außerdem befürchtet Athen, dass noch mehr Migranten, die sich zurzeit in der Türkei aufhalten, zur Überfahrt nach Europa animiert werden - das soll verhindert werden. Zudem verweist Athen darauf, dass Asylanträge von vielen Migranten in Moria entweder noch nicht entschieden oder aber abgelehnt wurden.

Am Dienstag hat die Bundesregierung beschlossen, 1.500 Geflüchtete von fünf griechischen Inseln aufzunehmen.

Joko & Klaas Live: Immer wieder gesellschaftlich relevante Themen

Die beiden Entertainer Winterscheidt (41) und Heufer-Umlauf (36) behandeln in ihrer Sendung „Joko & Klaas Live“ immer wieder gesellschaftlich relevante Themen. So warfen sie einmal mit der fiktiven Ausstellung „Männerwelten“ ein Schlaglicht auf sexuelle Übergriffe gegen Frauen oder veranstalteten zuletzt eine Art Verschwörungsquiz im Stile einer Call-in-Show.

Die freie Sendezeit hatten sich die Moderatoren in der am Dienstag ausgestrahlten Show „Joko & Klaas gegen ProSieben“ erspielt, in der sie in mehreren Wettkämpfen gegen ihren Arbeitgeber antreten. Die Show wurde schon vor einem Monat aufgezeichnet.

Direkt nach der Aufzeichnung vor vier Wochen beschlossen sie demnach, die Sendezeit Moria zu widmen. Joko & Klaas schlossen zahlreiche Kontakte dorthin. Sie wollten, dass jeder wisse, was an der EU-Außengrenze passiere.

1,63 Millionen Zuschauer sahen sich die viertelstündige Sendung an. Die Einschaltquote betrug 5,8 Prozent. "Egal wen man wählt oder wie man über die Flüchtlingskrise denkt: Wir wollen, dass jeder weiß, welche Zustände mitten in Europa existieren", so Joko Winterscheidt. In Rosenheim hatte sich der Sozialausschuss gegen eine Aufnahme von Flüchtlingen aus Moria mit 6:5 Stimmen ausgesprochen.

fgr/dpa

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