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Erschreckende Lage in Afghanistan

Innerhalb von einem Tag kaum wieder zu erkennen: CNN-Reporterin verschleiert sich aus Angst vor Taliban

Reporterin Clarissa Ward verschleierte sich für ihre Berichtersattung aus Kabul.
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Reporterin Clarissa Ward verschleierte sich für ihre Berichtersattung aus Kabul.

Seit dem Einmarsch der Taliban herrschen in Kabul Chaos und Angst. Die plötzliche Verschleierung von CNN-Reporterin Clarissa Ward sehen viel Zuschauer als symptomatisch für die bevorstehende Unterdrückung afghanischer Frauen unter den Taliban. Auch im Internet wird der Garderobenwechsel der Amerikanerin diskutiert.

Kabul - Erschütternde Bilder aus Afghanistan gehen um die Welt. Nach der Besetzung der Hauptstadt Kabul durch Taliban-Kräfte laufen seit Montag verzweifelte Evakuierungen von ausländischen Zivilisten. Auch afghanische Flüchtende verlassen hektisch das Land, sie fürchten um ihr Leben.

Auch für Reporter vor Ort wird die Lage brenzlig. CNN-Reporterin Clarissa Ward (41) ist derzeit in Kabul, um über die Zustände vor Ort zu berichten. Noch am Sonntag war sie live im Fernsehen zu sehen, wie man sie kennt: in bunten Kleidungsstücken, die blonden Haare zum Zopf gebunden. Doch bereits einen Tag später bietet sich CNN-Zuschauern schon ein anderes Bild. In einer Live-Schaltung zur aktuellen Lage in Kabul sieht man Ward durch einen Tschador verschleiert, nur das Gesicht ist noch zu sehen.

Sie berichtet, dass die Kämpfer sich der amerikanischen Reporterin gegenüber freundlich verhielten, gleichzeitig jedoch auch immer wieder „Tod den USA“ rufen.

Im Internet sind die Reaktionen auf den Wandel durchwachsen. Auf den Vorwurf des Republikaners Ted Cruz, Ward würde sich durch die Verschleierung zum Cheerleader der Taliban zu machen, antwortete CNN selbst mit scharfer Gegenkritik. Durch ihre Berichterstattung unter so gefährlichen Umständen beweise Ward Mut, so der Sender.

Währenddessen sehen andere den Wechsel zum Tschador als Symptom der schrecklichen aktuellen Lage vieler afghanischer Frauen. Die republikanische US-Kongressabgeordnete Vicky Hartzler bemängelte auf Facebook sogar, dass er das Versagen von Joe Biden versinnbildliche, den Taliban beizukommen.

CNN relativierte den starken Kontrast der beiden Auftritte Wards im Nachgang. Die Aufnahmen am Sonntag seien in einer Privatresidenz entstanden, die am Montag auf den Straßen des von den Taliban eingenommenen Kabul, betonte Ward. Sie habe immer ein Kopftuch getragen, wenn sie in Kabul unterwegs gewesen sei. Sie räumte aber ein, dass sie zuvor nicht den Tschador getragen habe.

Der Garderobenwechsel folgt den brutalen Gesetzen der Taliban, unter denen Frauen, die sich nicht Scharia-konform verhalten, Folter und Hinrichtung drohen können. Viele Frauen und Mädchen fürchten nun um Leib und Leben, ein Fakt, der durch Wards plötzliche Verschleierung deutlich wird.

jv

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